Mehr Bücher lesen – Selbst bei stressigem Alltag

Mehr Bücher lesen Tipps

Hallo, ihr Lieben,

wie der Titel schon verrät, soll es heute um Tipps gehen, wie ihr mehr Bücher lest. Selbst dann, wenn der Alltagsstress eigentlich keine Zeit dazu lässt. Bevor ich euch aber meine 7 Tipps verrate, eines vorweg: Ich habe einmal einen Spruch gelesen, den ich für absolut wahr und richtig halte und der ins Deutsche übersetzt ungefähr so lautet:

Es kommt nicht darauf an, wie viele Bücher du berührst, sondern darauf, wie viele Bücher dich berühren.

Auch wenn ich den Wunsch, mehr zu lesen, absolut verstehe und das auch selbst wieder erreichen will, geht es im Endeffekt zum einen um den Spaß und zum anderen, wie bei so vielem, um Qualität anstatt Quantität. Deshalb finden sich in den Tipps auch keine Empfehlungen von Speed-Reading-Apps oder ähnlichem, sondern Tricks, die ich selbst gerade anwende, um im Alltag wieder mehr zu lesen.

1. Verlasst euer Haus nie ohne Buch

Das Offensichtlichste gleich zu Beginn: Nur wenn euer Buch sich auch bei euch befindet, könnt ihr es lesen. Im Alltag finden sich ganz häufig kleine Lücken, in denen man zum Buch greifen kann. Damit meine ich nicht einmal das Wartezimmer beim Arztbesuch – auch kleine Pausen, wie zum Beispiel das Warten auf die nächste Straßenbahn, können zum Lesen genutzt werden. Diese kleinen Zeitfenster erkennt ihr leicht daran, dass man in ihnen in der Regel zum Handy greift, zumindest ertappe ich mich immer wieder dabei. Für komplexe Fachliteratur oder Sachbücher eignet sich das Lesen in der Zeit vielleicht weniger, für unterhaltende Contemporary-Bücher dafür umso mehr.
Schritt 1 wäre demnach, immer ein Buch in der Tasche zu haben. Gerade für unterwegs bietet sich hier auch ein E-Reader an. Ich habe im Vlog zur Leipziger Buchmesse ja schon kurz die Tolino-App erwähnt und möchte sie noch einmal kurz aufgreifen. Die App könnt ihr nämlich auch nutzen, wenn ihr gar keinen Tolino besitzt und E-Books so trotzdem unterwegs lesen. Auch neuer Lesestoff lässt sich so unterwegs kaufen. Falls ihr bereits einen Tolino habt, synchronisiert sie außerdem euren Lesestand, sodass ihr problemlos zwischen eurem Handy und dem Reader wechseln könnt. Auch Hörbücher lassen sich über die App hören. Das Ganze geht natürlich auch daheim auf dem Tablet.

Hier zur App fürs iPhone.
Hier für den Google Play Store.

Tolino Lese-App

Mobil weiterlesen und so Wartezeiten überbrücken

2. Plant feste Lesezeiten ein

Das Lesen in kleinen Pausen ist zwar schön und mag gut für die Lesestatistik sein, das eigentlich Besondere am Lesen ist jedoch die beruhigende, fast schon meditative Wirkung, die es auf uns hat (wenn uns Plot Twists, Cliffhanger oder ähnliches nicht gerade in Rage versetzen). Wenn ihr euch feste Lesezeiten einplant, lest ihr also nicht nur mehr, ihr tut euch darüber hinaus auch etwas Gutes. Selbst, wenn ihr unglaublich viel zu tun habt, schafft ihr es sicher, 30 Minuten jeden zweiten Tag einzuplanen. Macht euch eine Tasse Tee und sucht euch einen bequemen Ort – idealerweise nicht im Bett, zumindest schlafe ich dann – gerade bei Stress – immer sofort ein.
Wichtig ist auch: Packt euer Handy weg! Lasst es am besten in einem anderen Raum oder besorgt euch eine App wie Forest, die dafür sorgt, dass ihr euch nicht ablenken lasst. Ich ertappe mich selbst leider immer wieder dabei, wie ich, obwohl ich eigentlich gerade ein Buch in der Hand halte, zum Handy greifen möchte. Aus purer Gewohnheit. Das Lesen kann also eine fest eingeplante Offline-Zeit nur für euch sein. Ganz ohne Bookstagram zu erzählen, was und dass ihr gerade lest. Dann sind nämlich schon wieder 10 Minuten vergangen, ohne eine einzige Seite gelesen zu haben.

