Oktoberblüten [10/17]: Der Lesemonat der Rereads

Berühre mich nicht Laura Kneidl

Aber Anabelle, es ist schon fast wieder November!
Ja, ich weiß. Aber da ich aktuell kaum zum Rezensieren komme, wollte ich meine Oktoberbücher zumindest hier kurz festhalten. Interessanterweise waren ganze vier Rereads dabei. Ich lese Bücher in der Regel nie doppelt und habe keine Ahnung, was im Oktober los war. Ich kenne es von mir sonst nur bei Serien und Filmen, dass ich in stressigen Phasen nichts Neues gucken kann, sondern die alten Lieblinge noch einmal auspacke – diesmal also auch bei Büchern.

Lesemonat


Schlagfertigkeitsqueen – Nicole Staudinger

Klappentext

Wer kennt sie nicht – Situationen, in denen unsere Schlagfertigkeit gefragt ist, uns die passende Antwort aber wieder mal erst drei Stunden später einfällt. Besonders wir Frauen leiden oft unter der ungewollten Sprachlosigkeit, denn, Hand aufs Herz: Durchsetzungsfähigkeit und Schlagfertigkeit gelten in unserer Gesellschaft nach wie vor als typisch männliche Eigenschaften. Was für uns Damen bleibt? Nett lächeln und Zurückhaltung üben. Doch genau damit macht Nicole Staudinger jetzt Schluss! Die zertifizierte Trainerin analysiert alltägliche Kommunikationssituationen, zeigt Stolperfallen in unserem Verhalten auf und nennt Tipps und Tricks für ein schlagfertiges und selbstbewusstes Auftreten. Damit verschlägt uns in Zukunft so schnell nichts mehr die Sprache!
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Ich muss gestehen, dass ich mir bei diesem Buch sehr unsicher war, ob ich es lesen möchte. Das Cover ist knallpink und zeigt die Silhouette einer Frau in Kleid, Krönchen und Boxhandschuhen. Rein von der Optik her nicht unbedingt ein Buch, zu dem ich greifen würde. Umso überraschter war ich dann aber, als das Buch plötzlich auf feministische Debatten aufmerksam machte! Die Autorin betont gleich zu Beginn, dass sie in dem Buch mit Klischees spielen wird, sodass ich als Leserin wusste, worauf ich mich einlasse. Mich hat Nicole Staudingers Humor jedoch völlig überzeugen können – trotz der Klischees.
Klar ist: Nur durch Lesen des Buches wird man kein schlagfertiger Mensch. Das Buch stellt jedoch einige Alltagsszenarien vor, in denen Schlagfertigkeit gefordert ist, und führt seine Leserinnen exemplarisch durch diese Situationen. Bei den üblichen Sticheleien im Alltags- und Berufsleben hilft es somit auf jeden Fall.


Shadow and Bone – Leigh Bardugo

Klappentext
Alina ist eine einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Unscheinbar und still lebt sie im Schatten ihres Kindheitsfreunds Maljen, dem erfolgreichen Fährtenleser und Frauenschwarm. Keiner darf wissen, dass sie heimlich in ihn verliebt ist, am allerwenigsten er selbst. Erst als sie ihm bei einem Überfall auf unerklärliche Weise das Leben rettet, ändert sich Alinas Dasein auf einen Schlag. Man munkelt, sie hätte übermenschliche Kräfte, und nicht zuletzt der Zar selbst wird nun auf sie aufmerksam …
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Bevor es ins Ausland geht und ich mein Bücherregal zurücklasse, wollte ich unbedingt noch die Grischa-Trilogie und Six of Crows lesen. Shadow and Bone, zu Deutsch: Grischa – Goldene Flammen, war ein Reread. Ich habe Teil 1 bereits letztes Jahr auf Deutsch gelesen. Ich fand Band 1 auch beim zweiten Lesen gut, aber nicht überragend, was wohl auch erklärt, wieso ich letztes Mal nicht gleich weitergelesen habe.

