Oktoberblüten: Prokrastination & zurück nach Irland

Oktoberblüten: Prokrastination & zurück nach Irland

Hey, nächsten Monat ist Weihnachten!
Heftig, oder? Ich werde langsam nervös, weil ich noch kein einziges Geschenk geschweige denn Ideen habe – meist habe ich im Oktober schon einen Großteil der Weihnachtsgeschenke beisammen. Aber bevor ich in die allseits bekannte, vorweihnachtliche Panik ausbreche, schaue ich erst einmal zurück auf den Oktober. Der Monat war in erster Linie von der Frankfurter Buchmesse und meinem Rückzug nach Irland dominiert. Was da so los war und ob noch Zeit zum Lesen blieb, erfahrt ihr im Folgenden.

Gelesenes

Ich hatte im Oktober eine Woche frei und kam daher recht viel zum Lesen. Meine absoluten Highlights waren definitiv Madeline Millers The Song of Achilles und Laura Kneidls Die Krone der Dunkelheit! Beide Bücher würde ich sogar als Jahreshighlights bezeichnen. Da für beide demnächst noch Rezensionen folgen, lasse ich die Werke mal noch unkommentiert hier stehen – aber: ich liebe beide Bücher absolut und kann sie nur empfehlen!

Mit Girlsplaining habe ich meinen ersten Comic auf dem Blog vorgestellt und außerdem ein weiteres tolles Werk zum Thema Feminismus gelesen. Hier geht es zur Rezension und zum Interview mit der Autorin Katja Klengel.

Mein Hörbuch des Monats war NSA von Andreas Eschbach, ein Gedankenexperiment, bei dem den Nazis im zweiten Weltkrieg Dinge wie Handys, Internet und vor allem jegliche Daten der Nutzer zur Verfügung stehen. Eine Warnung, es nicht wieder so weit kommen zu lassen, und vor allem Beweis dafür, wie aufmerksam wir bei unseren Daten sein sollten (schreibt sie, während nebenbei Instagram auf dem Handy geöffnet ist).

Gut gefallen haben mir außerdem Genki Kawamuras Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden (hier entlang zur Rezension) und Der letzte erste Blick von Bianca Iosivoni.

Sonstige Prokrastination

Eigentlich sollte ich jetzt nicht diesen Blogpost schreiben, sondern an der Recherche zu meiner Masterarbeit sitzen. Die Wahrheit ist, dass ich durch die Arbeit, Irland und alles andere total raus bin. Die letzten Semester habe ich mich immer so wegen meines Notendurchschnitts gestresst, dementsprechend gut sieht dieser jetzt auch aus, und jetzt habe ich schon einen Job für danach und wurde noch nie in meinem Leben nach meinem Bachelor-Abschluss oder meiner Master-Note gefragt. Die Realität hat meine Motivation also langsam eingeholt.

Zugegeben war es auch nicht hilfreich, mir Stardew Valley fürs iPhone und Civilization V für den PC zu kaufen, da beide Spiele ziemlich süchtig machen. Falls ihr etwas zum Prokrastinieren sucht oder tatsächlich guten Gewissens Freizeit habt, kann ich euch beide nur empfehlen.
Stardew Valley ist ein bisschen wie Harvest Moon, falls ihr das in der Kindheit auch gespielt habt. Man hat ein harmonisches Farmleben, Wälder, ein Dorf in der Nähe, kann sich mit den Dorfbewohnern anfreunden und so weiter. Die heile Welt, während die Deadlines im realen Leben näherrücken.
Civilization V erinnert mich an Die Siedler oder Age of Empires. Hier bin ich komplett unschuldig, da mein Mitbewohner mich überredet hat, es runterzuladen.

