Intoleranz

rainbowboooksIch erinnere mich daran, dass mein Papa in mein Freundschaftsbuch schrieb. Bei “Was ich hasse” stand ein Wort, das ich nicht kannte. Intoleranz. Ich erinnere mich daran, dass er sich die Zeit nahm, mir das Wort zu erklären.

Ich erinnere mich daran, dass meine Mama, die Bücher und Worte in mein Leben brachte, mir Lesestoff gab, in dem auch gleichgeschlechtliche Liebe eine Rolle spielte.

Ich erinnere mich daran, dass sie mir am Küchentisch sitzend einmal sagte, es mache keinen Unterschied, ob ich später einen Mann oder eine Frau mit nach Hause brächte.

Ich erinnere mich daran, dass das alles so einfach war. Einfach ist.

Und ich verstehe nicht, wieso es nicht überall so sein kann.

8 Comments

  1. 13. Juni 2016 / 20:33

    Bei mir war das ähnlich. Meine Eltern brachten mir Geschlechtergerechtigkeit bei, sie brachten mir bei, dass es völlig normal ist, wenn jemand lieber das eigene Geschlecht bei der Partnerwahl bevorzugt und sie brachten mir bei, dass es ganz unterschiedliche Lebensentwürfe gibt. Ich denke, meine und deine Eltern hätten sich gut verstanden.
    Für mich war das alles schon seit meiner Kindheit an normal und logisch. Das ist es noch und wird es immer sein.
    Es ist für mich aber unbegreiflich, dass viele Menschen allem, was irgendwie von einer erdachten Norm abweicht, derart viel Hass entgegen bringen. Und das wird ja nicht besser. Die Entwicklung nähert sich eher den 1930ern an. Und mir macht das wirklich große Sorgen…

    • Anabelle 13. Juni 2016 / 20:35

      Ja, aber uns bleibt wohl leider nichts übrig, als genau diese Werte an andere weiterzugeben. Wir haben einfach verdammt großes Glück mit unseren Eltern. ♥

      • 13. Juni 2016 / 20:41

        Das hatte ich auch vor. Sollte ich mal eine Familie haben, werde ich meine Kinder genau so erziehen. Meine Eltern können dabei leider nicht mehr mitwirken, aber ich werde meinen Kindern von ihnen erzählen. 🙂

        • Anabelle 13. Juni 2016 / 20:44

          Auf diese Art wirken sie durch dich dann ja doch irgendwie mit. 🙂

          • 13. Juni 2016 / 20:47

            Ich sehe, wir sprechen genau die selbe Sprache. 🙂

    • Anabelle 13. Juni 2016 / 20:38

      Lustigerweise hatte ich genau das Tattoo-Gespräch heute noch mit einem Mann in der Bahn. Für mich ebenfalls völlig unverständlich. Vertraue ich einem Bankangestellten weniger, nur weil er etwas Farbe in den Haaren oder auf der Haut hat?
      Im Endeffekt ist diese Intoleranz nicht anders als Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe, des Gewichts oder was auch immer. Völlig unbegründet und albern und trotzdem kommt es leider viel zu häufig vor.

      Liebe Grüße!

      • 13. Juni 2016 / 21:06

        Da hast du leider recht.
        Klar gibt es auch schlimme Tattoos, sei es aufgrund des Motives oder der Qualität.
        Aber so lange es kein Hakenkreuz ist oder sonst etwas verwefliches soll mir das doch egal sein. Anhand dessen kann ich ja nicht unbedingt auf den Bildungsstand oder den Charakter einer Person schließen.

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