 

Literaturbloggerbuch – Linus Giese

Klappentext

Schritt für Schritt zum Literaturblog – Mit Leidenschaft zum Erfolg
Mit dem “Literaturbloggerbuch” kann jeder lernen, erfolgreich einen eigenen Literaturblog zu betreiben. Das Buch wendet sich an Anfänger aber auch an Fortgeschrittene und informiert über eine Vielzahl an Themen: von technischen Aspekten, über Rechtsfragen bis hin zu den Möglichkeiten, mit einem Literaturblog Geld zu verdienen. Das Buch zeigt dir, wie es geht. Es wirft außerdem einen Blick hinter die Kulissen einiger der bekanntesten Buchblogs und stellt deren Macher und Macherinnen vor.
Mit spannenden und informativen Gastbeiträgen von: Tilman Winterling (Rechtssicher bloggen), Ramona Böhm (Suchmaschinenmarketing), Simone Dalbert (Affiliate Programme) und Ilke von buchgeschichtenx (BookTube).
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Das Literaturbloggerbuch habe ich mir vor Ewigkeiten schon einmal gekauft, hauptsächlich, weil ich Linus sehr schätze und unterstützen wollte. Nun habe ich endlich einmal reingeschaut, weil ich zu der Zeit nicht allzu zufrieden mit meinem Blog war und dachte, dass ein paar Tipps sicherlich nicht schaden können. Ich kann das Buch allen Blog-Neulingen nur ans Herz legen! Retrospektiv hätte mir ein solches Buch sicher einige Trial-and-Error-Erfahrungen erspart. Fortgeschrittenere Blogger finden vermutlich nicht sehr viel Neues, allerdings wird das Buch immer wieder durch kleine Interviews unterbrochen, die ich sehr interessant fand und darüber hinaus motiviert es einfach, sich wieder mit dem eigenen Blog auseinanderzusetzen.


Siege and Storm – Leigh Bardugo

Klappentext

Nur weg aus Rawka – das ist Alinas und Maljens einziger Gedanke nach dem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen. Doch selbst an ihrem Zufluchtsort jenseits der Wahren See erreichen sie die Gerüchte: Der Dunkle habe das Gefecht auf der Schattenflur überlebt und strebe nach dem Zarenthron. Und er wird nicht ruhen, bis er Alina gefunden hat. Denn um seine Macht ins Unermessliche zu steigern, braucht er ihre Hilfe – ob freiwillig oder nicht.
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Während ich Teil 1 schon nicht überragend fand, musste ich mich bei Teil 2 stellenweise sehr zusammenreißen, um Protagonistin Alina nicht wüste Beschimpfungen an den Kopf zu werfen. Ich weiß, die Reihe hat unglaublich viele Fans und was die von Leigh Bardugo erschaffene Welt angeht, kann ich das auch absolut nachvollziehen – aber Alina? Sie ging mir die meiste Zeit einfach nur auf die Nerven. 
Gerettet haben das Nebencharaktere wie Nikolai, nur konnte ich als Leserin leider nicht auswählen, welche Charaktere ich weiterverfolgen möchte. Also hab ich’s halt mit Alina durchgestanden.

Siege and Storm Leigh Bardugo
Die Stadt der träumenden Bücher – Walter Moers

Klappentext

Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher … Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Nur wer bereit ist, derartige Risiken in Kauf zu nehmen, möge dem Autor folgen. Allen anderen wünschen wir ein gesundes, aber todlangweiliges Leben!
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Noch ein Reread! Die Stadt der träumenden Bücher ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Mit Abstand! Wenn ihr Fantasy mögt und auch nur leicht bibliophil angehaucht seid, dann lest dieses Buch! Dieses Mal habe ich zur Audioversion gegriffen. Ich war etwas kritisch, als ich gesehen habe, dass Dirk Bach den Roman eingesprochen hat. Aber meine Sorge war völlig unbegründet, er war perfekt für diese Rolle! Ich glaube, ich kann mir Hildegunsts Stimme nun gar nicht mehr anders vorstellen.
Falls ihr also noch nach Hörbuchtipps sucht, schaut euch dieses unbedingt einmal an!


