Julia Adrian – Die Dreizehnte Fee

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Auf einen Blick

Titel: Die Dreizehnte Fee: Erwachen (Affiliate Link)
Autorin: Julia Adrian
Verlag: Julia Adrian ist Indie-Autorin
Erschienen: April 2015
Seiten: 212
Preis: 9,95€ (Taschenbuch)


Inhalt

ICH BIN NICHT SCHNEEWITTCHEN. ICH BIN DIE BÖSE KÖNIGIN. Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung. »Kennst du das Märchen von Hänsel und Gretel?«, frage ich flüsternd. Er braucht mir nicht antworten, er weiß, dass nicht alle Märchen wahr sind. Nicht ganz zumindest. Es gibt keine Happy Ends, es gab sie nie. Für keine von uns.

Er liebt mich, er liebt mich nicht…

Man möge der Fee ein Gänseblümchen schenken, damit sie sich endlich entscheiden kann, ob sie den verruchten Hexenjäger nun liebt oder nicht. Denn dieses Dilemma zieht sich durch das gesamte Buch und taucht auf fast jeder Seite immer wieder auf. Dass die Liebe thematisiert ist, finde ich nicht schlecht, nur steht sie vollkommen im Vordergrund und darauf ließ der Klappentext leider gar nicht schließen. Mich hat auch überrascht, wie schnell die Fee ihr Herz an jemanden verliert, wird sie doch ständig als so stark beschrieben. Durch ihre andauernden Gefühlsschwankungen wirkte sie leider eher schwach. So hasst sie den Hexenjäger im einen Moment, nur um zwei Sätze später an seinen Lippen zu hängen, was meistens im Sex endet, was wiederum darin endet, dass der Angebetete sie wieder von sich stößt. Auch andere Gefühle entwickelten sich meiner Meinung nach zu schnell. So glaube ich zum Beispiel nicht, dass ein kleines Mädchen, dass seine Mutter verliert, schon einen Tag später eine fremde Frau Mama nennen kann.

Bei den anderen Charakteren habe ich gemischte Gefühle. An sich sind alle Charaktere des Buches klasse. Gute und böse. Besonders der Uhrmacher (der mich Carrolls Hutmacher erinnert) und die Schwestern der Fee gefallen mir sehr gut. Nur hatte ich bei allen Charakteren das Gefühl, sie gar nicht wirklich kennenlernen zu dürfen. Der Uhrmacher hätte beispielsweise ruhig länger anwesend sein dürfen, da mir seine Sätze noch am besten gefallen haben. Doch auch den Charakteren, die ständig zugegen waren, kam ich leider nicht näher. Die Fee blieb für mich relativ unnahbar und mit dem Hexenjäger konnte ich mich am wenigsten anfreunden. Seine Obsession, die Fee ständig an ihrem Zopf durch die Gegend zu ziehen, kann ich immer noch nicht nachvollziehen.

Die Idee des Buches gefällt mir richtig gut, da ich Märchen-Remakes ohnehin liebe. Hier hat die Autorin den Märchenstoff nicht nur einfach wiedererzählt sondern das Bekannte mit ganz neuen Ideen verknüpft, was ihr auch gut gelungen ist. Schade finde ich, dass genau das, was meiner Meinung nach so grandios ist, nicht zentrales Thema des Buches war.

An den Schreibstil der Autorin musste ich mich erst gewöhnen. Der Stil an sich gefällt mir eigentlich gut, die Sätze sind kurz und prägnant und trotzdem auch poetisch schön. Nur konnte ich mich nicht in die Gedanken der Fee einfinden, was es für mich sehr schwierig gemacht hat, richtig in die Geschichte einzusteigen. Wie schon erwähnt, kam ich mit dem ständigen Hin und Her ihrer Liebesgedanken einfach nicht klar. Durch das “Er liebt mich, er liebt mich nicht”, das sich durch die komplette Geschichte zieht, fühlte es sich auch so an, als würde sich alles permanent wiederholen. Da das Buch dann auch nur 212 Seiten hatte, kam es mir so vor, als sei insgesamt recht wenig an Handlung passiert. Die Szenen, in denen dann aktive Handlung geschildert wurde, waren jedoch sehr gut geschrieben und packten einen beim Lesen. Hier passte der schnelle, knappe Schreibstil auch wunderbar. Was mir an dem Schreibstil außerdem sehr gut gefallen hat, war, dass er sich teilweise am Märchenschreibstil orientiert. Sätze wie “es eilen herbei die Schlangen” erinnern an die Grimmschen Geschichten aus der Kindheit.

Verliebt bin ich nach diesem Buch trotzdem – und zwar in das Cover. Es ist wirklich ein Traum und gehört zu den schönsten Covern, die den Weg in mein Bücherregal gefunden haben.

Fazit

Eine wirklich tolle Idee, die die Autorin auch eigentlich grandios umsetzt! Für meinen Geschmack war jedoch das ganze Liebes-Hickhack zu viel. Dass sich der Inhalt hauptsächlich um die Suche nach Liebe dreht, hätte definitiv im Klappentext erwähnt werden sollen. So standen im Endeffekt die Gedanken zur Liebe im Zentrum, während die Geschichte, die ich eigentlich erwartet habe eher um die Liebesgedanken gewebt wurde.
Den zweiten Teil werde ich mir wohl dennoch holen, da der erste mit etlichen unbeantworteten Fragen endet und ich Geschichten einfach beenden muss. Kleine Zwangsneurose. 😀

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