NaNoWriMo – Schreibtipps von Autoren

Vor genau vier Tagen startete der diesjährige NaNoWriMo – National Novel Writing Month. Für alle Teilnehmer habe ich heute ein paar Schreibtipps von Autoren zusammengetragen, die euch hoffentlich zum Durchhalten motivieren und eine Hilfe bei Schreibproblemen sind.

Ein großes Dankeschön an alle Autoren und Autorinnen, die mir bei dem Beitrag geholfen haben! Ich schätze eure Arbeit sehr und ihr seid mir eine tägliche Inspiration.


Amie Kaufman – Ko-Autorin der Illuminae-Akten *

I think even a tiny bit of routine can be incredibly valuable to your writing! Best of all is to have something portable, so you can write wherever you are. It could be a song you always play before you start, so your brain knows it’s time to get in gear, or a special pen you only use for writing, or just a few words you say to yourself.
Whatever it is, make it easy – it should be a help, not a barrier.

Übersetzung: Ich denke, schon eine kleine Routine kann unglaublich wertvoll für dein Schreiben sein! Am Besten ist es, etwas Ortsunabhängiges zu haben, sodass du schreiben kannst, ganz egal wo du dich befindest. Das könnte zum Beispiel ein Song sein, den du immer spielst, bevor du mit dem Schreiben beginnst, sodass dein Gehirn weiß, dass es losgeht, oder ein bestimmter Stift, den du nur fürs Schreiben nutzt, oder einfach ein paar Worte, die du zu dir selbst sagst.
Was auch immer es ist, mach es simpel – es sollte eine Hilfe sein, kein Hindernis.

 

Tom Orgel – Teil des Autorenduos T. S. Orgel –
Die Blausteinkriege * 

Das Wichtigste an deiner Geschichte ist, deinen Leser zu unterhalten. Es ist wundervoll, gedrechselte Worte zu schmieden, grandios, die perfekte Beschreibung zu schaffen, bewunderungswürdig, tiefe Gedanken zu schürfen. Es ist genauso gut, den Leser zum Denken anzuregen, zum Lachen oder zum Weinen zu bringen, wie es ist, ihm zu ermöglichen, in andere Köpfe und andere Welten zu entfliehen. Aber all das ist nichts wert, wenn du deinen Leser nicht unterhältst. Nichts ist so schlimm, wie deinen Leser zu langweilen. Tu. Es. Nicht. Nichts, was du schreibst, egal wie tiefschürfend oder eloquent, hat einen Wert, wenn es deinen Leser nicht fesselt. Dann, nur dann hast du umsonst gearbeitet.

 

Claudia BalzerClaudia Balzer – Autorin der Burn for Love *-Reihe

Persönlich war ich noch nie eine Teilnehmerin beim NaNo. Doch kenne ich es, dass man in einem Monat 50.000 Wörter und mehr schaffen kann oder sogar muss. Ich liebe den Gedanken hinter NaNo, aber ich hasse Konkurrenzdenken. Das wäre auch mein größter Tipp. Vergleich dich nicht mit anderen, sondern konzentriere dich auf dein Projekt und freue dich über deinen Fortschritt und gönne den anderen ihren eigenen Erfolg. Vergleichen bringt nichts. Du willst deiner Stimme Ausdruck verleihen und nicht wie eine Kopie anderer klingen. Der Schreibprozess ist eines der wenigen Dinge, bei dem “Sehe über den Tellerrand hinaus” absolut fehl am Platz ist. Löffle deine Suppe. Sie hat die Zutaten, die du liebst und gerne schmeckst.

 

Benjamin Spang – Autor von Blut gegen Blut *

1. Vorbereitung ist alles.

Wer einen Roman im NaNo einfach so runterschreiben will, muss vorher wissen, was er da eigentlich schreibt. Bei Planern wie mir muss vorher z. B. der Plot stehen. Andere planen die Handlung nur grob vor und gucken, wo sie die Reise hinführt. In jedem Falle ist es ratsam, sich vorzubereiten, um nicht im November ratlos vor seinem Manuskript zu sitzen und nicht vorwärts zu kommen.

2. Vorausschauend planen.

Wer im Oktober wahllos Termine für November macht, muss sich nicht wundern, wenn der Wordcount darunter leidet. Also vorher wissen, was im November alles ansteht und wenn möglich Termine verlegen oder größere Vorhaben verschieben. Wenn beides nicht geht, gucken, dass man an anderen Tagen die Zeit wieder „gutmachen“ kann.

3. Die Erstfassung darf schlecht sein!

Beim Schreiben im NaNo nicht zu sehr in Details verlieren sondern den Mist einfach runtersauen. Figuren können noch Platzhalternamen wie „Dieter“ oder „Ingeborg“ haben und es ist voll okay, dass du dich z. B. erstmal auf den Sehsinn der Charaktere beschränkst. In der Überarbeitung kannst du dann noch andere Sinne mit einbringen und allgemein die Atmosphäre durch mehr Beschreibung verdichten. Die Erstfassung muss erst einmal grob runtergeschrieben sein, denn eine leere Seite kannst du schließlich nicht überarbeiten!

4. Auch kleine Schritte führen ans Ziel.

Wenn du weißt, dass du heute z. B. nur 15 Minuten schreiben kannst: Tu es! Lass dich nicht demotivieren, dass du heute weniger Zeit als sonst für dein Manuskript hast.

