Anna McPartlin – Die letzten Tage von Rabbit Hayes

McPartlin

Auf einen Blick

Titel: Die letzten Tage von Rabbit Hayes (Affiliate Link)
Autorin: Anna McPartlin
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Erschienen: April 2015
Seiten: 510
Preis: 12,00 € (Taschenbuch)
Gelesen: 07. – 10.04.2015

Inhalt

Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.
Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst…

Meinung

Eine Achterbahn der Gefühle, die einen taumelnd zurücklässt und lehrt, jedes Hoch und Tief der Fahrt zu lieben.

Die letzten Tage von Rabbit Hayes erzählt einerseits den Leidensweg der krebskranken Rabbit, die ihre letzten Tage im Hospiz verbringen muss. Darüber hinaus erzählt sie aber auch die Geschichte einer wunderbaren Familie und einer aufrichtigen, den Tod besiegenden Liebe. Ich habe das Buch von LovelyBooks und dem Rowohlt Taschenbuch Verlag zugeschickt bekommen, worüber ich mich riesig gefreut habe. Diese Geschichte wird mich noch lange begleiten.

Das Buch war von der ersten Seite an sehr emotional. Anna McPartlin schafft es aber trotz der schweren Thematik immer wieder, den Leser zum Schmunzeln zu bringen. Für die Lacher des Buches sorgt die Familie Hayes, allen voran Rabbits Mutter Molly, die fluchend vom einen Fettnäpfchen ins nächste stolpert und eine absolute Powerfrau ist. Sie war mein Lieblingscharakter und für mich das Herz der ganzen Familie.
Alle Charaktere sind so unterschiedlich und doch sind ihre Gedanken so gut beschrieben, dass man sich in jeden einzelnen von ihnen hineinversetzen kann. Am Ende des Buches tat mir somit nicht nur der Abschied von Rabbit leid, sondern auch der von der gesamten Familie Hayes.

Der einzige Charakter zu dem ich irgendwie keine richtig enge Bindung aufbauen konnte, war Rabbit. Und das, obwohl es in diesem Buch ja schließlich um sie geht. Bei jedem konnte ich die Trauer spüren, habe mitgelitten und mitgefühlt, aber bei Rabbit, die ja eindeutig das schlimmste Schicksal von allen hatte, fehlte das aus irgendeinem Grund. Das wurde gegen Ende hin zwar deutlich besser, aber trotzdem habe ich mich ihr nie so nahe gefühlt wie den anderen.
Das mag daran liegen, dass die Szenen mit ihr meistens in der Vergangenheit spielten. Neben dem Wechsel der Erzählperspektive springt auch die Handlung von der Gegenwart in die Vergangenheit. Wenn Rabbit schläft, träumt sie von den vergangenen Zeiten und ihrer großen Liebe Johnny. Die Geschichte von Rabbit und Johnny hat mich unglaublich berührt. Sie waren wie füreinander geschaffen, doch das Schicksal schreibt manchmal eine andere Geschichte.

Besonders gut hat mir an dem Buch gefallen, dass McPartlin die Trauer und Dramatik nie zu sehr in den Vordergrund gestellt hat. Ich hätte eigentlich erwartet, beim Lesen etliche Taschentücher zu brauchen, aber irgendwie schaffte sie es, dem Leser immer auch Schönes vor Augen zu führen. Egal wie schlimm eine Situation auch ist, sie birgt einen Neuanfang. Das hat sie durch das Ende besonders schön und deutlich dargestellt. Das Buch ist nicht nur die traurige Geschichte einer jungen Frau, die Eltern, Geschwister, Freunde und Kind zurücklassen muss. Sie ist außerdem ein Weckruf an den Leser, sein Leben zu leben. Nicht nur an Geld und Erfolge zu denken, sondern auch einfach mal im Moment zu leben.
Denn das Leben geht weiter – auch mit Löchern im Herzen.

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