How to Instagram #2: Die Beiträge – Tipps zur inhaltlichen Gestaltung

Instagram Tipps Texte

Dass die Inhalte nun nach Teil 1 zur visuellen Gestaltung kamen, sagt schon einiges über die Plattform aus. Instagram ist eine Plattform der Ästhetik. Der erste Blick fällt auf das Bild, nicht auf die Texte. Das liegt nicht daran, dass die Nutzer oberflächlich sind, sondern wird von Instagram selbst so gefördert, da nur die ersten zwei Zeilen des Textes ohne weiteren Aufwand lesbar sind. Ist im Bild selbst zu viel Text enthalten, kann es beispielsweise auch nicht als Anzeige geschaltet werden. Trotzdem gibt es erfolgreiche Instagrammer, die auf Texte setzen und ihren Feed hintenanstellen. Und selbst wenn man nicht auf die Ästhetik verzichten möchte, ist es in meinen Augen wichtig, das Geschriebene nicht zu vernachlässigen. Klar, die meisten werden darüber hinwegscrollen – aber eben nicht alle. Und letzten Endes steckt das “Social” nach wie vor in Social Media und Interaktionen sind – in meinen Augen – wertvoller als Likes.

Caption this! Wie schreibe ich gute Instagram-Texte?

Wenn ihr Texte für eure Instagram-Fotos schreibt, stellt euch vorher am besten folgende Fragen: Was würdet ihr gerne lesen? Interessieren euch eher Fakten und Wissenswertes? Die Person hinter den Bildern? Eine Mischung aus beidem? Wie nutzt ihr instagram? Soll es euch etwas beibringen oder ist es ein Feierabend-Medium zum Abschalten?
Wenn ihr diese Fragen beantworten könnt, dann könnt ihr auch zu euch passenden Content kreieren. Denn egal, wie ihr die Fragen beantwortet: andere werden ähnliche Antworten geben. Und die könnt ihr mit euren Texten erreichen.

Ein Account, der mich schon immer durch seine Texte überzeugen konnte, obwohl die Influencerin und ich uns absolut unähnlich sind, ist twoandahalfunicorn. Sie schreibt ihre Gedanken auf wundervolle Art nieder, thematisiert das eigene Körperbild, Feminismus und das Leben als Mama und erreicht mit ihren gefühlvollen, reflektierten Texten eine Menge Leute. Sie hat keine Angst anzuecken und spricht aus, was sie denkt – egal, wie andere darüber denken.

In der Bücherwelt macht Laura von Zeilenverliebt alles richtig. Ihre Texte nehmen stets Bezug zu ihren Bildern und sind nie willkürliche Captions oder Zitate, die rein gar nichts mit dem Inhalt ihrer Seite zu tun haben. Außerdem macht sie etwas, das meiner Meinung nach das A&O auf Instagram ist: sie stellt ihren Abonnenten Fragen. Und Kommentare beantwortet sie. Es ist eigentlich so einfach, wird aber sehr oft vergessen: Instagram ist ein Netzwerk zum Austausch zwischen Menschen mit den gleichen Interessen. Wieso also schreiben so viele ins Leere hinein, anstatt ihre Follower mit einzubeziehen?

Tipps & Tricks für Instagram-Texte

Interessante Inhalte, Gedanken, Fragen stellen und interagieren. So weit sind wir also schon einmal. Doch was kann man man noch tun?

Die Länge

Insgesamt empfiehlt sich, die Texte nicht zu lang werden zu lassen. Man schafft es so schon nie, alle neuen Posts zu sehen. Lange Texte werden in der Regel also nicht gelesen. Instagram begünstigt das zusätzlich, indem es seinen Nutzern nur den Anfang eines Texts anzeigt. Den Rest muss der Nutzer aktiv ausklappen. Wenn ihr also wollt, dass euer ganzer Text gelesen wird, gestaltet direkt den ersten Satz so interessant, dass man weiterlesen möchte.

Struktur

Was außerdem hilft, um das Auge des Lesers festzuhalten: Emojis. Ich persönlich bin kein Fan davon, meine Texte mit Emojis zu überladen, aber sie lockern das Geschriebene auf und können ihnen Struktur verleihen. Auch Absätze geben euren Texten Struktur, wobei Instagram das Format immer mal gerne zerschießt, also verlasst euch nicht zu sehr darauf.

Call to Action

Wie eben schon am Beispiel von Zeilenverliebt angesprochen: baut einen Call to Action in euren Text ein. Ein Call to Action kann beispielsweise eine Frage sein. Einfache Fragen, die sich schnell beantworten lassen, erhalten dabei in der Regel die meisten Antworten, hier kommen dafür aber seltener richtige Gespräche zustande.

Tipps Instagram

Der Account @springineinepfütze hat ein enorm hohes Engagement, da die beiden YouTuberinnen (bzw. viel wahrscheinlicher ihr Management-Team) stets sehr simple Aufforderungen an ihre Abonnenten stellen. Ein-Wort-Antworten oder Emojis lassen sich wesentlich schneller kommentieren als Sätze, über die erst nachgedacht werden muss. Wenn ihr die Reichweite eines Postings mal steigern wollt, lohnen sich solche Fragen, da ihr mit vielen Kommentaren rechnen könnt und so die Sichtweite erhöht. Dauerhaft würde ich persönlich aber davon abraten – wobei es hier natürlich völlig auf eure Zielgruppe ankommt. Für mich sind “echte” Unterhaltungen und Fragen wichtiger – dafür büße ich dann auch gerne an Reichweite ein.