3. Motiviert euch mit Lese-Challenges

Manche lieben sie, manche hassen sie: Lese-Challenges. Falls euch diese nur unter Druck setzen, überspringt diesen Schritt. Challenges können jedoch auch sehr motivierend sein. Ob ihr an einer Instagram-Lesechallenge teilnehmt, euch ein Leseziel auf Goodreads setzt oder euch selbst eine persönliche Liste mit Büchern erstellt, die ihr in diesem Jahr noch lesen möchtet: ein kleiner Ansporn hilft oft, dranzubleiben. Insbesondere für Menschen wie mich, die unglaublich schlecht darin sind, sich Freizeit zu gönnen, sind Challenges hilfreich. So kann man Häkchen an die gelesenen Bücher setzen und fühlt sich gleich viel produktiver.
Insbesondere die persönliche Leseliste hilft mir gerade sehr. Natürlich solltet ihr nach wie vor lesen, was ihr wollt, aber wie oft blickt man auf sein Bücherregal und denkt sich zum wiederholten Male, dass man Buch X oder Y doch schon ewig lesen wollte. Mit kleinen persönlichen Lesezielen gelingt es dann endlich. Zumindest habe ich mich nach Jahren dank meiner Liste 1984 gewidmet.

4. Brecht Bücher ab

Vor Ewigkeiten habe ich mal eine Ode an das Bücherabbrechen geschrieben. Dort habe ich erzählt, wie ich früher jedes Buch unbedingt beenden wollte, schließlich hatte ich Geld dafür gezahlt und vielleicht nahm es ja doch noch eine Wendung zum Guten. Meine Meinung diesbezüglich könnte jetzt nicht unterschiedlicher sein. Zeit gut zu verbringen ist mir mehr wert, als sie in ein Buch zu investieren, das mir keine Freude bereitet und das ich entweder verkaufen oder jemand anderem schenken kann. Und, spoiler alert, die Bücher, durch die ich mich gezwungen habe, wurden auch zum Ende hin nicht besser. Ich habe sie beendet und war genauso genervt wie auf Seite 70.
Mittlerweile gebe ich einem Buch so zwischen 50 und 100 Seiten und wenn es mich dann immer noch null mitreißt, lege ich es weg und greife zu einem anderen. Lesen soll euch Spaß machen. Quält ihr euch durch ein Buch, dann ist der Griff zu Netflix, Steam oder dem Handy nicht weit. Ein Buch sollte euch fesseln, sodass ihr gar nicht anders könnt, als weiterzulesen. Die Charaktere sollten euch mit in ihre Geschichte entführen, ihr solltet mit ihnen mitfiebern und nach Beenden des Buchs den Gedanken haben “Das ist der Grund, weshalb ich lese!”.
Ich weiß nicht, woran es liegt, dass wir alle solche Hemmungen haben, Bücher abzubrechen, aber wir sollten es viel öfter tun.

Bücher abbrechen

Wenn euch ein Buch nicht gefällt, habt keine Angst, es zurück ins Regal zu stellen.

5. Findet einen Buchclub oder lest gemeinsam mit Freunden

Etwas, was ich jetzt nach der Masterarbeit unbedingt machen will, ist, mir einen Leseclub zu suchen. Ich habe online schon an diversen Buddy-Reads teilgenommen, glaube aber, es ist noch einmal was ganz anderes, sich wirklich live über ein Buch auszutauschen. Die meisten Städte haben Buchclubs, an denen ihr teilnehmen könnt. Häufig kommt man so sogar aus seiner Lese-Komfortszene heraus und widmet sich einem Genre, das man sonst vielleicht nie angerührt hätte. Wer die Möglichkeit nich hat, findet sicher einen Freund oder eine Freundin zum gemeinsamen Lesen. Durch den Austausch über das Buch ist man nicht nur gezwungen, es in einem bestimmten Zeitraum zu lesen, man tauscht sich außerdem im Anschluss darüber aus und konsumiert nicht bloß. So erschließen sich einem ganz neue Seiten an Geschichten und das, ohne dass es an Schulunterricht erinnert.

