Von Marketing und Doppelmoral

Wenn man sich ein bisschen im Internet herumtreibt, wird man die ständigen Debatten des Öfteren wahrgenommen haben: Was muss ich kennzeichnen? Sind Rezensionen Werbung? Dieser Blog ist ja nur noch Werbung! Bloggen sollte doch ein Hobby sein, kein Job! Ein Buch ist kein Produkt, wieso fließt da bitte Geld?
Diskussionen, die andere Blogosphären vermutlich schon lange hinter sich haben – oder einfach nie hatten. Um diese stetigen Diskussionen, die Schleichwerbung und vor allem die Doppelmoral, die während dieser Diskussionen für mich herüberkam, soll es heute gehen.

Dieser Beitrag wird nicht darauf eingehen, was alles wie gekennzeichnet werden muss. Falls ihr euch für Beiträge dazu interessiert, kann ich euch empfehlen, immer mal bei 54books vorbeizuschauen. Dort werden beispielsweise auch aktuelle Gerichtsbeschlüsse und Präzedenzfälle vorgestellt. Auch Who is Kafka? hat im letzten Jahr mal etwas zur korrekten Kennzeichnung bezahlter Beiträge geschrieben.

Bloggen als Hobby, Bloggen als Job und wieso wird das eigentlich getrennt?

Bei jeder Buchmesse ploppt die Thematik erneut auf: Professionalisierung und Monetarisierung von Buchblogs. Keine Sorge, ich werde dazu nicht groß etwas sagen. Wer sich professionalisieren will, soll das tun. Wer nicht, soll es lassen. Diese Entscheidung ist jedem selbst überlassen, wichtig ist nur, dass, sobald man seinen Blog monetarisiert, gewisse Dinge zu beachten sind, die Blogger häufig nicht beachten – aber dazu später mehr.

Etwas, das mich hier viel eher interessiert: Wieso scheint es für so viele nicht vereinbar, mit seinem Hobby auch Geld zu verdienen? Ein Blog kann als bloßes Hobby oder als Nebenverdienst geführt werden, wie man auch zum bloßen Spaß zeichnen oder seine Werke über etsy verkaufen kann. Das eine schließt das andere nicht aus. Seltsamerweise stören sich jedoch genug Leute daran, wenn Blogger oder YouTuber für Beiträge Geld oder Produkte erhalten. Warum ist das so?
Warum wird hier eine Grenze gezogen, die meiner Meinung nach gar nicht vorhanden ist? Macht es einen Blogger, der jahrelang über Bücher bloggt, plötzlich weniger authentisch, wenn er weiter über Bücher bloggt, aber dafür bei manchen Beiträgen eine geringe Vergütung erhält?

Warum werden Kooperationen so negativ wahrgenommen – im Gegensatz zu nicht gekennzeichneter Werbung?

Diese Frage stelle ich mir regelmäßig, sowohl bei meinen Kooperationen als auch bei denen, die ich bei großen YouTubern sehe. Natürlich gibt es Kooperationen, die nicht gut umgesetzt sind und wie eine reine Werbeshow wirken. Natürlich sollte man als Blogger auch darauf achten, dass der eigene Blog kein reiner Werbeblog wird. Im Endeffekt liest man Blogs und guckt man Videos aber doch auch, weil man mit der Person hinter der Plattform etwas anfangen kann. Das bedeutet, ich vertraue dieser Person und halte sie für authentisch – wieso sollte sich das ändern, sobald sie Geld für einen ihrer Beiträge erhält? Wenn ich dann den Eindruck habe, ihrer Meinung nicht mehr vertrauen zu können, kann ich letzten Endes auch ein positives Fazit aus der Kooperation ziehen und mir Blogger oder Instagrammer suchen, die ich für kompetenter und authentischer halte.

Was mich bei der ganzen Sache so nervt, ist, dass man – zumindest was das Feedback der Leser angeht – schlechter abschneidet als Blogger, die Schleichwerbung verbreiten. Während man selbst dann eine Kooperation ablehnt, weil man nicht zu viele Werbebeiträge hintereinander schreiben möchte, um eben authentisch zu bleiben, und nicht zu viel negatives Feedback zu erhalten, nutzen viele Blogger die Chance, bewerben das Produkt, das man selbst vielleicht sogar noch ablehnte, und kennzeichnen dann einfach nicht. Ihre Beiträge werden positiv hervorgehoben, der gleiche, gekennzeichnete Beitrag dann nicht. Oft mag das geschehen, weil gerade in der Buchbranche noch nicht ganz klar zu sein scheint, was als Werbung zählt und was nicht. Aber sobald man Kooperationen mit Firmen – und ja, auch ein Verlag ist eine Firma – eingeht, steht man in der Pflicht, sich zu informieren. Auch hier gilt der alte Spruch: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Da aber sogar Blogger, die sich auf allen Plattformen on- wie offline regelmäßig über Monetarisierung und Professionalisierung äußern, oft nicht einmal kennzeichnen, kann ich jedoch auch das mit der Unwissenheit nicht mehr glauben.