Hashtags

Außerdem solltet ihr thematisch passende Hashtags verwenden – und bitte nicht mitten im Text, das stört den Lesefluss. Wenn es wirklich zum Bild passt, könnt ihr auch einen im Text verwenden, ansonsten bietet es sich aber an, sie ans Ende des Texts zu setzen oder als Kommentar zu posten. Ich persönlich poste sie immer als ersten Kommentar, weil sie mich im Beitrag selbst nerven und ich sie so als am wenigsten störend empfinde.

Nutzt am besten Hashtags, unter denen sich nicht zu viele Beiträge finden, dort geht euer Bild schnell unter. Findet die richtigen Hashtags für euer Nischenthema, denn nur so werdet ihr auch von Leuten gefunden, die sich wirklich für eure Inhalte interessieren und idealerweise zu Abonnenten werden.
Bei der optimalen Menge der Hashtags scheiden sich die Geister. Instagram erlaubt bis zu 30 Hashtags pro Beitrag, wobei viele Quellen nicht dazu raten, alle auszureizen  – allerdings habe ich nirgends belegt gefunden, wieso man das nicht tun sollte. Louise Myers hat analysiert, mit wie vielen Hashtags ihre Posts am besten performen und kam zu dem Ergebnis, dass Beiträge mindestens 11 Hashtags enthalten sollen. Solange ihr thematisch passende wählt und sie nicht in den Text selbst packt, würde ich euch auch dazu raten, lieber ein paar mehr als zu wenige zu verwenden. Die Instagram Insights zeigen (zumindest bei mir) recht deutlich, dass viele Impressionen durch die Hashtags generiert werden.

Hashtags Instagram

Die Insights zu einzelnen Posts zeigen deutlich, dass sich gut gewählte Hashtags lohnen.

Dos & Don’ts auf einen Blick

Das solltet ihr tun:

  • eine spannende Eröffnung schreiben, damit der Leser euren Text auch ausklappt
  • euch kurz halten und trotzdem etwas erzählen
  • im Text auf das Bild Bezug nehmen
  • einen “Call to Action” einbauen: fragt eure Abonnenten etwas
  • interagiert mit ihnen und beantwortet Kommentare
  • strukturiert euren Text durch Absätze und Emojis
  • verwendet thematisch passende (Nischen-)Hashtags

Das solltet ihr lassen:

  • zu viele Emojis
  • Hashtags innerhalb des Texts (ein thematisch passender ist okay, aber es sollte nicht die Überhand nehmen, da das den Lesefluss stört)
  • willkürliche Massen-Hashtags verwenden

Lest ihr Texte auf Instagram überhaupt? Was sind eure Tipps für gute Inhalte?

Im dritten Teil der Instagram-Reihe wird es um die Insta-Storys gehen. Ich verrate euch ein paar Tipps sowie meine liebsten Apps zum Bearbeiten der Story.

3 Kommentare

  1. Avatar 30. August 2019 / 16:17

    Liebe Anabelle,

    nach fast 4 Jahren auf Instagram dachte ich, dass ich kaum noch was Neues lernen kann, weil ich gefühlt jeder Art Account folge und daher die unterschiedlichen Content-Konzepte kenne; deine kleine How-to-Reihe belehrt mich (mal wieder) eines Besseren. Ich werde dann ich Zukunft versuchen spannendere Eröffnungssätze zu tippen. ^^’ Und Nischen-Hashtags suchen.
    Ich finde diese Reihe wirklich klasse und bin gespannt was ich noch so Neues bei Insta-Stories lernen kann. Manchmal habe ich da richtig Bock viel Aufwand rein zu stecken und dann bin ich einfach froh, wenn ich mich nur gemeldet habe.
    Deine Stories finde ich jedenfalls immer toll (genau wie deine Texte) und schaue sie mir richtig gerne an.
    Und mir ist gerade dein neuer Header aufgefallen, der ist ja wunderschön *-*. Ist das deine Handschrift?

    Liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende
    Friederike.

    • Anabelle 30. August 2019 / 17:42

      Hi Friederike,

      dass dir das gleich aufgefallen ist! Der ging wirklich erst kurz vor deinem Kommentar online – ist aber eine Art Zwischenlösung, bis der richtige fertig ist. Und ne, leider nicht meine Handschrift. 😀

      Und viiiielen Dank für dein liebes Feedback. Auf den Story-Beitrag freue ich mich am meisten, glaube ich. 🙂

      Hab ein tolles Wochenende!

      Anabelle

  2. Avatar 16. September 2019 / 11:17

    Ich finde es heute total schwer an gute Reichweite zu kommen.
    Content zu produzieren ist wirklich das A und O – ich bewundere Zeilenverliebt echt mega für ihr Engagement und ihre tollen Beiträge – das zeit ja nun auch ihr Erfolg.

    Ich merke auch ziemlich schnell: wenn man einmal nachlässt und nicht mehr regelmäßig postet, hat man sofort Einbußen an der Reichweite.

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