Ode an das Bücher abbrechen

´Bücher abbrechen
Noch vor wenigen Jahren hätte ich gar nicht gewagt, diese Worte in den Mund zu nehmen: “Bücher abbrechen”. Das kam in meinen Augen vermutlich Aussagen wie “Schokolade wegwerfen” oder “freiwillig an der Tafel vorrechnen” gleich. Diese Einstellung hat sich, je mehr Bücher ich gelesen habe, jedoch nach und nach geändert und im Vergleich zu damals habe ich mittlerweile eine 180°-Wendung durchlaufen. Denn Bücher darf man nicht nur abbrechen, manchmal sollte man auch.

Immer wieder habe ich selbst Bücher, die ich nicht mochte, noch beendet. In der Hoffnung, es möge noch spannend werden. Obwohl mich der Schreibstil nicht gepackt hat und mir eigentlich schnurzpiepegal war, was mit den Charakteren passiert. Manchmal habe ich einige Seiten grob überflogen, oft gezählt, wie viele Seiten es denn nun noch bis zum Ende sind – nur abgebrochen, das habe ich nie. Das Buch hatte ich immerhin bezahlt. Ich war also zu geizig, es einfach ungelesen zur Seite zu legen. Und wenn ich es schon einmal begonnen hatte, so musste ich es auch beenden – ganz nach dem Prinzip: Wer A sagt, muss auch B sagen. Richtig?

Falsch.

Ich breche Bücher ab. Und ich mache das mittlerweile ohne schlechtes Gewissen. Warum?
Das fasste ein Tweet von Karla Paul letztens eigentlich ganz passend zusammen:

Ist das nicht erschreckend? 5500 (plus minus ein paar Gequetschte), das mag im ersten Moment noch wie eine große Zahl erscheinen. Dann jedoch denke ich an all die Bücher auf dem SuB, auf der Wunschliste, die Klassiker, die noch unentdeckten Bücher, die Empfehlungen von Freunden, die noch gar nicht veröffentlichten Werke noch unbekannter Autoren, die Bücher, die man immer lesen wollte, aber sich noch nie die Zeit genommen hatte.

Auch ohne diesen Tweet habe ich mich beim Lesen eines – in meinen Augen – schlechten Buches in letzter Zeit immer wieder darüber geärgert, dass ich in der Zeit auch einfach zu einem anderen, vermutlich besseren Buch greifen könnte. Und irgendwann wird das schlechte Gewissen gegenüber all den wartenden Büchern größer als gegenüber dem, das man gerade in der Hand hält. Denn im Endeffekt ist es, wie bei allem anderen auch, doch so, dass unsere Zeit schlicht und einfach zu schade dafür ist, Dinge zu tun, die uns nicht glücklich machen.

_MG_6216Ich habe oft das Gefühl, dass Leser ein schlechtes Gewissen haben, ein Buch nicht zu beenden. Dann quält man sich durch Bücher, von denen man eigentlich schon auf Seite 50 weiß, dass sie einen selbst auf Seite 500 noch nicht unterhalten werden. Aber warum? Ihr seid es niemandem schuldig, ein Buch zu lesen, das ihr nicht mögt. Niemand profitiert davon, wenn ihr dieses Buch weiterlest und beendet. Der Autor nicht, denn er will Lesern unterhaltsame Stunden bereiten, der Verlag nicht, denn diesem könnt ihr im Falle eines Leseexemplars ehrlich sagen, warum ihr es nicht mochtet – und ihr selbst sowieso am wenigsten.

Also brecht Bücher ab. Egal ob Rezensionsexemplar, gehyptes Buch oder die Leseempfehlung der besten Freundin. Geschmäcker sind unterschiedlich. Es ist okay, etwas nicht zu mögen, was alle anderen lieben. Bevor man sich weiter über die Stupidität der Protagonisten oder den faden Schreibstil aufregt, sollte man das Buch besser zur Seite legen. Oder aber, ihr macht anderen Lesern eine Freude und verschenkt es, oder legt es in öffentliche Bücherregale. Denn das ist das Schöne daran, ein Buch nicht zu mögen – ja, das hat auch schöne Seiten: Jemand anderem gefällt es ganz sicher. Und so gebt ihr eurem Buch ein neues Zuhause. Ganz ohne schlechtes Gewissen.

