Die Krone der Dunkelheit | Kurzrezension & Interview mit Autorin Laura Kneidl

Die Krone der Dunkelheit | Kurzrezension & Interview mit Autorin Laura Kneidl

Die Krone der Dunkelheit

Autorin: Laura Kneidl
Verlag: Piper
Erschienen: 02. Oktober 2018
Seiten: 640
Preis: 15,00 €

Zum Inhalt

Magie ist in Thobria verboten, doch Prinzessin Freya widersetzt sich diesem Verbot, um ihren verlorenen Zwillingsbruder wiederzufinden. Als sie erfährt, dass er sich im Nachbarland Melidrian aufhält, begibt sie sich gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin auf eine gefährliche Reise.
Gleichzeitig setzt Ceylan alles daran, bei den unsterblichen Wächtern aufgenommen zu werden, um die Grenze zwischen Thobria und Melidrin zu schützen. Denn dort wimmelt es vor blutrünstigen Elva, die eins ihr ganzes Dorf auslöschten – mitsamt Ceylans Familie. Nun sehnt sie sich nach Rache, doch ihr Ungehorsam bei den Wächtern bringt Ceylan schnell von ihrem vorgesehen Weg ab – nach Melidrian, wo sie der Krönung des Fae-Prinzen beiwohnen soll.

Ich habe so lange gewartet

Okay, zugegeben, ich habe schon lange keine neue Fantasy-Reihe mehr begonnen, also sollte ich nicht jammern, dass ich schon lange kein Fantasy-Highlight mehr hatte. Aber irgendwie reizte mich eine ganze Weile nichts mehr – ich kann selbst nicht recht sagen, woran das lag. Bei Die Krone der Dunkelheit jedoch war ich gleich Feuer und Flamme – und wurde nicht enttäuscht.

Laura Kneidl hat großartige, vielschichtige Charaktere geschaffen. Obwohl ich meine Lieblinge hatte, aus deren Perspektive ich am liebsten las, habe ich jeden einzelnen Satz aus jedem Point of View geradezu verschlungen. Die Handlungen der Figuren waren stets stimmig und sorgten für anhaltende Spannung, sodass die Seiten nur so dahinflogen und das Buch trotz der Dicke viel zu schnell zu Ende war. Die Dynamik zwischen den einzelnen Figuren war in meinen Augen auch absolut perfekt, spannende und witzige Dialoge wechselten einander ab und ich kann es nicht besser sagen, als dass ich einfach ständig mehr wollte und auch jetzt nach Beenden des Buchs kaum den zweiten Teil erwarten kann.

Besonders begeistert hat mich auch, dass sich das Buch, was die Charaktere angeht, nicht jeglicher Klischees bedient, die man aus der Fantasy kennt. Die Männer sind keine allmächtigen Helden, die Frauen keine hilflose Deko, die beschützt werden muss, sie alle sind Menschen in all ihren Facetten. Ich habe von der Autorin nichts anderes erwartet, aber es war so schön und erfrischend, das auch in einem Fantasybuch zu sehen.

Ich habe so lange auf ein solches Buch gewartet und es hat sich definitiv auf meine Liste der Jahreshighlights katapultiert. Dieses Buch hat mein Fantasyfieber endlich wieder entfacht, wofür ich mehr als dankbar bin. Die Krone der Dunkelheit hat alles, was gute Fantasy in meinen Augen ausmacht und ich kann das Buch allen Fantasy-Fans nur ans Herz legen.
Laura Kneidl Edinburgh

Interview mit der Autorin Laura Kneidl

Wenn du selbst eine bedrohliche Reise antreten müsstest: Welchen deiner Charaktere hättest du am liebsten an deiner Seite? [flüstert: Larkin]

Definitiv nicht Larkin. Er ist toll, aber wäre nicht gesprächig und auch nicht lustig genug. Ich bin ja nicht Freya, da könnte er mit mir nicht viel anfangen. Vermutlich würde ich Leigh mitnehmen. Der würde in jeder Wirtschaft halt machen und einen trinken und wäre sicher viel lustiger. Und kämpfen kann er auch.

Das World Building unterschied sich in Die Krone der Dunkelheit sicher stark von deinen bisherigen Romanen. Was mich beim Lesen anfangs irritiert hat, ist, dass es Wasserhähne und fließendes Wasser gibt. Wie hast du entschieden, was es in deiner Welt geben darf und was nicht?

