FBM 2016: Büchermenschen, Lieblingsautoren und der übliche Messewahnsinn

introfbm16_heartsboldfinalHallo, ihr Lieben!
Wer mir auf Snapchat, den Instastories oder auch auf Twitter folgt, hat schon mitbekommen, dass ich auch dieses Jahr wieder auf der Frankfurter Buchmesse war. Heute kommen nun endlich mein Beitrag und Video dazu, was schon viel eher hätte passieren sollen, aber leider ging der Alltag direkt wieder los und ich wurde unsanft aus meiner Büchermenschenblase gerissen. Dafür war diese wie immer wunderschön und hielt von Mittwoch bis Sonntag an.

Da jeden Tag unglaublich tolle Dinge passiert sind und ich kein “Ranking” machen möchte, gehe ich einfach mal chronologisch vor. Am Mittwoch habe ich gemeinsam mit Laura von den Medienmädchen den Weg von Leipzig nach Frankfurt angetreten – etwas in Sorge, dass Laura einen Kulturschock von meiner alten Heimat bekommen würde (dem war auch so, aber dazu später mehr). Mit Koffern ging es zum Messegelände, die Taschenkontrolle war bei den noch wenigen Besuchern zum Glück gar kein Problem und dann wollten wir uns erst einmal einen Überblick über das Messegelände und die Verlagsstände verschaffen. Das Tolle dieses Jahr war: Das ging gar nicht so einfach, denn überall trifft man Menschen wieder oder lernt neue Menschen kennen. Ich habe mir vom Mittwoch eigentlich gar nichts erwartet, da ich keinerlei Termine hatte, aber es war so unglaublich schön, alle anderen wiederzusehen. Besonderes Highlight war für mich die Teezeremonie in Halle 4, da ich da einige der Leute wiedersehen durfte, die ich im Juni beim Heidelberger LitCamp getroffen habe.

img_4821
img_4861
img_5144

Am Donnerstag habe ich mich mit Hanna von Library of Fairytales getroffen. Hanna und ich waren beide Teil einer Leserunde zu Nevernight (Update #68312013: Ich hab’s immer noch nicht beendet – shame on me) und ich habe mich sehr gefreut, sie persönlich kennenzulernen. Anschließend habe ich mich mit der Autorin Bianca K. Linger getroffen, deren Debütroman David White ich im August lesen durfte. Bianca ist wahnsinnig nett und wir haben gleich beschlossen, im nächsten Jahr gemeinsam am Camp NaNoWriMo teilzunehmen. Writing Buddies und Schreibmotivation kann man schließlich nie genug haben! Anschließend sind wir dann mit den üblichen Verdächtigen über die Messe gewandert und es war einfach toll alle wiederzusehen.