40 Comments

  1. 25. Januar 2017 / 19:15

    Hallo Anabelle,
    vielen Dank für den treffenden Beitrag! Ich habe auch lange gedacht, Bücher abzubrechen wäre keine Option und versuche jetzt, das endlich zu lernen. Denn es stimmt ja: Das Leben ist viel zu kurz für all die schönen Bücher, die es noch zu entdecken gibt, da sollte man seine Zeit wirkich nicht mit einem vertrödeln, das einem nur Frust und oder Langeweile bereitet…
    Schöne Grüße,
    Saskia

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:32

      Liebe Saskia,

      nichts zu danken, danke, dass du ihn gelesen hast! 🙂
      In meinem Kopf sind Bücher auch noch so heilig, dass sie eigentlich gar nicht abgebrochen werden dürfen – aber Geschmäcker sind eben unterschiedlich und wenn ich dadurch das eine, wundervolle Buch verpasse, das ich stattdessen lesen könnte … 😀

      Liebe Grüße und wundervolle Lesestunden!
      Anabelle

  2. 25. Januar 2017 / 20:02

    Das würde ich genauso unterschreiben! 🙂 Ich breche nicht oft ein Buch ab, aber wenn es mir wirklich gar nicht zusagt, dann bin ich mittlerweile auch zu dem Schluss gekommen, dass es keinen Sinn macht, mich da durchzuquälen, während tolle Bücher auf mich warten.

    PS: Ich mag deine Oden! 😉

    Liebste Grüße!
    Nana

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:30

      Hey Nana!

      Danke! Noch ist es ja Ode Nummer 1. 😀
      Momentan warten auch einfach so viele (hoffentlich) tolle Bücher, dass ich gar keine Motivation mehr habe, mich lange durch ein Buch zu quälen.

      Liebste Grüße
      Anabelle

  3. 25. Januar 2017 / 21:40

    Ich glaube genau so einen Beitrag habe ich mal gebraucht. Ich quäle mich auch zu oft durch Bücher, in der Hoffnung, dass sie noch besser werden und bisher habe ich erst höchstens eine handvoll Bücher abgebrochen, obwohl einige andere das auch verdient gehabt hätten. Ich habe mir nur noch nie solche Gedanken darüber gemacht, dass in meinem Leben nur Zeit für eine begrenzte Anzahl an Büchern bleibt und das ändert die Ansichten dann doch gewaltig.
    Danke dafür!

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:28

      Liebe Jacquy,

      yay, dann hat es ja was gebracht. 🙂
      Auf Twitter schrieb vorhin jemand, dass sie in dem Fall immer so in die Mitte des Buchs blättert, kurz reinliest, und wenn es ihr dann immer noch nicht gefällt, dann bricht sie ab. Vielleicht hilft das ja und man braucht nicht so ein schlechtes Gewissen zu haben.

      Liebe Grüße
      Anabelle

  4. 25. Januar 2017 / 21:43

    Ich kann das nur so unterschreiben! Während ich bis vor ein paar Jahren kein einziges Buch abgebrochen habe, waren es letztes Jahr immerhin fünf. Klingt nach wirklich wenig, für mich brauchte es aber doch Überwindung das Buch zurückzustellen. Jetzt will ich aber wirklich vemehrt Bücher abbrechen, wenn sie mir überhaupt nicht gefallen. Wir haben wirklich nicht genügend Zeit um Bücher zu lesen, die einem nicht gefallen. Danke, dass du mir das erneut vor Augen geführt hast 🙂
    Liebe Grüss
    Julia

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:25

      Liebe Julia,

      bei mir waren es auch nicht mehr als fünf. Aber so verglichen mit der Gesamtzahl an gelesenen Büchern macht es dann eben doch wieder einen recht großen Teil aus.
      Dann hoffe ich für uns, dass unser 2017 voller wundervoller Bücher ist, die wir gar nicht aus der Hand legen möchten! 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

  5. 25. Januar 2017 / 22:34

    Liebe Anabelle,

    ich finde diesen Beitrag ganz toll und ich finde auch, dass man auch diesen Teil als Buchliebhaber, Blogger etc. ansprechen muss. Wie du schon sagtest, es nützt ja nichts wenn es einem nicht gefällt.

