Gone Viking – Helen Russell

Gone Viking – Helen Russell

Auf einen Blick

Titel: Gone Viking *
Autorin: Helen Russell
Erschienen: 19. April 2018
Verlag: Ebury Press
Seiten: 368
Preis: 7,99 € (Taschenbuch)

Das Buch ist bisher noch nicht auf Deutsch erschienen. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Zum Inhalt

Alice Ray hat alles im Griff. Immer. So sehr, dass ihre Schwester Melissa – zu Recht – Sorgen macht. Als Alice sich auf der Arbeit dann so richtig blamiert, erreicht Melissa endlich ihr Ziel und schafft es, Alice für eine Weile aus ihrem Alltagstrott loszureißen. Doch während sich Alice einen entspannenden Wellness-Urlaub erhofft, hat Melissa andere Pläne: Sie entführt ihre Schwester auf ein “How to be Viking”-Camp nach Dänemark – ohne jeglichen Luxus. Wie sich herausstellt, ist es genau das, was Alice braucht – auch wenn sie einige Hindernisse überwinden muss, um sich das einzugestehen.

Wait, das ist ja gar kein Chick-Lit

Der Grund, weshalb ich Gone Viking lesen wollte, ist ziemlich simpel: Ich habe mich von dem verleiten lassen, das ich eigentlich so gar nicht mag – Vergleiche. Der neue Roman von Helen Russell wurde nämlich mit Romanen von Sophie Kinsella verglichen. Während ich Chick-Lit in der Regel meide, konnte mich Kinsellas My Not So Perfect Life vor Kurzem noch total überzeugen. Daher wollte ich Gone Viking dann auch eine Chance geben.

Recht schnell habe ich dann herausgefunden, dass ich mit der völlig falschen Erwartungshaltung an den Roman herangegangen bin. Die Autorin hat keine Chick-Lit und keinen Liebesroman geschrieben. Die einzige Liebesgeschichte, die man verfolgt, ist die zwischen der Protagonistin Alice und dem Leben. On-Off-Beziehungen und ähnliches sucht man in diesem Buch vergebens. Vielmehr begleitet man Alice auf ihrer Reise zu sich selbst und zurück zu ihrer Schwester, von der sie sich in den letzten Jahren entfernt hat.

Alice hat mich – leider – ein wenig an mich im vergangenen Jahr erinnert. Ihre Reise zum inneren Wikinger an meine Reise nach Irland. Sie muss alles unter Kontrolle haben, im Job wie beruflich, und realisiert dadurch nicht, wie sehr sie sich selbst kaputtarbeitet. Vermutlich ist das auch der Grund für die etlichen Post-its in meiner Ausgabe, da ich mir die meisten Botschaften wohl noch das ein oder andere Mal laut vorsagen sollte. Abgesehen von der Message des Buchs, den Dingen einfach mal ihren Lauf zu lassen, hat mir auch die Frauenpower richtig gut gefallen – und mit der habe ich mit meiner Erwartung an Chick-Lit nun so gar nicht gerechnet. Die weiblichen Charaktere dominieren dieses Buch und da es so gut wie keine Liebes-Side-Plots gibt, stehen die Beziehungen der Frauen zueinander deutlich im Vordergrund. Am besten hat mir dabei gefallen, wie die Charaktere durch ihren “Urlaub” nicht nur lernen, sich selbst zu akzeptieren, sondern auch sich gegenseitig zu unterstützen – ohne Neid oder negative Vergleiche.

Was mir an dem Buch weniger gefallen hat, ist das Tempo. Dieses ist mir insgesamt leider zu langsam und die Handlung scheint der Message des Buches an vielen Stellen untergeordnet. Das liegt sicher auch daran, dass Protagonistin Alice in ihren Mustern so festgefahren ist, dass es eine ganze Weile dauert, bis sie lernt, Veränderungen zuzulassen. Meiner Meinung nach hätte man das Buch aber um gut 100 Seiten kürzen können, ohne dass es dem Plot geschadet hätte. So mag ich den Inhalt und die Message hinter der Geschichte sehr, habe aber recht lange für den Roman gebraucht, da er häufig einfach nicht zum Weiterblättern mitgerissen hat.

Fazit

Mir hat Gone Viking trotz der Längen gut gefallen und ich habe mich beim Lesen gefühlt, als hätte ich einen Artikel der Zeitschrift Flow in Überlänge in der Hand. Meiner Meinung nach passt der Vergleich mit Sophie Kinsella nicht wirklich, aber das ist absolut kein Nachteil für das Buch.

Übrigens, wer sich an dem Helm auf dem Cover stört: mit diesem Klischee wird gleich zu Beginn des Romans aufgeräumt.

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1 Kommentar

  1. 14. Mai 2018 / 14:31

    Ein tolle Rezension!

    Das Buch klingt sehr interessant und richtig gut! Sophie Kinsella mag ich auch sehr – wobei ich es auch schwierig finde, Romane mit ihren zu vergleichen, sie hat einfach ihren eigenen Stil zu erzählen.

    Viele liebe Grüße
    Juliane

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