Spinster Girls: Was ist schon normal? – Holly Bourne

Spinster Girls: Was ist schon normal? – Holly Bourne

Auf einen Blick

Titel: Was ist schon normal? *
Autorin: Holly Bourne
Verlag: dtv
Erschienen am: 20.07.2018
Seiten: 416
Preis: 10,95 €

Ich habe das Buch kostenfrei als Rezensionsexemplar erhalten.

Zum Inhalt

Evie will nur eins: normal sein. Jetzt, wo sie fast keine Medikamente mehr braucht und zurück zur Schule gehen kann, ist sie so nah dran! Sogar ihr erstes Date steht kurz bevor. Nur sind Beziehungen einiges schwerer, als man denkt. Insbesondere die zu Jungs. Doch wie Evie lernt, lässt sich alles überstehen, wenn man nur die richtigen Freundinnen an der Seite stehen hat!

Von “Will ich das wirklich lesen?” zu einem meiner Jahres-Highlights

Interesse an Was ist schon normal? hatte ich hauptsächlich, da ich ein riesiger Fan von Moxie war und dachte, es handele sich dabei um ein ähnliches Buch, das sich mit Feminismus und Coming of Age auseinandersetzt. Letztendlich lag ich damit auch nicht falsch, jedoch behandelt es wesentlich mehr und im Vordergrund stehen nicht nur feministische Debatten, sondern vor allem eins: die Zwangsstörung der Protagonistin Evie.

Mir ist erst durch dieses Buch bewusst geworden, dass es das erste ist, in dem ich etwas über Zwangsstörungen lese und lerne. Und was mir dabei ganz besonders gut gefallen hat: Man lernt nicht nur etwas über Evies Waschzwang, sondern wird als Nicht-Betroffener auch sensibilisiert, was die Thematik angeht. Natürlich ist es für mich genau deshalb auch schwer, das Buch in Hinblick auf Authentizität zu beurteilen. Ich leide an keiner Zwangsstörung und kann deshalb nich sagen, ob die Darstellung der Autorin realistisch ist. So oder so hat das Buch jedoch dafür gesorgt, dass ich mich zum ersten Mal überhaupt wirklich mit der Thematik auseinandergesetzt habe – und das allein finde ich schon großartig.

“Mir ist erst durch dieses Buch bewusst geworden, dass es das erste ist, in dem ich etwas über Zwangsstörungen lese und lerne.”

Der Einstieg in das Buch ist mir dafür gar nicht so leicht gefallen. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Als ich die Leseprobe las, wollte ich das Rezensionsexemplar deshalb zuerst ablehnen – dann habe ich aber doch weitergelesen, weil mich Evie irgendwie nicht losließ. Nach einer Warmwerdephase war ich dann endgültig drin und finde mittlerweile, dass der Ton, in dem das Buch geschrieben ist, hundertprozentig zu Evie passt.

Evie und ihre Freundinnen Amber und Lottie sind für mich absolut greifbare Figuren und ich liebe die Freundschaft, die sich zwischen den dreien entwickeln. Sie unterstützen sich in jeder Hinsicht und diskutieren von Themen wie Liebe und Jungs bis hin zu Feminismus so ziemlich alles. Auch dabei konnte ich noch so manches lernen (siehe meinen Beitrag zum Thema Manic Pixie Dream Girl). Ich habe letztens mit einer Freundin über Bücher diskutiert, in denen tolle Frauenfreundschaften vorkommen – und uns sind erschreckend wenige eingefallen. Zwar ging es da vor allem ums Fantasy-Genre, trotzdem tut es gut, in Was ist schon normal? von so einem Dreiergespann zu lesen!

Das Beste – und gleichzeitig Traurigste – an dem Buch war für mich jedoch, wie sehr es einen mitnimmt. Nachdem ich anfangs ja so meine Probleme mit Evie und der Sprache hatte, litt ich im Laufe des Buches dafür umso mehr. Es tat mir wirklich weh, von ihren Problemen mit ihrer Krankheit zu lesen und durch die Sprache und den Aufbau des Buches war man so nah an ihr dran, dass man ihren Heilungs- sowie Krankheitsprozess förmlich spüren konnte. Es war dadurch, selbst als Außenstehende, wirklich nicht immer leicht zu lesen – aber genau das macht die Geschichte in meinen Augen so besonders und wertvoll.

Fazit

Was ist schon normal? ist ein großartiges Jugendbuch, das sensibilisiert und sich mit mehr als nur Liebe und der Suche nach dem ersten Freund beschäftigt. Ich freue mich schon wahnsinnig auf Band 2 und darauf, mehr über Evies Freundin Amber zu erfahren!

* Hierbei handelt es sich um einen Affiliate-Link.

1 Kommentar

  1. Levi
    23. Juli 2018 / 21:24

    Hey Anabelle,
    Ich habe das Buch vor zwei oder drei Wochen auf Englisch gelesen und kann so gut nachvollziehen, was du meinst. Der Erzählstil ist etwas, an das man sich erstmal gewöhnen muss, aber sobald man einmal drin ist, kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Mir hat das Buch auch wahnsinnig gut gefallen, weil es so viele wichtige Botschaften enthält. Besonders den Abschnitt »Solidarity. That’s what girls need more of. Solidarity.« (Pos. 624) habe ich innerlich einfach so bejubelt.
    Die Freundschaft zwischen den Dreien war einfach nur toll und hat mich so unglaublich dazu motiviert, eine Geschichte zu schreiben, in der die Freundschaft zwischen den Protagonistinnen der wichtigste Bestandteil ist. Einfach weil es sowas tatsächlich viel zu wenig gibt.
    Ich freu mich auch schon riesig auf Band 2!

    Ganz liebe Grüße,
    Levi

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