    Ich habe letztes Jahr das erste Mal Bücher abgebrochen und gleich mehrere auf einmal, was ich gar nicht gewohnt bin. Aber es packte mich einfach nicht. Es waren gehypte Bücher, weswegen ich mittlerweile bei gehypten Büchern eher warte und mehrere Rezensionen lese bevor ich mich zu oder gegen den kauf des gehypten Buches entscheide, schade aber lieber so als das Buch wieder abzubrechen.

    Und die gehypten Bücher, die ich gekauft habe, traue ich mich aufgrund der genannten Gründe teilweise nicht anzufangen, richtig blöd :p

    Hab einen schönen Abend 🙂
    Ümran <3

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:24

      Liebe Ümran,

      vielen lieben Dank! 🙂
      Genauso ging es mir aber bei einigen gehypten Büchern auch. Vermutlich geht man da einfach von vornherein mit zu hohen Erwartungen ran und wird dann eher enttäuscht.

      Ich hoffe, dieses Jahr bringt schönere Bücher, die du erst gar nicht abbrechen musst. 🙂

      Liebste Grüße
      Anabelle

  6. 26. Januar 2017 / 1:15

    Liebe Anabelle,
    ein wirklich toller Beitrag!
    Ich breche Bücher auch ungern ab. Aber ich glaube, es ist eine große Entlastung, wenn man ein Buch, das einen einfach nicht packt statt zur Seite legt und quasi immer wieder denkt” Oh je, da liegt es.. ich muss mal weiterlesen, irgendwann” einfach abbricht, verschenkt, verkauft, etc.

    Liebe Grüße,
    Nicci <3

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:22

      Liebe Nicci,

      vielen Dank!
      Ja, das ist es definitiv. Man freut sich dann ja auch einfach viel weniger auf die abendlichen Lesestunden.

      Liebste Grüße
      Anabelle

  7. 26. Januar 2017 / 9:07

    Liebe Anabelle,

    ich sehe das ganz genauso. Ich hatte noch nie ein Problem damit Bücher abzubrechen und werde das auch weiter tun. Der limitierende Faktor ist ja, wie du schreibst, die Zeit und nicht die Bücher, die mir ja, dem Himmel sei Dank, in ungeahnter Fülle zur Verfügung stehen. Am Ende verliert man nur die Lust aufs Lesen, wenn man sich dazu zwingt zu lesen, was wenig Vergnügen bereitet.

    Liebe Grüße
    Tobi

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:21

      Lieber Tobi,

      das stimmt absolut, der Punkt fehlte noch! Man macht sich mit diesem Zwang ja selbst sein liebstes Hobby kaputt.
      Ich wünsche dir wunderschöne Lesestunden!

      Liebe Grüße
      Anabelle

  8. 26. Januar 2017 / 12:12

    Liebe Anabelle,

    danke für den schönen Beitrag. So wie wahrscheinlich die meisten, bin auch ich eher zurückhaltend, wenn’s um das Thema Bücher abbrechen geht. Soweit ich mich erinnere, habe ich bisher nur ein einziges wirklich ganz bewusst abgebrochen, weil es mir so gar nicht gefallen hat. Oftmals ist es so, dass ich ein Buch, an dem ich nicht recht weiterkomme, zur Seite lege mit dem Gedanken, es zu einem späteren Zeitpunkt nochmals wieder aufzunehmen und weiterzulesen. Was dann aber in den allermeisten Fällen nicht passiert. Aber ich konnte mir immer sagen: ich habe es nicht wirklich abgebrochen, nur unterbrochen. Im Grunde war es aber ein Abbrechen. Und ich mag es überhaupt nicht, Bücher abzubrechen. Aber Du hast vollkommen recht: wieso Zeit vergeuden mit etwas, was einem nicht gefällt. Dafür ist das Leben zu kurz und man ist niemandem Rechenschaft schuldig. Also werde ich – sollte mir noch mal ein abbrechungsswürdiges Buch zwischen die Finger kommen (was ich nicht hoffe, wer möchte das schon) – mir Deinen Artikel zu Herzen nehmen :-).