Zurück nach Irland

Auf dem ein oder anderen Weg habt ihr es vielleicht schon mitbekommen, aber ich bin im Oktober zurück nach Cork gezogen. Ich war bereits von Januar bis Juni mit Erasmus hier und habe mich in Stadt, Land und Leute verliebt, sodass schnell klar war, dass ich zurückmöchte. Das hab ich dann auch relativ planlos so beschlossen und hatte wahnsinniges Glück, dass der Plan sich nach und nach von selbst zusammengesetzt hat. Ich habe mich auf ein Stipendium beworben und dieses sogar bekommen, sodass ich etwas weniger pleite bin, als erwartet.
Genau wie Ali in Burlesque (der Film für alle Christina-Aguilera-Fans wie mich) bin ich ohne Plan oder ein Dach überm Kopf dann einfach losgezogen und habe, ebenfalls wie Ali, Glück, dass mir tolle Menschen beiseite stehen und ich nun auch endlich ein Zimmer habe.
Trotzdem wäre es gelogen, zu behaupten, dass alles einfach ist. Ist es nicht. Auf eigene Faust ins Ausland zu ziehen ist definitiv schwerer als mit Erasmus. Die kulturellen Unterschiede fallen mir diesmal viel eher auf. Meine ganzen anderen internationalen Freunde sind logischerweise nicht mehr hier, sodass ich mich dieses Mal viel eher als Ausländerin wahrnehme, da ich mich nicht mehr in einer Gruppe bewege.
Ich bin gerade einmal zwei Wochen hier, also gebe ich mir noch etwas Zeit mich einzufinden und bin guter Dinge, dass das schon wird. Wer Lust hat, kann alle Struggles – sowie natürlich die schönen Dinge – auf Instagram oder Youtube mitverfolgen.

Ich hoffe, ihr hattet alle einen tollen Oktober! Was habt ihr gelesen und erlebt? Habt ihr Halloween gefeiert?
Cork Irland

5 Kommentare

  1. 4. November 2018 / 18:22

    Hallo Anabelle,
    ich habe Halloween mit Freunden in Hamburg gefeiert 🙂 Das ist schon bei uns Tradition und dieses Jahr war es die 3. Halloweenparty, die wir zusammen veranstaltet haben 🙂

    Ich habe mich auf Instagram kurz gewundert, warum du wieder nach Irland zurück gereist bist, aber jetzt macht das ganze Sinn 😀 Aber schön, dass du dich so wohlgefühlt hast dort, dass du zurück wolltest 🙂
    Ich wünsche dir, dass du dich bald mehr zuhause fühlst und sehr glücklich wirst! 🙂

    Liebe Grüße
    Susanne

    • Anabelle
      Anabelle
      Autor
      5. November 2018 / 23:00

      Hey Susanne,

      Halloween in Hamburg klingt total toll!
      Vielen Dank für deine lieben Worte. Ich gewöhne mich so langsam wieder ein. 🙂

      Liebste Grüße
      Anabelle

  2. Mewa
    5. November 2018 / 15:19

    Hey 🙂
    Das klingt im Großen und Ganzen nach einem tollen Monat. Ich komm’ auch nicht damit klar, dass schon November ist. Und dann ist Dezember und dann haben wir 2019 ftw. 2019! Das klingt so unrealistisch.

    Das mit dem Notendurchschnitt und das niemand danach fragt, motiviert mich btw grad auch nicht weiterzulernen haha. Aber trotzdem viel Erfolg mit der Masterarbeit!

    Die Krone der Dunkelheit möchte ich auch sehr sehr sehr gerne lesen, aber ich habe ein striktes Codex keine unvollendeten Reihen zu beginnen, also muss ich wohl bis 2020 warten xD ich freue mich schon btw auf den Beitrag zu deinen diesjährigen Highlights. (Einfach weil ich Listen so sehr liebe) Und auf deinen kommenden Irland-Content bin ich natürlich auch sehr gespannt!
    Mir persönlich würde wahrscheinlich die Sprache die größte Barriere sein, einfach weil ich daran gewohnt bin Denglisch zu reden und so verstanden zu werden (und zu hause mischt sich dann auch Urdu, meine Muttersprache): Mir fiele es einfach mega schwer mich aktiv in einer einzigen Sprache auszudrücken. Ist das bei dir auch so oder ist das reine Englisch um dich kein Problem? Bzw. bist du schon gewohnt daran? Und ich hoffe doch, dass die schönen Dinge die Struggles überwiegen werden <3

