Der Tunnel | Hans Leister

Der Tunnel | Hans Leister

Der Tunnel

Autor: Hans Leister
Verlag: Benevento
Erschienen am: 11. Oktober 2018
Seiten: 404
Preis: 20,00 € (Hardcover) / 15,99 € (E-Book)

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar.


Zum Inhalt

Es sollte eine normale Zugfahrt durch den Gotthardtunnel in die Schweiz werden. Doch dann kommt der Zug unerwartet zum Stehen. Das Zugpersonal geht vorerst von einer technischen Störung aus, doch schnell wird klar, dass das gesamte Strom- und Kommunikationsnetz zusammengebrochen ist. Für die 300 Passagiere an Bord beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – denn nun geht es ums Überleben.

Katastrophenszenario zum Miträtseln

Wenn ich keine Zeit zum Rezensieren habe und dann doch ein Rezensionsexemplar annehme, dann vermutlich, weil es sich dabei um eine postapokalyptische Geschichte bzw. um ein Katastrophenszenario handelt. Der Tunnel sprach mich inhaltlich so sehr an, dass ich das Buch einfach lesen musste. Als ich es dann begann, konnte ich es erst einmal nicht mehr zur Seite legen.

Hans Leister schafft es, Spannung ab der ersten Seite aufzubauen. Als der Zug einen Nothalt einlegen muss und plötzlich völlig von der Außenwelt ausgeschlossen ist, erfährt man als LeserIn nicht, was eigentlich passiert ist. Man ist somit genauso ratlos wie die Charaktere, aus deren Perspektiven abwechseln berichtet wird, und ist an einer Auflösung des Ganzen ebenso interessiert. Der Aufbau der gesamten Geschichte, die Entfaltung der Handlung und die Wahl der einzelnen Erzählperspektiven finde ich absolut gelungen. Mein persönliches Highlight ist die Schulklasse aus Berlin Wedding, die mit an Bord ist, da deren Schule sich genau an der U-Bahn-Haltestelle vor meiner alten Wohnung befindet – mal ganz abgesehen davon, dass durch die Schulklasse die unterschiedlichsten Figuren eine Handlung im Buch spielen. Von planlosen Lokführern über konservative alte Männer bis hin zu fluchenden Teenagern ist alles dabei.

Das ständige Miträtseln, was es mit der Katastrophe auf sich hat und das Mitfiebern im Kampf ums Überleben trifft vollkommen meinen Geschmack. Ob Serien wie The Walking Dead oder Videospiele wie Fallout – ich liebe solche Szenarien einfach und der Autor hat mit dem Aufbau des Plots für mich einen ganz besonderen Anreiz geschaffen. Dass ich das Buch meist im Zug gelesen habe und wir einmal ebenfalls mehrere Stunden nothalten mussten, hat den Nervenkitzel noch erhöht. Also auf jeden Fall eine empfehlenswerte Zuglektüre!

Leider flaut die Spannung in der zweiten Hälfte des Buchs etwas ab, um dann, meiner Meinung nach, ein viel zu überstürztes Ende zu finden. Während einige Szenen in der zweiten Hälfte in meinen Augen fast schon repetitiv sind, hätte ich mir bei den Geschehnissen zum Ende hin mehr Ausführlichkeit gewünscht. Ohne etwas vom Inhalt vorwegzunehmen, kann ich sagen, dass es sich um kein typisches Ende handelt. Das an sich finde ich großartig, jedoch wirkt auf mich alles sehr überstürzt, wodurch die Szenen gegen Ende Potential verschenkt haben.

Fazit

Der Tunnel von Hans Leister nicht nur überaus spannend, sondern auch originell umgesetzt. Die Kritik am überstürzten Ende sollte nicht davon abhalten, dieses Buch zu lesen, sondern vielmehr als Bitte um einen zweiten Teil verstanden werden, der das Geschehen noch einmal aufgreift und ausführlicher beschreibt – ich würde ihn lesen!

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