    Viele Grüße
    Heidi

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:18

      Liebe Heidi,

      darf ich ganz neugierig nachfragen, um welches Buch es sich da gehandelt hat? Finde das immer superspannend, weil ein Buch, das ich abgebrochen habe, das Jahreshighlight einer Bekannten war.
      Aber das mit dem zur Seite legen ist ja eigentlich keine schlechte Idee. Es kommt ja auch immer ziemlich auf die aktuelle Stimmung und Lebenssituation an. Vielleicht finden die Bücher ja doch noch einmal ihren Weg zu dir – und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

      • 18. Februar 2017 / 20:33

        Das Buch, welches ich tatsächlich abgebrochen habe, weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte weiterzulesen, war “Die Hütte: Ein Wochenende mit Gott” von William Paul Young. Und es hatte noch nicht mal was damit zu tun, dass ich eigentlich kein sehr religiöser Mensch bin. Zunächst hatte sich die Geschichte für mich interessant angehört. Und dann waren da die unzähligen überschwänglichen Rezessionen auf Amazon…

        Es stellte sich dann aber heraus, dass die Art, wie diese Geschichte erzählt wurde, anders war, als was ich erwartet hatte, und trotz gutem Willens hab ich nicht nur nicht in dieses Buch reinfinden können, es hat mich irgendwann schlicht geärgert. Bis zu dem Punkt, an dem ich nicht mehr bereit war, weiter meine Zeit damit zu verschwenden. Ich habe es auch nie bereut. Es war kein “hättest du vielleicht doch weiterlesen sollen?” oder “hast du zu früh abgebrochen?” Gefühl.

        Ein Buch, welches ich eigentlich hätte abbrechen sollen, es aber nicht getan habe, war das ebenfalls von ganz vielen Leuten sehr hochgelobte “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert” von Joel Dicker. Ich möchte gar nicht ins Detail gehen darüber, wie schlecht ich dieses Buch auf ganz vielen Ebenen fand, und habe mich wirklich hinterher selbst gefragt, warum ich mir das bis zum Ende angetan habe. Dies war aber auch das letzte Buch, welches ich nicht zugeklappt habe, statt mich bis zum Ende darüber zu ärgern.

        Und ich lasse mich auch nicht mehr von vielen guten Rezessionen überzeugen. Ich entscheide nur noch nach Bauchgefühl, ob ich ein Buch lese oder nicht, da ich mich in der Vergangenheit zu häufig dem vermeintlichen “Massengeschmack” nicht anschließen konnte. Bisher bin ich mit dieser Taktik sehr gut gefahren 😉

        • Anabelle 19. Februar 2017 / 20:42

          Die beiden Bücher kenne ich noch nicht, aber da triffst du auf jeden Fall die richtige Entscheidung! 🙂

          Dann ganz viel Lesevergnügen weiterhin!

  9. 26. Januar 2017 / 16:17

    Liebe Anabelle,
    dein Beitrag trifft genau meine Gedanken!
    Lange habe ich mich mit Büchern gequält, die mir eigentlich gar keine Freude bereitet haben. Ich habe sie zwar unterbrochen, doch dann haben sie mich so lange vorwurfsvoll aus dem Regal angeschaut, dass ich aus schlechtem Gewissen doch wieder zu ihnen gegriffen habe.
    Doch ich bin inzwischen auch an dem Punkt angekommen, an dem ich einfach das Buch zuschlage und abbreche. Denn wie du bereits sagtest, ist mir die Zeit zu schade, um sie mit einem schlechten Buch zu verbringen, wo es doch so viele gute Bücher gibt, für die mir dann die Zeit fehlen würde!
    So many books- so little time…

    Liebe Grüße,
    Nora

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:15

      Liebe Nora,

      ja, genauso ging es mir auch. Manchmal fühle ich mich auch noch schlecht, einfach weil die Neugier, wie das Buch endet, ja irgendwie doch noch da ist. Aber dein letzter Satz fasst es perfekt zusammen!