    Zu deinen Fragen: Im Oktober habe ich vier von acht Harry Potter-Teilen im Kino sehen dürfen inkl. den letzten an Halloween und das war mein Highlight des ganzen Jahres. Und Leseempfehlungen darf ich dir auch sehr gerne weitergeben, bzw sehr gute Hörbuchempfehlungen, falls du weniger zum Lesen kommst: Not that bad von Roxane Gay und Poet X von Elizabeth Acevado 🙂

    LG
    Mewa
    PS: Sorry iwie ist der Kommentar super lang geworden haha

    • Anabelle
      Anabelle
      Autor
      5. November 2018 / 22:58

      Oh Nein, jetzt hab ich mit dem Post auch noch erreicht, dass du nicht lernst. So war das nicht geplant! 😀

      Listen sind etwas Tolles. Ich freu mich auch schon drauf, ich hatte dieses Jahr wirklich Glück mit den Büchern – und das obwohl ich weniger gelesen habe als sonst. Hast du schon ein Highlight?

      Bei mir ist das Englische eigentlich gar kein Problem, aber ich hatte auch in Deutschland immer viel Englisch im Alltag, da ich ja fast nur auf Englisch lese, Netflix auf Englisch gucke und vor ein paar Jahren ja noch Anglistik studiert habe. Und ja, durch die Zeit hier hat man sich dann noch mehr dran gewöhnt. 🙂

      Oh, kamen die alle nochmal im Kino? Ich habe nur von diesen Marathons mitbekommen, bei denen alle acht Teile hintereinander gezeigt wurden.
      Und danke für die Tipps, da schaue ich direkt mal!

      Liebe Grüße
      Anabelle
      (Entschuldige dich nie für lange Kommentare!)

      • Mehwish Sohail
        6. November 2018 / 21:52

        Haha, ich such ja sowieso jede Ausrede dafür 😀

        Das freut mich, dass du eher gute Bücher gelesen hast 🙂 Ich habe dadurch, dass ich Insta so wenig genutzt habe (xD) tatsächlich sehr viel gelesen, aber auch gemerkt, wie viele Geschichten in meiner Erinnerung zu einer Masse verkommen sind. Irgendwie schade – für das neue Jahr werde ich Lesequalität defintiv über -quantität stellen.
        Favoriten hatte ich trotzdem einige, ja, aber mein absolutes Highlight war dann doch das Rereaden von der Harry Potter-Reihe nach, eh, tatsächlich fast zehn Jahren. Iwie war 2018 das Jahr, indem ich meine Liebe zu dieser Reihe wiederentdeckt habe – dabei war sie ja nie wirklich weg. Die Filme liefen zumindest bei uns wegen dem 20-jährigen Jubiläum (? oder so, ich komm da nie hinterher) jeden Mittwoch einzeln in allen Cineplexx-Kinos. Hatte zuvor nur einen im Kino gesehen gehabt, deswegen war das wirklich eine schöne Erfahrung <3

        Ah, okay, ja das Anglistik-Studium macht bestimmt einen größeren Unterschied. Ich lese und schaue auch sehr viel auf Englisch und es wäre gar nicht das Verstehen ein Problem, sondern das Reden! Ich glaube, ich würde mich auch sehr isoliert fühlen, ich bin mit vier (und passiv mehr) Sprachen aufgewachsen und Familie und viele Freunde verstehen alle davon – plötzlich in einem einsprachigen Raum für längere Zeit zu sein, würde mich erstmals mächtig verunsichern 😀 Aber versuchen würde ich es trotzdem gerne und deine Beiträge bringen schon mega in Versuchung, selbst die Koffer zu packen. In dem Sinne bin ich mal den neuen Vlog anschauen <3

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