Der Freitag war, glaube ich, mein Lieblingstag. Das lag sicherlich auch daran, dass er mit einem superleckeren, gesunden Frühstück am Stand der Schweizer Buchverlage startete. Saskia und ich durften am Bloggertreffen der schweizerischen Verlage teilnehmen und ich war positiv überrascht, wie gut es mir gefallen hat. Vorab wirkte die Planung etwas chaotisch, da einige Blogger ein- und später wieder ausgeladen wurden, was auf mich keinen so guten Eindruck gemacht hatte. Die Veranstaltung selbst machte dies aber wieder wett und es wurde klar, dass der Veranstalter einfach nicht mit einem so enormen Ansturm gerechnet hatte und für alle Zusagen kein Platz auf der relativ kleinen Fläche gewesen wäre. Das Bloggertreffen selbst war auf jeden Fall sehr gut organisiert und es fanden Speeddatings zwischen Bloggern und Verlagsvertretern statt. Ich muss gestehen, dass ich außer Diogenes und Kein & Aber keinen einzigen Verlag aus der Schweiz kannte. Das hat sich nun geändert und vor allem die Prong Press und Nagel & Kimche haben es mir mit ihrem Verlagsprogramm angetan. Prong-Press-Verleger Rolf Bächi hat für seinen Roman Im Land der Prongs sogar eine eigene Sprache erfunden, was mein Linguistikherz natürlich gleich hat höher schlagen lassen. Von den Verlagen durften auch gleich Bücher mit ins Gepäck, sodass ihr in nächster Zeit sicher noch öfter von ihnen lesen werdet.
_mg_6624 Auf dem Treffen lernte ich außerdem die liebe Susanne vom Diogenes-Verlag kennen, die scheinbar meine Videos schaut, was die größte Ehre überhaupt ist! Ich war wirklich ein bisschen baff. Diese hat uns auch gleich zum im Anschluss stattfindenden Diogenes-Bloggertreffen eingeladen. Ich mag den Diogenes-Verlag ohnehin sehr gerne, habe in letzter Zeit aber kaum Bücher gelesen, die dort erschienen sind. Das Treffen hat mir einfach mal wieder ins Gedächtnis gerufen, warum ich Literatur so liebe und mich zu dem Entschluss gebracht, wieder mehr der schönen, weißen Bücher einzukaufen und nicht nur Jugend- und Fantasybücher zu lesen. Denn auch hier hat mich die Vorstellung der neu erscheinenden Werke sehr neugierig gemacht. Außerdem werden im Verlag nächstes Jahr Notizbücher erscheinen und da ich notorischer Notizbuchsammler bin, trifft sich das hervorragend.

_mg_6625
_mg_6618
_mg_6623
_mg_6619
Anschließend fand die Veranstaltung Blogger Futur Place (#bfp16) statt, in der Vorträge gehalten und Diskussionen geführt wurden. Die wohl längste – und meiner Meinung nach anstrengendste – Diskussion wurde zu Book Walks Vortrag “Monetarisierung von (Buch-)Blogs” gehalten. Ich bin meine Meinung dort schon losgeworden und fasse sie hier nur noch einmal kurz zusammen:

1. Keiner zwingt Blogger, sich zu monetarisieren. 2. Es ist jedem selbst überlassen. 3. Niemand spricht von bezahlten Rezensionen (obwohl das bei der Leipziger Buchmesse 2016 schon geklärt wurde, haben manche es leider immer noch nicht begriffen). 4. Ich verstehe dieses künstliche Echauffieren mancher Blogger nicht, die lautstark dagegen wettern und Blogger verteufeln, die sich für ihre Arbeit (auch Hobbys können Arbeit sein) bezahlen lassen wollen (siehe hierzu Punkt 1. und Punkt 2.).

Aber genug dazu. Am Abend fand dann noch das von Randomhouse organisierte Blog’n’Talk statt. Ich hatte mich sehr darauf gefreut Nina Blazon kennenzulernen, die mir auch als Interviewpartnerin zugeteilt wurde. Leider kam sie nicht, aber es war trotzdem eine schöne Veranstaltung, da ich T.S. Orgel wiedersehen konnte und anschließend ein sehr inspirierendes Gespräch mit Karla Paul geführt habe – diese Frau ist der Wahnsinn.

T. S. Orgel

Wiedersehen mit T.S. Orgel. Die Pose haben wir langsam auch perfektioniert.