Das World Building bei Die Krone der Dunkelheit hat natürlich länger gedauert als in den anderen Romanen. Thobria mutet zwar mittelalterlich an, aber es unterscheidet sich technisch von unserem Mittelalter, da es sich auch gesellschaftlich unterscheidet. Sie konzentrieren sich ja beispielsweise nicht auf die Kirche, also wurden stattdessen Zeit und Geld in Technik und Fortschritt gesteckt. Die Welt orientiert sich also am Mittelalter, enthält aber gewisse Neuerungen. Ich habe überlegt, was es dann unter diesen Umständen in der Gesellschaft gegeben haben könnte. So wird an einer Stelle zum Beispiel auch thematisiert, dass es eine Mittelschicht gibt, die es im Mittelalter ja eigentlich gar nicht gab.
Es gibt zwar eine Religion, die Königreligion, aber keine Kirche und der König selbst steckt beispielsweise auch Zeit und Energie in Forschung und Innovation.

Du hast einen Roman mit starken weiblichen Figuren geschaffen und bist selbst eine starke Frau – das ist gerade im Fantasy-Bereich nicht immer einfach, da viele Leser und auch Leserinnen angeben, nur Bücher von männlichen Autoren zu lesen. Hast du selbst mit Vorurteilen zu kämpfen?

Vorurteile selbst habe ich zum Glück noch gar nicht erlebt, ich kenne aber auch die Kommentare, die du meinst. Allerdings wird immer hervorgehoben, dass ich eine Frau im High Fantasy bin. Das stimmt natürlich, aber irgendwie ist es schade, dass das überhaupt extra so betont werden muss. Mir haben auch schon richtig viele männliche Leser positives Feedback geschickt, das freut mich sehr.

Laura Kneidl Krone der Dunkelheit
Noch eine Frage, ebenfalls darauf bezogen: War das Cover, das doch eher typisch feminin anmutet, in der Hinsicht eine bewusste Entscheidung? Kam die Thematik bei der Coverwahl zur Sprache?

Das Cover mutet vielleicht eher feminin an, aber es kam auch bei Männern gut an. Zum Beispiel auch bei meinem Agenten, der auch ein Mann ist. Teil 2 hat außerdem einen Schlüssel drauf, also völlig neutral.

Außerdem ist das ja vermutlich auch sexistisch, bei der weiblichen Krone gleich von einem weiblichen Cover zu sprechen. Ich lese als Frau ja auch Bücher, auf denen irgendwelche männlich assoziierten Dinge abgebildet sind.

Ja, und wie gesagt schreiben mir bei dem Band auch männliche Leser und das ist ein Unterschied zu meinen vorherigen Romanen.

Wenn du die Wahl hättest, von nun an als Fae, unsterbliche Wächterin oder wie gehabt als Mensch weiterzuleben, wie würdest du dich entscheiden und warum?

Auf jeden Fall nicht als unsterbliche Wächterin! Das stelle ich mir gar nicht cool vor.
Fae zu sein wäre schon cool, da die Unsterblichkeit definitiv was für sich hat, aber – Mini-Spoiler – darum geht es ja auch im Buch: Wenn man so lange lebt, plagt einen irgendwann die Langeweile. In einem kürzeren Menschenleben weiß man die Dinge viel mehr zu schätzen, als wenn man 300 Jahre lang lebt.

Ich habe auch lange überlegt und dann so entschieden. Vor allem da, Noch ein Mini-Spoiler: die Fae haben ja auch keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie, da man sich nach so langer Zeit einfach auseinanderlebt. Das stelle ich mir total schwer vor.

Ja, die ganzen Strukturen verändern sich und das Leben ist zwar sehr viel länger, aber auch sehr viel eintöniger.

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2 Kommentare

  1. 11. November 2018 / 19:03

    Liebe Anabelle,

    vielen Dank für diese tolle Kurz-Rezension und das Interview mit Laura Kneidl! 🙂 Ich habe so lange überlegt, ob ich es lesen soll/will, weil ich in letzter Zeit einfach mit Fantasy kein Glück hatte und einige Bücher sogar abgebrochen habe… aber dann werde ich morgen wohl doch mal in der Buchhandlung meines Vertrauens vorbeischauen und mir “Die Krone der Dunkelheit” holen.

    Viele Grüße
    Lilli

  2. 14. November 2018 / 14:21

    Wow, toller Beitrag! Deine Eindrücke von dem Buch haben mir richtig Lust darauf gemacht es zu lesen. Jetzt muss es wohl doch schnell auf meinen Amazon-Wunschzettel und sobald ich die nächste Runde Bücher bestelle, kommt das auch mit. 😉

    Ich weiß, das passt jetzt vielleicht nicht unbedingt unter diesen Beitrag aber ich weiß nicht, wo ich sonst damit hin soll. Ich glaube, ich habe die Info darüber verpasst aber warum, wieso & weshalb hast du dein Logo geändert? 😉 Ich fand dein altes Logo immer total hübsch, aber auch das Neue sieht wieder gut aus. Ich bin nur ein klein wenig irritiert. 😉

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