5. „Tote Zeiten“ nutzen.

Damit meine ich z. B. die Zeit mit dem Bus oder der Bahn zur Arbeit. Bist du lange unterwegs? Pack dein Laptop oder dein Smartphone aus und schreibe.
eachte dabei die Punkte 3 und 4 :-).

 

Marie Graßhoff – Autorin von Die Schöpfer der Wolken*

Den NaNoWriMo immer und immer wieder bestreitend – egal ob als Studentin, Vollzeitangestellte oder Selbstständige – habe ich in 8 Jahren gelernt, dass es beim Schreiben vor allem auf eins ankommt: Anfangen.
Und ja, das ist manchmal verdammt schwer.

Sich hinsetzen und kreieren, allein dieser Beginn kann kräftezehrend sein. Die ersten Worte sind schwer, der erste Satz, der erste Absatz, die erste Seite vielleicht. Aber irgendwann, wenn du anfängst und nicht wieder aufhörst, wird es leichter. Bis plötzlich alles Denken wegfällt und man einfach nur schreibt. Fließt. Zusammen mit den Worten. Und plötzlich bist du unbesiegbar.

Neil Gaiman hat gesagt: „This is how you do it: you sit down at the keyboard and you put one word after another until its done. It’s that easy, and that hard.”

Mein NaNoWriMo und Schreibtipp für alle da draußen ist also ganz simpel: Hinsetzen und anfangen. Der Rest kommt von allein.

 

Das waren die Schreibtipps von den Autoren. Habt ihr etwas zu ergänzen? Wie motiviert ihr euch, täglich zu schreiben und was sind eure Geheimtipps für den NaNoWriMo?

* Affiliate-Links. Mehr dazu im Transparenz-Disclaimer.

7 Comments

  1. 4. November 2017 / 10:49

    Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es mir eine Ehre ist, dass meine Schreibtipps unter denen all der anderen, bewundernswerten Menschen aufgeführt werden. Vielen lieben Dank, liebe Anabelle!

    Der Tipp von Claudia Balzer ist sehr gut, finde ich. Letztendlich ist man mit seinem eigenen Projekt immer alleine. Niemand nimmt einem ab, es zu schreiben, weshalb es wichtig ist, sich darauf zu konzentrieren.

    Liebe Grüße
    Benjamin Spang

    • Anabelle 4. November 2017 / 22:52

      Lieber Benjamin,

      ich habe zu danken!

      Ich finde die Tipps alle großartig, aber in Claudias erkenne ich mich selbst auch ziemlich wieder. Seitdem ignoriere ich auch die Liste mit den Writing Buddys – man vergleicht die Wortanzahl und fühlt sich schlecht, sieht aber gar nicht, welcher Alltag dahintersteckt.

      Liebe Grüße
      Anabelle

  2. Anne Granert
    4. November 2017 / 19:06

    Was für ein toller Beitrag mit vielen inspirierenden Tipps. Der NaNoWriMo war mir völlig neu, eine irre Idee für 2018. Danke!

    • Anabelle 4. November 2017 / 22:53

      Liebe Anne,

      nichts zu danken!
      Du kannst dich ja auch jetzt schon einmal anmelden und umschauen. Und falls du nächstes Mal oder im Sommer beim “NaNoWriMo-Camp” dabei bist schon einmal ganz viel Spaß!

      Liebe Grüße
      Anabelle

  3. 5. November 2017 / 18:45

    Liebe Anabelle,

    was für eine tolle Idee und so motivierend! Ich habe die ersten Tage beim NaNoWriMo immer total Lust zu schreiben und dann wird das irgendwie immer weniger. Genau wie Claudia denke ich aber auch, dass man versuchen soll das Konkurrenzdenken auszublenden.

    Was ist denn dein persönlicher NaNoWriMo-Tipp?

    Liebste Grüße,
    Tati

    • Anabelle 6. November 2017 / 20:09

      Liebe Tati,

      mein Tipp, an den ich mich selbst leider so gar nicht halte, wäre auch, sich nicht zu vergleichen.

      Ansonsten habe ich bei meinem ersten NaNo gelernt, dass es hilft, sich von dem Überarbeitungs- und Perfektionswahn zu lösen. Beim NaNo muss noch nicht jeder Satz perfekt klingen und jedes Wort an der richtigen Stelle sitzen – dafür kann man nach dem November überarbeiten. Es tut manchmal echt gut, die Geschichte erst einmal runterzuschreiben und am Ende dann in Ruhe drüber zu gehen, als gleich an jedem Satz lange zu feilen. Aber selbst da tickt bestimmt wieder jeder anders. 🙂

      Und dein “Problem” ist, denke ich, ganz normal. Am Anfang ist die Motivation noch voll da und man räumt sich die Zeiten eher frei.
      Ich wünsche dir, ob mit oder ohne NaNo, auf jeden Fall viel Spaß beim Schreiben!

      Liebste Grüße
      Anabelle

  4. 7. November 2017 / 8:00

    Eine schöne Übersicht. Ich hab nur einen groben Plan, bis erstmalig dabei und finde auch den ersten Satz am Tag am schwierigsten. Aber danach läuft es bis jetzt 🙂

    Liebe Grüße

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