Noumenon | Marina J. Lostetter

Noumenon | Marina J. Lostetter

Auf einen Blick

Titel: Noumenon
Autorin: Marina J. Lostetter
Verlag: Harper Voyager
Erschienen am: 27. Juli 2017
Preis: 4,54 €
Seiten: 432
Das Buch erscheint am 11. Februar 2019 unter dem Titel Die Reise bei Heyne

Zum Inhalt

2088. Der Astrophysiker Reggie Straifer hat etwas entdeckt, das ihm und anderen Wissenschaftlern so manches Rätsel aufwirft: einen seltsamen Stern, der in scheinbar unmöglichem Muster blinkt. Straifer erhält eine Finanzierung, um ein Team zusammenzustellen und zu untersuchen, ob es sich dabei um ein natürliches Phänomen oder etwas Außerirdisches handelt. So begibt sich die NOUMENON auf ihre jahrhundertelange Reise. Die Mannschaft besteht aus mehreren tausend Menschen – Klonen, die während der Reise geboren und wiedergeboren werden mit nur einem Ziel: den Stern zu untersuchen und die Ergebnisse sicher zurück zur Erde zu bringen.

Was macht uns zu Menschen?

Gleich vorweg: Das Buch enthält etliche Anspielung auf die Größen der Science Fiction. Ich habe sie alle überlesen. Leider habe ich bisher nämlich nicht allzu viel Sci-Fi gelesen. Das will ich schon länger ändern und so fand auch Noumenon seinen Weg ins Bücherregal.
Ich interessiere mich riesig für die Möglichkeiten extraterrestrialen Lebens, also konnte mich die Thematik direkt überzeugen. Das Konzept von außerirdischen Kontrukten wie Dyson-Sphären, die Sterne umschließen, um deren Energie nutzen zu können, wird häufiger diskutiert und macht den Roman für mich daher umso greifbarer.

Ich hatte erwartet, dass sich ein Großteil des Buches genau darum dreht: außerirdische Technologien und den Kontakt mit einer odere mehreren anderen Spezies. In gewisser Weise ist das auch der Fall, jedoch geht der Roman einen ganz anderen Weg, als ich vermutet hatte. Denn was hier im Vordergrund steht, ist vielmehr unsere eigene Spezies. Die Autorin nutzt die Isolation der NOUMENON, um alle möglichen gesellschaftlichen Szenarien durchzuspielen. Beim Lesen springt man von Generation zu Generation, verfolgt das Leben der unterschiedlichen Klone und die einzige Konstante scheint die Künstliche Intelligenz des Raumschiffs zu sein, die die Erkenntnisse und Erfahrungen aller Menschen aufbewahrt, verknüpft und stetig mitlernt.

Somit bekam ich etwas ganz anderes, als ich erwartet hatte, bin im Endeffekt aber umso begeisterter von der Geschichte. Die Autorin stellt sich der Frage, was es ist, das uns zum Menschen macht – und als LeserIn versucht man gemeinsam mit ihr Antworten zu finden. Was passiert, wenn man Tausende von Menschen ins Weltall schickt – ohne Kontakt zur Erde? Gehören sie nach 300 Jahren noch der gleichen Spezies an wie die Zurückgebliebenen? Haben sie immer noch die gleichen Ziele und Träume, sprechen die gleiche Sprache? Und was geschieht mit einem Menschen, der sein ganzes Leben in einem Raumschiff verbringt, ohne jemals Fuß auf die Erde gesetzt zu haben, in dem Wissen, dass er sein Leben nach den Zielen der Erdbewohner leben muss – und sogar sterben wird, ohne diesen seltsamen Stern, den Grund für seine Existenz, jemals zu erreichen?

We were no longer bound to Earth by its gravity, why should we remain bound by its customs? – NOUMENON, S. 85

Ich konnte das Buch nach kurzer Zeit gar nicht mehr zur Seite legen und immer, wenn ich dachte, jetzt habe die Autorin alle möglichen Szenarien durchgespielt, schaffte sie es, noch eine Schippe draufzulegen. Ich habe eine Reise in weit entfernte Galaxien erwartet, doch die eigentlich bedeutende Reise des Buches ist die in unser Innerstes. Marina J. Lostetter nimmt ihre LeserInnen mit auf diese Reise und zeigt ihnen die Sternstunden sowie die dunkelsten Abgründe der rätselhaften Spezies Mensch.

Fazit

NOUMENON ist eines der Bücher, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Es konnte mich absolut überzeugen und wenn man den ersten Kritiken des zweiten Teils Glauben schenken kann, muss die Forsetzung sogar noch besser sein.
Man kann dem Buch sicher noch viel mehr abgewinnen, wenn man die Sci-Fi-Anspielungen einordnen kann, aber auch für absolute Einsteiger wie mich, ist NOUMENON eine klare Leseempfehlung.

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