Das Erwachen des Feuers – Anthony Ryan

Klappentext

Im riesigen Gebiet von Mandinorien gilt Drachenblut als das wertvollste Gut. Rote, grüne, blaue und schwarze Drachen werden gejagt, um an ihr Blut zu kommen. Das daraus gewonnene Elixier verleiht den wenigen Gesegneten übernatürliche Kräfte. Doch das letzte Zeitalter der Drachen neigt sich seinem Ende zu.
Kaum jemand kennt die Wahrheit: Die Drachen werden immer weniger und schwächer. Sollten sie aussterben, wäre ein Krieg Mandinoriens mit dem benachbarten Corvantinischen Kaiserreich unausweichlich. Alle Hoffnung des Drachenblut-Syndikats beruht auf einem Gerücht, nach dem es eine weitere Drachenart gibt, die weitaus mächtiger ist als alle anderen. Claydon Torcreek, ein Dieb und unregistrierter Blutgesegneter, wird von der obersten Herrschergilde in das wilde, unerforschte Inland geschickt, um einem Geschöpf nachzuspüren, das er selbst für reine Legende hält: dem weißen Drachen.
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Zu einem der gelesenen Bücher habe ich es dann doch geschafft, eine Rezension zu verfassen. Dieser habe ich auch eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Mit Das Erwachen des Feuers habe ich auf jeden Fall ein neues Jahreshighlight in der Fantasy. Ich bin wahnsinnig gespannt auf Band 2 und überlege aktuell, ob ich meinen inneren Monk besiege und den zweiten Teil einfach auf Englisch hole. Auch wenn es im Regal dann nicht so schön zusammenpasst.


Berühre mich. Nicht. – Laura Kneidl

Klappentext

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint, und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt dies ihr Herz gefährlich schneller schlagen …
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Sagt Hallo zum fotogensten Buch des Jahres! Ernsthaft, Instagram ist voll davon. Zum Glück kann der Inhalt meiner Meinung nach mit der Aufmachung mithalten. Ich bin ja nicht der größte Fan von New Adult und daher eigentlich nicht einmal die richtige Zielgruppe. Berühre mich. Nicht. hat mir allerdings richtig gut gefallen, da es eine wichtige Thematik wie Angststörung thematisiert und – dafür bitte einen großen Applaus – ohne den typischen Bad Boy auskommt! Der Kerl in diesem Buch mag sogar Bücher! Aus meiner Sicht also eine ganz klare Empfehlung, auch wenn euch das Ende verzweifelt zurücklassen wird und euch bis Januar nichts anderes übrig bleibt, als zu warten. Aber in der Zeit könnt ihr ja immerhin das schöne Cover anstarren.


Harry Potter und der Stein der Weisen – J. K. Rowling

Klappentext

Braucht ihr hierfür ernsthaft einen Klappentext?

Zum Buch brauche ich euch ja wohl nichts erzählen, oder? Also erzähle ich euch jetzt einfach, wie es zu dem Reread kam. Ich nehme mir seit etwa zwei Jahren vor, Harry Potter noch einmal zu lesen. Die Filme gucke ich jedes Jahr in der Weihnachtszeit, wenn ich krank bin, wenn ich keine Lust auf lernen habe oder auch einfach, wenn ich einen Film gucken möchte. Die Bücher habe ich jedoch seit Jahren nicht mehr gelesen. Ich mochte Rereads nie, da schließlich ständig neue Bücher erscheinen, die ich auch noch lesen möchte – wieso also die Zeit mit bereits Bekanntem verschwenden?
Ja, und dann war Harry-Potter-Quizabend. Und ich habe kläglich versagt. Als Potterhead, noch dazu als weiser Ravenclaw, hat mich das ziemlich in meinem Stolz verletzt, also habe ich nun doch wieder audible und höre die Hörbücher von Stephen Fry. Beim ersten Teil habe ich dann gleich dreimal geheult. Einfach so, weil es so schön war und die ganzen Kindheitserinnerungen hochkamen an die Zeit, in der ich die Zaubersprüche in neu gelernten Druckbuchstaben niedergeschrieben und auswendig gelernt habe. Ich muss meine Meinung also revidieren: Mit den richtigen Büchern sind Rereads alles andere als verschwendete Zeit.  

