Trivid: Die Klon-Verschwörung – Mein Einstieg in das Perryversum

Perry Rhodan Trivid

Auf einen Blick

Titel: Perry Rhodan – Trivid: Die Klon-Verschwörung (Band 1-6)
Autoren: Christian Montillon und Oliver Fröhlich
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 19. Januar 2017
Seiten: 448
Preis: 7,99 € (E-Book)

Klappentext

Es ist ein unheimliches Verbrechen: Eine unbekannte Frau wird entführt und für die Kamera »präpariert« – und dann schickt der Verbrecher eine Botschaft über Trivid, das dreidimensionale Video. Ihr Empfänger: Perry Rhodan.
Doch was haben der erfahrene Raumfahrer Perry Rhodan und die Trivid-Künstlerin Lian Taupin mit diesem Fall zu tun? Weshalb zieht sie der Entführer in einen Strudel aus Gewalt und Erpressung hinein?
Lian Taupin will das Rätsel lösen, ebenso Perry Rhodan. Gemeinsam reisen die beiden zum Mars, dann zu einer Raumstation. Von dort werden die Trivid-Sendungen zu den einzelnen Planeten ausgestrahlt, hier hoffen sie auf weitere Hinweise.
Doch die beiden treffen auf einen eiskalten Killer, der mit einem fiesen Attentat reagiert …
(Quelle)

Ohne Vorwissen ins Perryversum

Gleich vorweg: Das hier wird keine gewöhnliche Rezension, sondern soll viel eher die Leseerfahrung meines ersten Perry-Rhodan-Romans beschreiben. Als Sci-Fi-Fan stolpert man früher oder später unvermeidlich über Perry Rhodan. Ich bin schon vor einer ganzen Weile auf ihn gestoßen, hauptsächlich, da Audible mir immer dann, wenn ich Sci-Fi-Tipps wollte, Perry Rhodan empfohlen hat. Trotzdem habe ich bisher einen großen Bogen darum gemacht. Immerhin ist die ganze Storyline ja schon älter und wenn man jetzt in die Geschichte einsteigen wollte, müsste man ganz von vorne beginnen. Also 3000 Hefte zuvor. Richtig?

Falsch. Herausgefunden habe ich das auch nur, da eine E-Mail in meinem Postfach landete, ob ich nicht Lust hätte, mal etwas von Perry Rhodan zu lesen. Für Unwissende wie mich sei ein Einstieg mit Trivid optimal geeignet – also dachte ich, probiere ich es einfach einmal und schließe diese Wissenslücke.

Wie zu erwarten hält sich Trivid nicht mit Erklärungen auf, immerhin kennt – abgesehen von mir – ja so ziemlich jeder den Helden Perry Rhodan. Der Einstieg fiel mir dennoch ziemlich leicht, da ich ohnehin kein Fan langer Einleitungen und Erklärungen bin. Die Handlung an sich konnte ich also relativ problemlos nachvollziehen, ein wenig anders sah es mit dem Setting und World Building aus. Nach den ersten paar Kapiteln habe ich mir das Perrypedia zu Gemüte geführt (ja, so etwas gibt es), da ich nicht einmal wusste, dass Perry quasi unsterblich ist. So ganz ohne Vorwissen ist Trivid stellenweise dann doch ziemlich verwirrend.

Aber kommen wir zur Handlung und den Charakteren selbst. Rückblickend wäre ein anderes Heft zum Einstieg ins Perryversum vermutlich besser gewesen als Trivid, da man hier recht wenig über Perry Rhodan selbst erfährt. Er wirkte während des Handlungsverlaufs auf mich leider recht flach und unscheinbar. Das lag sicher auch daran, dass sich das Buch überwiegend um seine Begleitung Lian drehte, deren Herkunft es herauszufinden galt. An dieser Stelle muss ich auch einfach den Titel des Buchs kritisieren. Ich halte meine Besprechungen ja in der Regel spoilerfrei, allerdings verrät Die Klon-Verschwörung nun einmal schon, um was es geht, bevor man überhaupt mit dem Lesen anfängt. Das große “Rätsel”, mit dem sich Perry zu Beginn konfrontiert sieht, ist für den Leser somit überhaupt keins, was die Spannung am Anfang leider enorm dämpft.

Die Kampfszenen und der restliche Handlungsverlauf machen dies wieder wett, allerdings hatte ich auch hier das Gefühl, Perry und Lian nie besonders nahe zu sein. Perry spielte in meinen Augen die meiste Zeit den Beschützer – unkaputtbar aber überwiegend passiv –, während mir Lian im Laufe der Handlung leider immer unsympathischer wurde.
Die Geschichte spielt ein gutes Stück in der Zukunft, aber Lians Ansichten, besonders gegenüber Geschlechterrollen, könnten teilweise auch aus den Fünfzigern stammen. Das negativ konnotierte “wie ein Mädchen”, wenn Lian zu schwach oder zu ängstlich ist, bewirkt bei mir, dass ich eine Figur als negativ und sexistisch wahrnehme. Die Intention der Autoren schien jedoch viel eher, Lian als Sympathieträger der Geschichte einzuführen. Das alles hat das gewaltige Universum, in dem die Charaktere sich bewegen, leider etwas überschattet.

Fazit

Ich glaube, dass das World-Building, das sich ja schon über Jahre hinwegzieht, großartig ist und sehr viel Potential für spannende Geschichten bereithält und verstehe auch, wieso es so viele Fans der Rhodan-Serie gibt. Für mich persönlich war Trivid jedoch leider der falsche Einstieg und ich konnte den Charakteren zu wenig abgewinnen, um bei dem Buch weiterblättern zu wollen.

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