      Liebste Grüße
      Anabelle

  10. Corly
    26. Januar 2017 / 18:24

    Huhu,

    schöner Beitrag. Ich breche Bücher ab, wenn auch selten. Aber wenn es wirklich gar nicht geht und ich mich nur damit langweilie oder es mich in einer Tour nervt und mich so gar nichts begeistern kann dann kann es schon mal vorkommen.

    LG Corly

  11. 27. Januar 2017 / 8:21

    Correcto, Señora! Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher. Anstatt sich durch diese durchzuquälen, kann man sinnvolleres mit der eigenen Zeit anfangen. In der Nase bohren, zum Beispiel. Oder: Sich einen feineren Text zum Lesen greifen.

    Das hebt die Stimmung, macht Lust auf mehr und leistet somit sogar einen kleinen Beitrag zum persönlichen Weltfrieden. Und wer sich über gute Texte freut, sieht auch noch besser aus als jene, die sich über schlechte ärgern. Was will man mehr?

    • Anabelle 27. Januar 2017 / 20:12

      Also wenn die Bücher so langweilig sind, dass sogar in der Nase bohren ansprechender ist, dann sollte man wohl wirklich besser abbrechen! 😀

  12. 29. Januar 2017 / 14:26

    Ich muss gestehen, dass ich auch so jemand bin, der sich gelegentlich durch Bücher hindurchzwingt, obwohl ich sie am liebsten nur noch zuschlagen und abhaken will. Ich hoffe dann während des Lesens trotzdem immer noch dass es einen Umschwung gibt und es mir vielleicht doch noch gefallen wird ^^’ Ich kann mich auch spontan nur an ein Buch erinnern, dass ich im letzten Jahr abgebrochen habe…da hab ich aber selbst auch gemerkt, dass das einfach nichts wird, denn ich hab immer nur gedacht “Wann bin ich endlich fertig?” und so sollte es nicht sein.

    Ich hoffe mal, dass es für mich in diesem Jahr nur gute Bücher gibt, aber falls ich tatsächlich mal eins erwische, mit dem ich mich einfach partout nicht anfreunden kann, dann werde ich mir deine Worte zu Herzen nehmen und das Buch beiseite legen, bringt ja nichts wenn man ein Buch nur liest, damit man es durchhat, man aber keinen Spaß dran hatte.

    Liebe Grüße
    Jenny

  13. 29. Januar 2017 / 19:57

    Gut geschrieben. Meine Meinung zu diesem Thema schwankt immer wieder einmal, ich muss schon zugeben dass sich das Abbrechen eines Buches für mich oft wie eine persönliche Niederlage anfühlt und hin und wieder Frust aufkommen lässt. Es kommt immer darauf an warum und an welcher Stelle ich abbreche. Manchmal liest man einfach das richtige Buch zur falschen Zeit und es kommt auch vor dass man einfach “noch nicht so weit ist”. Letzteres zum Beispiel mit dem “Ulysses” von Joyce. Das Buch habe ich schon vor vielen Jahren gekauft und war damit damals vollkommen überfordert. Nun hat das Werk einen Ehrenplatz auf meinem SuB und ich taste mich langsam heran. Ich breche aber auch vollkommen ohne Reue ab. Zum Beispiel letztens erst “Brandung” von Martin Walser. Ich bin mit dem Buch nicht klargekommen und muss es daher als Fehlkauf verbuchen. Den “Werther” habe ich ja damals auch abgebrochen aber im Gegensatz zu “Brandung” kam der wieder auf den SuB um zu einem späteren Zeitpunkt gelesen zu werden. Abschließend: ich versuche das Abbrechen möglichst zu vermeiden wenn ich es aber doch tue werde ich versuchen das in Zukunft etwas weniger ernst zu nehmen.