Harry Potter illustriert

Das war mein Lesemonat Oktober!
Kennt ihr eines der Bücher? Also abgesehen von Harry Potter, das setze ich mal voraus. Und wie steht ihr zu Rereads?

4 Comments

  1. 15. November 2017 / 13:43

    Liebe Anabelle,
    ein toller Lesemonat!
    Die Grischa Reihe habe ich noch vor mir, bin sehr gespannt.
    Eigentlich wollte ich sie unbedingt vor Das Lied der Krähen lesen, aber auf das bin ich sooo neugierig!
    Mal gucken ob ich es noch warten lassen kann.
    Berühre mich. Nicht ist ja aktuell echt überall zu sehen, das muss ich mir demnächst unbedingt kaufen.
    Die Schlagfertigkeitsqueen befindet sich glaube ich auf meiner WuLi, schade dass solche Bücher mit solchen Covern oft einen falschen Eindruck erzeugen.
    Die Stadt der träumenden Bücher habe ich neulich mal begonnen und mich direkt sehr wohl gefühlt, dann kamen tausend andere Bücher dazwischen und jetzt wartet es und wartet es, shame on me.
    Ich bin auch sehr gespannt auf das Comic, das ich mir ganz bald zulegen muss.

    Liebe Grüße,
    Nicci

  2. Mewa
    15. November 2017 / 18:26

    Ich muss sagen, so schlimm fand ich Alina gar nicht – was mich echt überrascht, weil normal nerven mich alle Protas aus der YA Fantasy/Dystopy Sparte xD Sie war mir einfach egal. Mir war eigentlich die ganze Reihe ziemlich egal – fand sie, genau wie du, nicht überragend und habe sie nur gelesen, um mit Six of Crows anfangen zu können (was ich immer noch nicht getan hab … *hust*)
    Wobei ich mich unheimlich mega freue, dass es eine Reihe zu Nikolai geben wird! Dazu vielleicht noch eine Vorgeschichte zum Dunkeln und all meine Wünsche sind erfüllt. xD (Es gibt tatsächlich eine Mini-Vorgeschichte, aber die ist viel zu kurz für so einen komplexen Charakter.)
    Aber, um fair zu sein, das Ende von der Grisha-Trilogie ist dennoch wirklich gelungen. Find ich zumindest 🙂

    Ich bin so unentschlossen mit Berühre mich. Nicht ^^’ Ich habe jetzt vor Kurzem Begin Again ausprobiert, aber das fand ich so schlecht, dass ich es abgebrochen habe. Nun vergleichen aber viele dieses Buch mit das von Laura Kneidl – hmm. Vielleicht setzt ich mich mal in die Buchhandlung und lese es dort probe. Neugierig bin ich schon.

    Und ich liebe ReReads. Ich rereade vor allem gern, um zu reflektieren, wie ich mich als Person verändert habe. Das fiel mir vor allem bei meinem 3. ReRead von meiner Jugendliebe Looking for Alaska auf. Außerdem ist es wie alte Erinnerungen zu wecken und total das schöne Nostalgiegefühl. Vor allem eben bei solchen Büchern wie Harry Potter!

  3. 15. November 2017 / 19:07

    Hallo Annabelle,

    “Berühre mich. Nicht.” habe ich mir diese Woche bestellt. Ich wollte mir auch ein Bild vom Hype machen. Und das Cover hat mich tatsächlich auch sehr angesprochen.

    Kann es sein, dass sich ein kleiner Fehler eingeschlichen hat? Ich habe das “Literaturbloggerbuch” auch gelesen und m.E. ist es von Mara (und nicht Linus 😉 ) Giese.

    Viele Grüße,

    Steffi von http://www.glimrende.de

    • Anabelle 15. November 2017 / 21:03

      Hallo Steffi,

      ich hoffe, „Berühre mich. Nicht.“ kann dich auch überzeugen!
      Danke für den Hinweis, aber das war Absicht. Der neue Name ist Linus. 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

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