OMG, diese Aisling! | Sarah Breen & Emer MyLysaght

OMG, diese Aisling! | Sarah Breen & Emer MyLysaght

OMG, diese Aisling!

Autorinnen: Sarah Breen und Emer MyLysaght
Original: Oh my god, what a complete Aisling!
Übersetzung: Barbara König
Verlag: bold
Erschienen am: 23. August 2019
Seiten: 336
Preis: 14,90 €

Da ich Botschafterin für OMG, diese Aisling! sein darf, habt ihr es vermutlich schon ein-, zweimal gehört, aber hier noch einmal: OMG, diese Aisling ist heute endlich erschienen! Woohoo! Gestern ging bereits ein Aussprachevideo online, mit dem ihr die irischen Namen der Charaktere üben könnt und bis zur Frankfurter Buchmesse, wo die Autorinnen anwesend sein werden, folgen noch weitere Beiträge und Aktionen – seid gespannt! Heute kommt aber erst einmal ganz klassisch meine Meinung zu dem Buch.

Zum Inhalt

Auf den ersten Blick führt Aisling ein beschauliches Leben. Mit 28 wohnt sie noch bei ihren Eltern in ihrem Heimatort Ballygobbard und träumt, wovon man in dieser verschlafenen Kleinstadt so träumen kann: einem Ring am Finger und der ganz großen Liebe. Doch selbst ein gefangener Brautstrauß und ein romantischer Trip nach Teneriffa bewirken bei ihrem Freund nichts. Kurzerhand nimmt Aisling ihr Glück selbst in die Hand. Sie macht Schluss mit John und zieht nach Dublin zu ihrer hippen Kollegin Sadhbh. Die Folgen: neue, glamouröse Freundinnen (mit durchaus unglamourösen Problemen), ein Finanzskandal (mit dem sie hoffentlich nichts zu tun hat) und ein turbulentes Liebesdreieck (das in einem Viereck zu münden droht). Klingt nach Chaos? Klingt ganz nach Aisling! (Quelle)

So Aisling, so Irland, so ein Herzensbuch!

OMG, diese Aisling! erreichte mich genau im richtigen Moment. Ich war gerade zurück in Deutschland und vermisste so einiges aus Irland. Das Buch hat in gewisser Weise Abhilfe geschaffen, indem es mir Irland in Textform wieder nähergebracht hat.

Die Autorinnen Sarah und Emer haben mit Aisling eine unfassbar sympathische Protagonistin geschaffen – kein Wunder, denn sie haben sie an einen bestimmten Typ Irin angelehnt. Aisling ist organisiert, hilfsbereit, gutherzig, ein klein wenig naiv (manchmal sehr) und räumt anderen hinterher, weil sie oft einfach zu nett ist. Aber: Sie lässt sich auch nicht alles bieten. Und das zeigt sie gleich zu Beginn des Werks, als sie mit ihrem langjährigen Freund Schluss macht. Plötzlich steht sie ohne ihn und all ihre Pläne da. Doch entgegen der meisten Chick-Lit-Heldinnen beweist sie, dass sie keinen Mann braucht, um ihrem Leben Bedeutung zu verleihen.

Das war es auch, was mich gleich von dem Buch überzeugt hat. Meist starten wir mit einer Single-Protagonistin, deren Ziel es ist, mit einem attraktiven Kerl zusammenzukommen. Hier ist es anders. Aisling startet in einer Beziehung und merkt dann, dass diese sie nicht hinführt, wo sie eigentlich hin möchte. Also macht sie Schluss, zieht in eine WG und lernt das Leben und sich neu kennen. Den Ansatz kannte ich so nicht – und hier hörten die Überraschungen noch gar nicht auf.

Ich wusste, dass in dem Buch so einige irische Klischees verbaut werden. Dem war auch so, und auch wenn sie manchen LeserInnen sicher überspitzt vorkommen werden: Ich habe meine Irlandzeit darin SO sehr wiedererkannt, dass es schon fast gruslig war. Ich hatte die Figuren im Buch wirklich vor Augen und es hätten genauso gut meine irischen Freunde und Bekannten sein können.