  14. 30. Januar 2017 / 20:44

    Hallo!
    Mit deinem Beitrag hast du mich voll erwischt. Zu oft quäle ich mich durch ein Buch. Wenn es mich von Beginn an nicht packt, schaffe ich es mittlerweile das Buch ohne schlechtes Gewissen abzubrechen. Erst vor kurzem habe ich einen Krimi gelesen, der zum Ende hin richtig zäh wurde. Es war mir egal wieso der Professor getötet wurde und von wem. Aber ich hatte nur mehr 50 Seiten und so habe ich diese 50 Seiten im Schnelldurchlauf doch noch überflogen. Am Ende habe ich mich maßlos geärgert. Da das Vergüngen gegen Null ging. Ich hoffe, dass ich hier zukünftig mehr “Mut” besitzte und ein Buch ohne schlechtes Gewissen abbreche. In deinem Beitrag zeigst du aufjeden Fall ein paar gute Argumente auf.
    Lg Sabrina

  15. 31. Januar 2017 / 23:56

    Huhu

    hab gerade deinen interessanten und tollen post zu diesem Thema gefunden. Ich stimme dir da vollkommen zu! Auch ich breche Bücher ab, wenn sie mich langweilen oder staubtrocken sind. Ein Buch muss einfach das gewisse Etwas für mich haben. Und 5500 Bücher sind wie du sagt wirklich nicht viel ! Lass dir lg da Tinka

    • Anabelle 4. Februar 2017 / 23:31

      Hallo,

      vielen Dank erstmal!
      Ja, wenn man sich die Zahl so vor Augen hält, ist es echt so erschreckend, dass man die Zeit gar nicht mehr verschwenden möchte.

      Liebe Grüße
      Anabelle

  16. 5. Februar 2017 / 9:54

    Wenn mir der Schreibstil nicht zusagt und/oder die Geschichte für meinen Geschmack Unsinn ist, breche ich sofort ab. Ich lege das Buch im Haus aus und meist findet es schnell einen Interessenten.

  17. 9. März 2017 / 15:37

    sehe ich genauso! vor einer weile hätte ich auch alles getan, außer das olle buch abzubrechen! geld bezahlt, “hey, vielleicht wird es ja noch weniger scheiße!”, “komm, die paar hundert seiten schaffst du noch!”, etc etc…
    meistens standen sie dann angefangen im regal und ich habe sie doch nicht weiter gelesen.
    mttlerweile fühle ich mich zwar immer noch etwas schlecht, aber sehr viel weniger als letztes jahr noch. und du hast recht, die zeit ist knapp! so viele bücher auf dem “muss ich haben” stapel, der SUB wächst und wächst, und dann ist da noch diese empfehlung, die auf dich wartet.. es ist zum mäusemelken!
    wenn mich ein buch beim lesen gar nicht mehr packt und es eine weile dann hier rumliegt, stelle ich es dann bei tauschticketein, und denke mir “ja ja, wenn das jemand anfordert, lese ich es schnell fertig, dann bin ich wenigstens auch motiviert” – guter witz! zack, lesezeichen raus, ab in den umschlag und weg, anders geht es bei mir nicht mehr. 🙂
    nur bei rezensionsexemplaren beende ich alle, auch wenn es eine quälerei ist, denn schließlich hat der verlag mir(!) dieses buch zugeschickt und erwartet nun eine meinung. gut, wenn ich mich bis zum ende quäle, fällt sie dementsprechend aus, aber bei sowas investiere ich dann eben die zeit, auch wenn sie mir dann für bücher fehlt, die ich noch lesen will…

    • Anabelle 9. März 2017 / 20:31

      Ja, das mit den Rezensionsexemplaren kann ich gut verstehen. Da will man den Verlagen gegenüber ja auch fair sein.
      Aber ansonsten bringt das Durchquälen meistens ja wirklich nichts.
      Tauschticket habe ich immer mal wieder gelesen, aber die Seite noch nie besucht. Muss ich mir mal genauer anschauen! 🙂

  18. Suppenhühnchen
    11. April 2017 / 21:51

    Der Post ist jetzt schon ein paar Tage alt, trotzdem muss ich kurz sagen: Du hast so recht! Ich stimme dir von ganzem Herzen zu.
    Bin durch Zufall auf deinem Blog gelandet und werde gleich noch ein wenig stöbern 😉
    Liebe Grüße!

    • Anabelle 12. April 2017 / 6:18

      Vielen, vielen Dank!
      Wenn jemand auf ältere Beiträge stößt, freut man sich irgendwie immer ganz besonders. 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.