OMG, diese Aisling! – Back to the Roots | Emer McLysaght & Sarah Breen

OMG diese Aisling

Endlich, endlich, endlich! Wir ihr vielleicht mitbekommen habt, bin ich bold-Botschafterin für OMG, diese Aisling! – mit Teil 2 nun schon zum zweiten Mal. Über den ersten Band habe ich schon mehrmals berichtet und er konnte mich in all seiner Irishness absolut überzeugen. Heute erscheint endlich der zweite Teil!

Bei OMG, diese Aisling 2 war ich ehrlicherweise ziemlich nervös, da ich die Geschichte in Band 1 total mochte, aber eben auch fand, dass sie gut endete. Ich war mir also gar nicht sicher, was mich in der Fortsetzung erwartet und habe so sehr gehofft, dass ich auch dieses Buch mögen würde.

Es bleibt irisch

Zugegeben, ich habe auch gar nichts anderes erwartet. Wenn überhaupt, ist Back to the Roots noch ein ganzes Stück irischer als Band 1, da Aisling, wie der Titel schon sagt, zu ihren Wurzeln zurückkehrt – aufs irische Dorf. Ich habe mich direkt wieder zuhause gefühlt zwischen Pubs, irischen Küchen und dem Inselhumor. Wie schon zuvor gilt auch hier: Wer das Land und seine Leute liebt, dem wird auch diese Geschichte gefallen.

Frauen, die Frauen supporten

Ich liebe die Frauenfiguren in Aisling. Das tat ich schon im Auftakt der Reihe, aber in Band 2 setzen die beiden Autorinnen dem Ganzen noch eine Schippe auf. Ein gutes Beispiel dafür: in der Geschichte wird ein neuer Charakter eingeführt. Eine Frau zieht etwa zeitgleich mit Aisling aufs Land und sticht mit ihren schicken Klamotten, den stark gefärbten Haaren und dem Vorhaben, einen Beauty-Salon direkt neben der Metzgerei zu eröffnen, ganz schön heraus. In vielen Büchern ein gerne verwendetes Trope, um eine weibliche Antagonistin einzuführen, über die man sich – gemeinsam mit der Protagonistin – richtig schön auslassen kann. Nicht so in OMG, diese Aisling.

Der zweite Band ist, was das angeht, noch viel stärker als Band 1. Er zelebriert die unterschiedlichsten Frauenfiguren. Seien es Aislings kosmopolitische Freundinnen, Aislings Mutter – die im übrigens nicht nur als Mutter dient, sondern ein eigenes Leben und etliche Facetten hat –, eine schweigsame, schüchterne Ehefrau oder eben die auffällige, selbstbewusste Beauty-Shop-Besitzerin. Die Frauen bilden ein Netzwerk, unterstützen sich und trotzen Widrigkeiten gemeinsam. Sie sind sich ihrer Unterschiede durchaus bewusst, aber sie nutzen sie zu ihrem gemeinsamen Vorteil.

omg diese aisling 2

Love Story? Selbstliebe ist angesagt!

Zu Beginn des ersten Bandes wollte Aisling nichts dringender, als zu heiraten und mit ihrem Freund John endlich Nägel mit Köpfen zu machen. In Back to the Roots hinterfragt sie ganz deutlich, woher diese Wünsche rühren – ob es ihre sind oder ob es doch einfach daher stammt, “dass man das eben so macht”. Die gesamte Geschichte dreht sich, anstatt eine Beziehung in den Vordergrund zu rücken, vielmehr um Aislings Weiterentwicklung und ihre Beziehung zu ihren Freundinnen. Ihr großes Ziel ist ihre Selbstverwirklichung – alles Weitere ist einfach ein Bonus.

Unerwarteter Tiefgang

Ich weiß nicht, wieso es mich schon wieder so überrascht hat, welche Thematiken Aisling aufgreift. Bereits der erste Teil beschäftigte sich mit aktuellen feministischen Debatten und überraschte mich zum Ende hin enorm. Diesmal wusste ich, dass ich trotz all des Humors und der Leichtigkeit, mit der die Geschichte erzählt ist, keine seichte Unterhaltung zu fürchten hatte. Trotzdem haben mich die aufgearbeiteten Themen wieder kalt erwischt und schon wieder flossen Tränen. Ich werde nicht verraten, um was genau es geht, aber ich bin sehr dankbar, dass Emer und Sarah sich an Thematiken solcher Tragweite herantrauen, eine klare Botschaft und Mut an ihre Leserinnen vermitteln.

Wenn Band 2 stärker ist als Band 1 …

… dann wurde in meinen Augen eine ganze Menge richtig gemacht. Ich kann OMG, diese Aisling 2 wirklich weiterempfehlen und freue mich schon unglaublich auf den nächsten Teil der Reihe. Ich bin gespannt, ob ich wieder so überrascht werde.

Falls ihr euch fragt, wie es ist, ein irisches Buch mit all seinem speziellen Humor ins Deutsche zu übersetzen, schaut bei meinem Interview mit Übersetzerin Barbara König vorbei.

3 Kommentare

  1. Avatar 13. März 2020 / 19:17

    Hallo Anabelle!

    ich habe schon letztes Jahr über Bookstagram mitverfolgt, wie du OMG, diese Aisling von Anfang an begleitet hast, war mir da aber überhaupt noch nicht sicher, ob ich jemals zu dem Buch greifen würde, weil das eigentlich eher nicht so das Genre ist, das ich normalerweise lese … zum zweiten Teil hab ich bisher fast noch gar nichts gehört, und vielleicht mache ich mir das ja zu nutzen und lege mir die Reihe doch zu – obwohl ich eigentlich noch genug Bücher auf dem SuB habe! Wahrscheinlicher ist es aber, dass ich wohl noch etwas warte und dann mal schaue, ob ich das Buch vielleicht sogar in meiner Stadtbibliothek ausleihen kann 😉

    Liebe Grüße,
    Lara

  2. Avatar 14. März 2020 / 11:10

    Liebe Anabelle,

    oh da steigt meine Vorfreude :)! Ich will das Buch unbedingt kommende Woche lesen, einfach weil es Aisling ist und du schon wieder so begeistert bist.

    Viele Grüße
    Sandra

  3. Avatar 18. März 2020 / 17:45

    Hello 🙂
    Ich habe mir Band 1 bis jetzt nicht näher angeschaut, aber bekomme gerade echt Lust es spontan in meinem Buchladen zu bestellen 😀

    Der zweite Band klingt auf jeden Fall auch gut 🙂 Hmm…vielleicht gehe ich doch morgen in meinen Buchladen 😀

    Liebe Grüße
    Susanne

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