rainbowboooksIch erinnere mich daran, dass mein Papa in mein Freundschaftsbuch schrieb. Bei “Was ich hasse” stand ein Wort, das ich nicht kannte. Intoleranz. Ich erinnere mich daran, dass er sich die Zeit nahm, mir das Wort zu erklären.

Ich erinnere mich daran, dass meine Mama, die Bücher und Worte in mein Leben brachte, mir Lesestoff gab, in dem auch gleichgeschlechtliche Liebe eine Rolle spielte.

Ich erinnere mich daran, dass sie mir am Küchentisch sitzend einmal sagte, es mache keinen Unterschied, ob ich später einen Mann oder eine Frau mit nach Hause brächte.

Ich erinnere mich daran, dass das alles so einfach war. Einfach ist.

Und ich verstehe nicht, wieso es nicht überall so sein kann.

IMG_1812“Die Jugend und ihre Hobbys.”
So beginnt der Artikel von Oliver Jungen, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Kurz nach der LitBlog Convention, von der ich hier schon berichtet habe. Verlinken kann ich den Artikel leider nicht, da es ihn nur in der Print-Ausgabe gibt. Daher nur einzelne Ausschnitte, auf die ich näher eingehen möchte. Chronologisch, so wie sie mir entgegengesprungen sind.
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_MG_4777Klingt einfach, oder?
Und das war es auch mal, vor ein paar Jahren, als schwere Entscheidungen daraus bestanden, ob man Glumanda, Bisasam oder doch lieber Schiggy wählt. Heute ziert dieser Spruch etliche Wohnzimmerwände, begegnet mir auf Instagram und Pinterest und jedes Mal denke ich “Ja!”. Ja – und weiter?
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Es sieht mir nicht ähnlich zurückzuschauen. Ich gehe lieber geradeaus. Nach vorn. Das Leben ist wie ein Baum, es will wachsen. In alle möglichen Richtungen. Die Äste ausstrecken. Manche Blätter etwas früher, die anderen etwas später fallen lassen. Doch immer wachsen und wachsen. Das kann es nicht, wenn man immer nah an den Wurzeln bleiben will. Deshalb schaue ich nicht zurück, versuche Neues zu entdecken und an die Zukunft statt an die Vergangenheit zu denken.

Doch heute ist einer dieser Tage, an dem ich die Baumkrone am liebsten einmal nach unten beugen würde, den Wurzeln entgegen. An dem ich Sehnsucht spüre nach dem Vergangenen. Vermisse die Gesichter, die mehr und mehr wie eine blasse Erinnerung scheinen. Die Baumkrone neigen, einfach nur für einen Tag. Eine Weile das spüren, was ich früher gespürt habe. Die Gesichter noch einmal klar und deutlich sehen. Vertrautheit, Vergangenheit. Doch man hat nur zwei Möglichkeiten: Bei der Wurzel bleiben, klein bleiben, nicht wachsen. Oder wachsen, so hoch und so breit wie möglich, ohne zurückzuschauen.

Zwei Möglichkeiten, aber immer eine Wahl.