Am Samstag machte sich die Müdigkeit dann langsam bemerkbar – leider auch auf den Fotos. 😀
Da die Besuchertage mit dem Samstag starteten, war die Messe dementsprechend voll und es war ein ziemliches Gedränge. Das BoD-Frühstück haben wir daher spontan ausfallen lassen und uns lieber extra früh in die Schlagen für die Signierstunden gestellt. Ganz besonders gefreut habe ich mich auf Cecelia Ahern. Ich lese ja eigentlich eher selten Liebesromane, aber Cecelia Ahern schafft es immer wieder, mich trotzdem von dem Genre zu überzeugen. Mit Flawed hat sie nun ihr erstes dystopisches Jugendbuch geschrieben und ich habe es so geliebt! Wirklich, lest es!
Dank Jessie von Jessies Bücherkiste musste ich auch nicht alleine in der Schlange warten und die Zeit verging viel schneller als gedacht. Die Signierstunde selbst dann allerdings auch, denn leider wurde man, direkt nachdem die Bücher signiert waren, schon weitergeschoben und somit blieben weder Zeit für Fotos noch für ein richtiges Gespräch. In gewisser Weise kann ich das bei dem Andrang natürlich verstehen, aber letztes Jahr waren die Schlangen teilweise noch viel länger und Autoren wie Victoria Aveyard haben sich trotzdem Zeit für jeden einzelnen Leser genommen. Insofern war ich ein bisschen enttäuscht und hatte ehrlich gesagt mehr Spaß beim Warten selbst, da ich dort noch andere liebe Bloggerinnen kennengelernt habe.

Dafür war das Bookstagram-Treffen danach umso schöner und ich finde es immer wieder spannend die Leute kennenzulernen, deren Accounts ich schon richtig lange folge. Es war einfach so schön alle zu sehen und ich finde, solche Gelegenheiten müsste es viel öfter geben. Beim Herzenstage-Treffen habe ich außerdem endlich Carolin Wahl kennenlernen dürfen! Sie ist so ein unfassbar netter Mensch und ich habe mich riesig gefreut, sie endlich “in echt” zu sehen. Neben Laura Kneidl und Eva Fay konnte ich auch Anna Donig wiedersehen. Wir haben uns bereits auf der letzten Frankfurter Buchmesse gesehen, allerdings hatte ich da nach der Hälfte der Messe keine Stimme mehr und dieses Jahr konnten wir uns nun endlich richtig unterhalten. 😀

Processed with VSCO with q5 preset
_mg_6676
_mg_6686
img_5038

Der Sonntag war dann leider nicht ganz so gelungen, da, als wir ankamen, bereits alle Garderoben belegt waren und auch sonst ein ziemliches Gedränge herrschte. Da wir direkt nach der Messe wieder nach Leipzig abreisen mussten, hatten wir natürlich die Koffer dabei. Vielleicht erinnert ihr euch an meinen Hass gegenüber Koffern in den Hallen – nun ja, wir wollten auf jeden Fall nicht zu dem Messechaos beitragen und sind demnach nicht mit Gepäck aufs Messegelände. Dann saßen wir eine Weile im Café und haben Unikram erledigt. Bis das Café dann schloss und wir zwangsweise in den Hauptbahnhof wechselten. Eintreten eingangs erwähnten Kulturschocks. Sagen wir einfach so viel: Laura weiß nun, warum ich der Überzeugung bin, dass die Zombieapokalypse in Frankfurt beginnen wird.

Alles in allem war der Messeaufenthalt wirklich gelungen und ich denke auch jetzt, eine Woche später, mit einem riesigen Lächeln an ihn zurück. Danke an alle, die Hallo gesagt haben. Die Messe hat mir einfach wieder gezeigt, wie sehr das Bloggen mein Leben verändert hat. Ich habe Menschen kennengelernt, die ich jetzt zu meinen besten Freunden zähle, ich darf Teil dieser wundervollen Bücherwelt sein und jedes Mal ist es wie Heimkommen. Dafür danke ich euch allen von ganzem Herzen! Wir sehen uns in Leipzig. ♥

Wer immer noch nicht genug von der Messe hat, für den habe ich hier noch ein paar weitere Messeimpressionen. Wie immer kam ich auf der Messe nicht wirklich zum Vloggen. Ich schiebe es mal aus das allgemeine Gewusel und den Lärmpegel, aber in Wirklichkeit habe ich lieber andere Menschen in den Armen gehalten als die Kamera. 🙂

7 Comments

  1. 29. Oktober 2016 / 21:49

    Ooohhh, ich habe bereits von meiner BlogKollegin den Beitrag neidisch gelesen, ebenso bekomme ich bei dir Buchmessen(fern)weh!! Ein toller Beitrag der Lust auf Buchmessen macht!