6. Hört Hörbücher

Ich weiß, viele Menschen können mit Hörbüchern so gar nichts anfangen. Ging mir auch ganz lange so und selbst jetzt habe ich Phasen, in denen Hörbücher einfach nichts für mich sind, ich mich nicht auf die Stimme konzentrieren kann und das Buch lieber selbst in der Hand halte. Aber in den Phasen, in denen ich eben doch Hörbücher höre, “lese” ich automatisch mehr. Statt Spotify lausche ich auf dem Weg zur Uni oder Arbeit dann dem Erzähler eines Fantasyromans, den ich mit seinen 800 Seiten vermutlich 2025 noch nicht gelesen hätte.
Gerade für Bücher, bei denen ihr wisst, dass ihr sie aus Zeitgründen so schnell nicht in die Hand nehmen werdet, eignen sich vielleicht Hörbücher für euch. Wenn ihr, wie ich, bei beruhigenden Stimmen schnell einschlaft, dann hört das Buch beim Putzen, im Fitnessstudio oder bei jeder anderen Tätigkeit, auf die ihr euch nicht zu sehr konzentrieren könnt, bei der ihr aber trotzdem zu aktiv seid, um wegzudösen.
In manchen Fällen ist das Hörbuch dank der SprecherInnen sogar noch einmal ein ganzes Stück toller als das Original – so ging es mir beispielsweise bei What if it’s Us? von Becky Albertalli und Adam Silvera (absolute Empfehlung!).

7. Lest, worauf ihr Lust habt

Der letzte Tipp ist gleichzeitig der banalste und doch habe ich das Gefühl, er wird häufig missachtet, obwohl er unendlich wichtig ist. Lest nur, worauf ihr Lust habt. Natürlich lässt man sich von Hypes zum Lesen verleiten, das ist ganz normal. Und auch bei manchen Klassikern hat man das Gefühl, sie einfach irgendwann mal lesen zu müssen. Über andere Bücher hingegen traut man sich vielleicht kaum zu sprechen, weil man weiß, dass sie alles andere als hohe Literatur sind. Vergesst all das. Nur zur Unterhaltung zu lesen, ist genauso legitim, wie aus Gründen der Weiterbildung zu Büchern zu greifen. Ich habe es bereits gesagt, aber lesen soll euch Freude bereiten. Und wenn es das tut, dann werdet ihr ganz automatisch mehr lesen, einfach, weil ihr etwas Positives damit verbindet. Keinen Zwang und kein Gefühl des anders-verpasse-ich-etwas. Ihr müsst auch keine bestimmten Bücher lesen, um Teil der Buch-Community zu sein. Ihr lest und ihr seid Teil der Community (wenn ihr das überhaupt wollt).

“Lest, worauf ihr Lust habt”, lässt sich außerdem noch in eine andere Richtung interpretieren: Ob Fanfictions auf dem PC, Print-Bücher aus der Buchhandlung oder E-Books auf dem Tolino: Es geht um das Lesen selbst und das Medium spielt dabei keine Rolle. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass dem Lesen eine Art Romantik anhaftet, die ganz klar mit dem klassischen Print-Buch verwoben ist. Das ist auch völlig okay. Wie ich im letzten Beitrag zu Minimalismus beim Lesen schon einmal angedeutet habe, sind E-Books für mich aktuell die praktischere Variante. Interessanterweise lese ich seitdem auch wieder mehr. Ich bin mir noch unsicher, ob es daran liegt, dass ich den Tolino einfach immer in der Handtasche habe, während meine Bücher dort oft nicht reinpassen. Oder aber, weil E-Reader (leider) schlechter auf Instagram laufen und ich tatsächlich lese, statt Fotos in die Storys zu stellen, die zeigen, wie ich lese (womit wir wieder bei dem Punkt wären, das Handy besser wegzulegen).

Tolino Lesen Badewanne

Vorteil am Lesen auf dem Tolino: Die Modelle Epos und Vision 4 überleben sogar den Sturz in die Badewanne!

Habt ihr Tricks, um mehr zu lesen? Oder habt ihr dieses Ziel beim Lesen gar nicht?
Lasst es mich in den Kommentaren wissen und teilt gerne eure Leseroutine.

8 Kommentare

  1. Avatar 6. April 2019 / 19:03

    Hallo Anabelle,
    ein schöner Blogpost 🙂 Ich habe seit kurzem die Tolino-App auf Handy und iPad – muss aber gestehen, dass der einzige Grund dafür der Book-Release einer guten Bekannten ist, die letztes Jahr beim Schreibwettbewerb von Tolino und Impress Platz 2 belegt hat. Der Titel bleibt bis Juli ein Tolino-Exclusive und so lange konnte ich einfach nicht warten. Ansonsten bin ich eher Team Kindle-App, wobei ich vielleicht in Zukunft mal die eine, mal die andere App benutze, um ein bisschen “Abwechslung“ zu haben 😀