Während ich eine lustige und leichte Lektüre erwartet habe, wurde ich von den tieferen Themen, die das Buch aufgreift, aber wirklich überrascht. Ich hätte nicht erwartet, dass es mich so ergreift, dass ich im Zug mit den Tränen zu kämpfen habe. Ohne den Inhalt zu verraten, kann ich nur sagen, dass die Autorinnen aktuelle politische und feministische Debatten aufgegriffen haben, die mich und andere Bewohner Irlands während meiner Zeit dort wirklich beschäftigt haben. Ich habe mich während des Interviews mit Sarah und Emer bereits dafür bedankt, aber auch hier kann ich nur noch einmal hervorheben, wie großartig ich es finde, dass sie dem Genre damit so viel Tiefgang verliehen haben! Aber wie Sarah im Interview daraufhin meinte: Fiktion von Frauen, besonders Chick-Lit, wird so häufig abgetan und negativ bewertet. Dabei können gerade hier Problematiken aufgegriffen und Denkanstöße gegeben werden. Und das ist definitiv passiert.

OMG diese AislingNeben dem Tiefgang ist OMG, diese Aisling! aber einfach ein unheimlich lustiges und sympathisches Buch, das mir beim Lesen sehr viel Freude bereitet hat. In Irland liebt man Aisling und die Reihe bereits. So sehr, dass gerade an der Verfilmung gearbeitet wird. Ich hoffe, dass das Buch auch in Deutschland Fans gewinnt und der irische Humor hier Anklang findet. Ich jedenfalls freue mich jetzt schon riesig auf den zweiten Teil.

Die Autorinnen werden übrigens auch auf der Frankfurter Buchmesse zu treffen sein! Und falls ihr nicht wisst, wie man Aisling ausspricht, hilft euch meine Aussprache-Challenge zu OMG, diese Aisling! vielleicht weiter.

Fazit

Wenn Irland ein Buch wäre, dann wäre es wohl dieses hier. Wer sich länger auf der Insel aufgehalten hat, wird so viel davon in OMG, diese Aisling! wiedererkennen. Das Großartige daran: die Autorinnen haben nicht bloß Klischees aufgegriffen, sie haben auch wichtige aktuelle Debatten aufgegriffen, vermenschlicht und dem Buch so viel mehr Tiefsinn gegeben, als ich erwartet hätte.

4 Kommentare

  1. Avatar 23. August 2019 / 9:00

    Liebe Anabelle

    Seit unserem Gespräch im Café Habe ich ja ein Auge auf das Buch geworfen. Deine Rezension klingt nun wirklich gut! Und da ich Chick Lit sowieso gerne lese, bin ich mir ziemlich sicher, dass das Buch bei mir einziehen wird. Spätestens an der Buchmesse…

    Herzlich & danke für die Empfehlung

    Josia

    • Anabelle 23. August 2019 / 14:41

      Lieber Josia,

      das freut mich! Und bei der Buchmesse kannst du es dir dann auch gleich signieren lassen, das klingt doch nach einem Plan. 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

  2. Avatar
    Rebekka
    23. August 2019 / 13:26

    Hey Annabelle,

    danke für die Rezension. Du hast das Buch bestimmt auf Englisch gelesen, oder? Weißt du, ob der Humor auch in der deutschen Übersetzung funktioniert? Ich bin gerade am Überlegen, in welcher Sprache ich mir das Buch kaufen soll … Was würdest du empfehlen? Eigentlich lese ich immer auf Englisch, aber ich würde auch gerne mal den dt. Buchmarkt wieder unterstützen.

    Liebe Grüße!

    • Anabelle 23. August 2019 / 14:40

      Hey Rebekka,

      ich hab es tatsächlich nur auf Deutsch gelesen, auch total ungewohnt für mich.
      Eigentlich empfehle ich aber immer, die Bücher im Original zu lesen. Ich habe eben auch immer Sorge, dass Humor oder sprachliche Details in der Übersetzung verloren gehen. Das macht mich jetzt vermutlich zu einer schlechten Botschafterin für dieses Buch.
      Wenn du den irischen Humor magst und kein Problem mit den für Irland eigenen Sprüchen hast, dann kannst du mit der englischen sicher nichts falsch machen.

      Mir ist in der Deutschen aber auch nicht’s negativ aufgefallen! Nur irische Sprüche wie “That’s gas!” werden natürlich übersetzt und sind nicht mehr als Slang zu erkennen. Aber das hat mich nicht gestört. 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

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