    Ich bin noch mehr als frisch in der Bloggerwelt & war bislang auch auf keine Buchmesse (hier ein ‘shame on me’ an mich), aber 2017 will ich das definitiv nachholen!

    ich bin wirklich erstaunt, je mehr ich in die Bloggerwelt tauche, desto mehr stelle ich diese große Vernetzung untereinander fest!

    Ganz liebe Grüße dagelassen!

    • Anabelle 2. November 2016 / 15:58

      Hallo!

      Ja, die Vernetzung bei den Buchbloggern ist wirklich etwas Besonderes, davon war ich genauso positiv überrascht! 🙂
      Dann sehen wir uns ja sicherlich nächstes Jahr auf der Messe!

      Liebste Grüße
      Anabelle

  2. 30. Oktober 2016 / 16:31

    Deine Meinung zur Monetarisierung unterschreibe ich genau so. Ich verstehe es einfach nicht, wie Blogger, die gegen die Monetarisierung sind, so vehement dagegen vettern. Ihnen entsteht ja kein Schaden daraus. Leben und Leben lassen. Wenn einer da vielleicht meckern kann, dann sind es am ehesten noch Verlage und Journalisten. Was die Diskussion anscheinend immer so anheizt, ist der Gedanke an sponsored content – etwas, das auf YouTube bereits Gang und Gäbe ist. Warum nicht auch beim Buchblogs? (Wobei das wirklich das letzte ist, woran ich denke, wenn ich an Monetarisierung denke.) Ich glaube, dass Verlage wohl selbst entscheiden, wem sie Geld für einen Beitrag geben wollen und wem nicht. Wo ist also das Problem?

    Ich bin ebenfalls pro Monetarisierung und denke da viel eher an Werbung (und wenn man die nicht mag, gibt’s AdBlocker) oder Affiliate-Links. Und das ist doch wirklich sehr unproblematisch.

    Auf der FBM war ich ehrlich gesagt noch nie. Ich hab die LBM ja gleich um die Ecke, die FBM gibt mir da nicht so wirklich einen Mehrwert, als dass ich das ganze Geld und die Mühe und den Stress auf mich nehmen wöllte, da hinzufahren. Liegt außerdem immer ungünstig zu Semesterbeginn :/

    Liebe Grüße vom Buchdrachen

    • Anabelle 2. November 2016 / 16:01

      Genauso sehe ich das auch. Ich bin es langsam auch irgendwie leid, da noch mehr Worte drüber zu verlieren, weil sich diese Diskussion so sehr im Kreis dreht und nie vorankommt. Wie du schon meintest: In allen anderen Bereichen wird es längst praktiziert, wer keine Lust drauf hat, lässt es et voilà.

      Ich werde nächstes Jahr wohl auch nicht mehr alle Tage auf die FBM gehen, genau wegen des Semesterbeginns. Das was dieses Jahr im Endeffekt etwas viel Stress. Aber dann sehen wir uns ja auf jeden Fall auf der LBM! 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

  3. 31. Oktober 2016 / 1:19

    Toller Beitrag!
    Ich hätte dich sooo gerne gesehen. Vielleicht schaffen wir es ja in Leipzig.
    Nächstes Jahr muss ich mich auch mal mehr um Bloggertreffen bzw. Gespräche mit Verlagen kümmern.
    Ich fühlte mich dieses Jahr noch “zu klein”.

    Liebste Grüße und einen tollen Start in die Woche!
    Nicci <3

    • Anabelle 2. November 2016 / 16:02

      Ich ärgere mich auch sooo sehr. Aber in Leipzig muss es dann klappen! 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Anabelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.