Susan Ee – Angelfall

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Auf einen Blick

Titel: Angelfall (Affiliate Link)
Autorin: Susan Ee
Verlag: Hodder and Stoughton
Erschienen: Mai 2013
Seiten: 325
Preis: 8,30€ (englisches Taschenbuch)


Inhalt

Die Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht: Weltweit liegen die Städte in Trümmern, und die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Als eine Gruppe Engel die kleine Schwester von Penryn entführt, haben sie sich jedoch mit der Falschen angelegt. Die Siebzehnjährige zieht los zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu befreien. Aber dafür braucht sie Hilfe – und die kommt ausgerechnet von Raffe, einem flügellosen Engel …

Mein Bild vom guten Engel ist zerstört

Angelfall ist tatsächlich mein erstes Buch, in dem Engel vorkommen. Von dem DDR-Kinderklassiker “Der Engel mit dem goldenen Schnurrbart” mal abgesehen. Und dann spielt die Autorin auch gleich mit meinen Erwartungen und lässt ihre Engel einfach mal die Erde zerstören. Als ich mir da empört dachte, dass Engel doch die Guten sein müssten, hat Engel Raffe auch gleich eine entsprechende, zynische Antwort parat:

Why would you think that? Even in your Bible, we’re harbingers of doom, willing and able to destroy entire cities. Just because we sometimes warned one or two of you beforehand doesn’t make us altruistic.

Susan Ees Schreibstil gefällt mir sehr gut. Sie hält sich nicht mit zu detaillierten Beschreibungen auf und verwendet häufig kurze, präzise Sätze. Dieser “schnelle” Schreibstil passt perfekt zum Inhalt der Geschichte und sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ich habe mir beim Lesen etliche Stellen mit Post-its markiert, weil Penryns Gedanken einerseits wunderschön waren, während ihre Dialoge mit Raffe vor Sarkasmus nur so trieften, was teilweise wirklich grandios war.

Wie auch schon bei “Elias und Laia” haben manche Rezensenten kritisiert, dass das Buch sehr gewalttätig sei. Ich kann die Kritik ehrlich gesagt schon wieder nicht nachvollziehen. Natürlich werden stellenweise Leichen erwähnt und dass die Engel die Menschen nicht gerade freundlich behandeln, dürfte wohl auch klar sein. Aber in Dystopien wie diesen fände ich es viel merkwürdiger, wenn Gewalt keine Rolle spielen würde. Wie stellen diese Kritiker sich die Apokalypse denn bitte vor?

We now play a permanent game of I-am-crazier-and-scarier-than-you. And in that game my mother is our secret weapon.

Die Charaktere in Angelfall sind einfach toll gestaltet. Für mich am interessantesten waren dabei Penryns verrückte Mutter und der Erzengel Raffe. Ich bin sehr gespannt, über die beiden Charaktere mehr zu erfahren, da der erste Teil den Leser mit einer Menge Fragezeichen über dem Kopf zurücklässt. Man rätselt die ganze Zeit, was es mit der Verrücktheit der Mutter auf sich hat und ob ihr Wahnsinn in irgendeiner Weise mit dem zusammenhängt, was gerade auf der Erde passiert. Außerdem verrät die Autorin einem auch noch nicht, wieso die Engel überhaupt auf die Erde kamen und was die Ursache für die Auseinandersetzung zwischen Raffe und den anderen Engeln ist.

Mein liebster Charakter des Buches ist jedoch die Protagonistin Penryn. Endlich konnte ich wieder richtig mit einem Hauptcharakter mitfiebern. Sie ist unglaublich stark und loyal und riskiert ihr Leben, um ihre kleine Schwester Paige zu retten. Nach der Naivität von Mare (Die Rote Königin) und der Nur-Die-Liebe-Zählt-Protagonistin aus Die Dreizehnte Fee war es wundervoll, endlich wieder aus der Sicht einer mutigen, bodenständigen Person lesen zu dürfen.

Die Geschichte zwischen Penryn und Raffe find ich sehr schön und Penryns widersprüchliche Gefühle kann man beim Lesen wirklich gut nachvollziehen. Kann man einen Mann lieben, der für die Zerstörung der Erde mitverantwortlich ist?
Highlight der Beziehung der beiden waren für mich die, teilweise sehr sarkastischen, Wortgefechte. Außerdem ergänzen sich Raffe und Penryn perfekt und scheinen zusammen, trotz ihrer Fehler, unbesiegbar. Auch wenn die Gefühle zwischen den beiden in dem Buch eine große Rolle spielen, steht ihre Beziehung nie zu sehr im Vordergrund. Letztendlich ist es Penryns Liebe zu ihrer Schwester, die im Zentrum steht und ohne die die Handlung des Buches überhaupt nicht zustande käme.

Zuletzt noch eine Lobrede an das Cover. Es ist wunderschön und so fotogen! Im Prinzip sehr schlicht gehalten, aber die Flügel auf dem Cover glitzern schon fast golden – ich liebe es!

I never thought about it before, but I’m proud to be human. We’re ever so flawed. We’re frail, confused, violent, and we struggle with so many issues. But all in all, I’m proud to be a Daughter of Man.

Fazit

Suchtpotential! Angelfall lässt einen mit etlichen Fragen zurück, sodass man den zweiten Teil einfach lesen muss. Eine spannende Dystopie der etwas anderen Art mit wundervollen Charakteren und einer starken Protagonistin.

Habt ihr Angelfall schon gelesen? Wie hat es euch gefallen?

4 Comments

  1. 24. Mai 2016 / 17:13

    Huhu,

    das Buch ist schon ganz lange auf meiner Wunschliste und deine Rezi macht mich nun echt wieder neugierig darauf. Ich denke, ich sollte das Buch endlich mal kaufen. 🙂 Bücher über Engel – und dann auch noch böse Engel – das kann doch nur gut sein. 😀

    Lieben Gruß
    Steffi

    • Anabelle 25. Mai 2016 / 15:56

      Hallo Steffi,

      ich habe ja mittlerweile auch die anderen beiden Teile gelesen und liebe die Reihe immer noch! Falls du es nicht auf Englisch lesen magst: Die werden auch gerade ins Deutsche übersetzt und dann kommt Teil 1 auch noch mal neu raus. 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

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