    Liebe Grüße,
    René

    • Anabelle 14. April 2019 / 11:50

      Vielen Dank, René,

      das ist aber ein total schöner Anlass. 🙂
      Die Kindle-App hatte ich tatsächlich noch nie, nutze die Apps aber sowieso nur, wenn ich den E-Reader oder das Buch vergessen habe. Mein Handy ist ziemlich alt und hat einen echt kleinen Bildschirm. 😀

      Liebe Grüße
      Anabelle

  2. Avatar
    Derri
    6. April 2019 / 20:15

    Ich finde es schön, dass du sagst: es ist egal welches Genre und auf welche Art man liest. Ich liebe analoge Bücher, aber seit ich den Tolino habe, lese ich wieder deutlich mehr und habe auch schon wieder soo viele gekauft weil ich mir keinen Gedanken um den Platz machen muss. Und ich bin so froh entdeckt zu haben, dass zu einer meiner Fantasy-Lieblingsreihen 2 tolle Fortsetzungstrilogien als Fanfiction erschienen sind. Ich hätte nie gedacht, dass mich “eine” Fanfiction mal so lange fesselt und erfreut.
    Ich finde es toll wenn manche Leute gerne die großen Klassiker lesen, und zum Beispiel an Charles Dickens möchte ich auch bald mal wagen. Aber ich bin auch froh, wenn man auch leichtere Kost lesen kann, ohne deswegen schief angesehen zu werden.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich mag deinen Beitrag sehr und vor allem den letzten Punkt finde ich wichtig. 🙂

    • Anabelle 14. April 2019 / 11:53

      Danke für die lieben Worte!
      Ich finde, Fanfics müssen auch gar nicht unbedingt als leichte Koste verstanden werden. Ich habe schon welche gelesen, die locker mit dem mithalten können, was so als Buch erscheint.
      Darf ich fragen, welche Fanfiction dich da so begeistert hat?

      Liebe Grüße
      Anabelle

  3. Avatar
    Kira
    7. April 2019 / 11:37

    Ach ja. Tatsächlich lese ich im Moment sehr viel weniger als normal und noch einmal weniger als ich gern möchte – da habe ich mich durch deine Lesetipps gleich mal ein bisschen motivieren lassen.
    Tatsächlich habe ich mich zwar noch nie gedrängt gefühlt, bestimmte Bücher lesen zu müssen, und ich breche auch seit jeher hemmungslos ab – aber die feste halbe Stunde nehme ich mir immer wieder einmal vor. Wenigstens die sollte drin sein, nachdem ich erstmalig in meinem Leben leider über so etwas wie einen SUB verfüge …

    • Anabelle 14. April 2019 / 11:54

      Hi Kira,

      ich bin auch Team Abbrechen! 😀
      Ich hoffe, du findest wieder die Lesezeit, die du möchtest und kannst deinen SuB abbauen.

      Hab einen schönen Sonntag!
      Anabelle

  4. Avatar 7. April 2019 / 13:40

    Huhu Anabelle 🙂

    einen wirklich schöne Zusammenfassung! Ich selbst kann dem banalsten “lesen, worauf man Lust hat” nur zustimmen. Ohne Lust, macht das Lesen nämlich ganz einfach keine Freude und man kann es direkt sein lassen. Ich denke auch, dass ein jeder der lesen will, sich auch ein Zeitfenster schaffen kann. Bei mir ist es seit diesem Jahr eine abendliche Routine geworden. Vor dem Schlafen nochmal ein paar Seiten verschlingen. Außerdem bin ich zu der Zeit auch offline und nicht mehr am Handy, was auch noch positiv ist. Dazu werde ich vom Lesen auch noch gut müde, und kann noch besser einschlafen. Ich muss gestehen, die Routine mache ich nicht allabendlich, denn es gibt auch Tage, da habe ich einfach kein Lust zu Lesen. – Aber auch das ist dann okay 🙂

    Liebste Grüße, Stella

    • Anabelle 14. April 2019 / 11:57

      Liebe Stella,

      ich stimme dir absolut zu.
      In irgeneinem Ted Talk meinte eine Frau einmal, man solle “Ich hab keine Zeit” nie als Ausrede verwenden, da jeder Mensch genau gleich viel Zeit am Tag habe und es nur darauf ankommt, was und wem man seine Zeit widmen möchte. Eigentlich auch ein banaler und logischer Gedanke, aber irgendwie hat das meine Sicht nochmal verändert.

      Und bei dem Offline-Sein hast du auch absolut recht! Bin jetzt seit einer Woche nicht mehr auf Twitter und hab nicht nur viel bessere Laune, sondern lese auch wieder mehr, weil ich weniger am Handy hänge. 🙂

      Ich wünsche dir noch ein schönes restliches Wochenende!

      Anabelle

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