Das Bosskonzept | K.-J. Helmes

Das Bosskonzept | K.-J. Helmes

Das Bosskonzept

Autorin: K.-J. Helmes
Verlag: Helmes & Helmes Verlag
Erschienen: 17. August 2018
Preis: 9,99 € (E-Book) / 19,99 € (HC)
Seiten: 208

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

Klappentext

Das Bosskonzept hilft dir dabei:
– neue Perspektiven zu entdecken
– deinen EigenSinn zu erkennen und zu leben
– dein volles Potential zu entfalten
– dich unabhängig von den Meinungen Anderer zu machen
– der Boss deines eigenen Lebens zu sein

Mit inspirierenden Worten von Moses Pelham, Christoph Metzelder, Wolfgang Grupp, Ilka Groenewold, Hannes Holzmann, Bodo Janssen, und vielen mehr.

Dieses Buch ist anders. Bewusst anders. Revolutionär anders. Es ist der Beweis dafür, dass der Glaube an dich und deine Fähigkeiten eine Lawine auslösen kann. Es ist das Buch, das dich durch Praxisübungen näher zu dir führt und zu dem, was du wirklich willst. Es beinhaltet ein Erfolgskonzept, das auf der Basis von vielen Interviews mit bekannten und erfolgreichen Personen entwickelt wurde.

Dieses zeigt deutlich, dass erfolgreiche Menschen erkennbare Überschneidungen in ihrem Denken und Handeln haben, obwohl die Lebensläufe unterschiedlicher nicht sein könnten. Dieses Buch wurde für dich geschrieben.

Gib dich nicht mehr weiter mit ganz ok zufrieden, sondern sei motiviert dir ein fantastisches Leben zu gönnen! Du hast es verdient!

Es liegt an dir!

Willst du immer wieder sagen: Eines Tages… , oder willst du sagen: Heute ist Tag 1 meines neuen Lebens!? Du entscheidest!
Quelle

Wurde dieses Buch wirklich für mich geschrieben?

Wie ihr ja vielleicht wisst, wenn ihr hier schon ein bisschen länger mitlest, bin ich ein Organisations-Freak und immer dabei, mein Zeitmanagement zu optimieren. Ich lerne und arbeite gern und dachte daher, dass Bosskonzept käme wie gerufen. Normalerweise ist diese Art der “Optimierung” bei mir ein Learning by Doing, ich probiere aus, was für mich passt und was nicht, und schaue vielleicht ab und an mal ein YouTube-Video dazu. Das war’s. Das Bosskonzept ist also der erste Ratgeber in diese Richtung – das nur zur Einleitung, um die Rezension besser einordnen zu können. Ich habe keine Werke, mit denen ich dieses hier vergleichen kann.

Ich war deshalb gleich etwas irritiert, da mir das, was ich las, vorkam wie Detlef D! Soost in Buchform. Ich war mal in D!s Tanzschule und so toll das auch alles ist, im Prinzip steht er schwitzend vor dir, geht leicht in die Hocke und schreit dich an, gefälligst dein Bestes zu geben. Und noch ein bisschen mehr. Ungefähr das macht Das Bosskonzept. Das sage ich gar nicht wertend, denn ob das gut oder schlecht ist, kommt völlig darauf an, wer da gerade das Buch liest. Für Menschen, die einen Motivationskick brauchen, ist es sicher genau das richtige.

Für mich war es das leider weniger. Das Buch ist laut und motivierend, bleibt aber leider sehr oberflächlich, wo ich mir mehr Tiefgang gewünscht hätte. Als Einstieg ist es vielleicht besser geeignet. Für Leute, die ihr Leben bereits ziemlich gut in der Hand haben und ihre Ziele verfolgen, findet sich in dem Buch leider wenig Neues. Ich hatte mir vom Klappentext neue Einblicke erhofft und Tipps, die eigenen Fähigkeiten noch besser einsetzen zu können. Leider wirkten die meisten Tipps auf mich aber ziemlich allgemein und plakativ.

Zudem steigt die Autorin mit den Worten ein, in dem Buch keine Details über sich selbst zu berichten, tut im Verlaufe der rund 200 Seiten aber genau das mehrmals. Das ist an sich überhaupt nicht schlimm und durchaus verständlich. Da sie für das Buch aber mit mehreren erfolgreichen Menschen gesprochen hat, hätte ich mir eher diverse Beispiele aus deren Geschichten und Vergangenheit erhofft, da dann sicher jeder einen Anknüpfungspunkt findet.

Das Bosskonzept K. J. HelmesGenerell hätte ich mir auch gewünscht, die Interviews, die die Autorin mit anderen erfolgreichen Menschen geführt hat, im Buch lesen zu können. Tatsächlich traf die Ankündigung “mit inspirierenden Worten” aus dem Klappentext aber genau so zu: Zitate aus den Unterhaltungen zwischen der Autorin und den Interviewten wurden hintereinander aufgelistet und ähnelten meinem Empfinden nach mehr Kalendersprüchen, die man täglich sicher gut verkraftet, mich in solch geballter Form aber etwas erschlagen haben. Noch dazu kamen die Zitate, bevor die unterschiedlichen Interviewten überhaupt vorgestellt wurden und ich wusste erst einmal nicht, wer diese Menschen sind. Das ist schade, da die Autorin selbst rät, niemals den Rat eines Menschen anzunehmen, der nicht das Leben lebt, was ich mir wünsche. Davon abgesehen, dass ich mit dem Satz überhaupt nicht übereinstimme, habe ich durch die Anordnung des Buches ja leider keinerlei Wissen über die Interviewten.

Einige Annahmen in dem Buch waren mir auch viel zu stark pauschalisiert. Leute, die viel am Handy sind, werden stigmatisiert, währen die Autorin dieses Verhalten abgelegt hat und Menschen lieber kennenlernt. Ich will darüber an dieser Stelle gar nicht zu stark werten, da soziale Interaktion natürlich wichtig ist. Allerdings findet diese eben auch digital statt. Gleichzeitig widerspricht diese Wertung außerdem den im Buch aufgestellten Maximen. Einer der Tipps ist, sich nicht von den Meinungen anderer abhängig zu machen. Damit stimme ich absolut überein, bin aber gleichzeitig der Meinung, sich dann gleichzeitig nicht anzumaßen über andere zu urteilen, deren Lebenswelt man nicht einschätzen kann.

Positiv hervorheben muss ich beim Bosskonzept die Übungen, die K.-J. Helmes zwischen den einzelnen Kapiteln eingefügt hat. Hier gibt sie den Lesern und Leserinnen konkrete Aufgaben zur Selbstreflexion und Beurteilung einzelner Lebenslagen. Das hat mir wirklich gut gefallen und ich glaube, dass man im Anschluss daran viele Situationen klarer beurteilen und dementsprechend besser handeln kann.

Zum Teil hat sicher auch Dale Carnegie Schuld an meiner recht negativen Einschätzung. Einen Monat zuvor habe ich nämlich dessen How to Win Friends and Influence People gelesen und konnte aus seinen Worten und Beispielen so viel für mich mitnehmen und umsetzen, dass ich vielleicht mit einer völlig falschen Erwartungshaltung an das Bosskonzept herangegangen bin.

Fazit

Das Bosskonzept ist gut geeignet für Menschen, die einen Motivationskick brauchen. Für alle, die sich etwas tiefgründiger mit ihrem Potential und Selbstoptimierung beschäftigen wollen, wird dieses Buch aber vermutlich wenig neue Anreize liefern.

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