Ich persönlich verstehe daher nicht, wieso gekennzeichnete Kooperationen so verurteilt werden, während Blogger, die nicht transparent arbeiten und ihre Werbung nicht kennzeichnen, bisher so gut damit fahren.

Ein Buch ist ein Produkt.

Diskutiert wurde in letzter Zeit nicht nur, dass Bloggen ja ein Hobby und kein Beruf ist, sondern auch, dass ein Buch kein Produkt ist. Das war, um ehrlich zu sein, der Zeitpunkt, an dem mein Kopf fast auf die Tischplatte getroffen wäre. Vielleicht liegt es daran, dass ich in der Buchbranche arbeite und daher weiß, dass Bücher sehr wohl Produkte sind, aber mich interessiert dennoch, woher der Gedanke kommt? Daher, dass Bücher Kunst sind? Klar, das sind sie. Aber als die Diskussion letztens aufkam und ich einer befreundeten Autorin davon erzählte, sah ihre Reaktion auch in etwa so aus: „Dann werde ich als Autorin jetzt auch nicht mehr bezahlt, weil ich ja Kunst produziere, kein Produkt und mir das Spaß macht, oder wie?“
Ja, nach der Logik schon.

Bevor die alte Leier sich wiederholt: Nein, es geht mir nicht darum, dass irgendwer für Rezensionen vergütet werden soll. Es geht mir nicht einmal darum, dass man plötzlich nur noch bezahlte Werbung macht, denn dann wären all unsere Blogs Dauerwerbesendungen. Jeder unserer Beiträge ist werbewirksam, da wir irgendwie immer über das Produkt Buch schreiben und einzelne Bücher positiv hervorheben. Mir geht es aber darum, diese Doppelmoral aufzuheben, dass Fashion- und Beautyblogger natürlich gerne Geld verdienen dürfen, da sie ja Produkte bewerben, Buchblogger aber nicht, da Bücher ja keine wirklichen Produkte sind.

Da jeder weiß, wie man Bücher einkauft, möchte ich ein anderes Beispiel anführen: Social-Reading-Plattformen wie LovelyBooks oder vorablesen. Da ich ein großer Fan solcher Plattformen bin, ist alles Folgende in keiner Weise negativ gemeint, ich will nur aufzeigen, dass wir so oder so in der Produkt- und Marketingmaschinerie Buch stecken – auch ohne bezahlte Kooperationen.
Nehmen wir vorablesen: Jeden Montag werden neue Bücher vorgestellt, auf die man sich bewerben kann. Die Gewinner erhalten das Buch vorab zum Lesen und Rezensieren. Man freut sich über den Gewinn, schreibt Leseeindruck und Rezension und teilt es dann auf diversen Plattformen, was wiederum Werbung für das Buch ist und diverse Rankings erhöht. Jeder erhält etwas und in der Regel sind somit Leser, Plattform und der hinter dem Buch stehende Verlag glücklich.
Was vielen nicht bewusst ist: Natürlich fließt hinter den Kulissen Geld. Verlage können sich in Newsletter, Banner oder eben die Leserunde einkaufen. Vorablesen wirbt gezielt mit den Rezensenten, die ihre Rezensionen breit streuen und eine Rezensionsrate von über 90 % haben. Für die Plattform ist das natürlich super, da die Ausgaben gering bleiben. Wir, die Leser, sind in gewisser Weise die Mitarbeiter, die garantieren, dass die Verlage solche Leistungen bei vorablesen kaufen. Was, bitte, klingt daran nicht nach Produkt?

Bücher sind Produkte. Und das ist gar nicht schlimm. Bücher sind Produkte, die gut vermarktet werden sollten und sich gut verkaufen müssen. Während auf der einen Seite Plakate und Buchtrailer produziert werden, bedienen sich Verlage und Agenturen auf der anderen Seite nun auch der Blogger und Influencer. Unsere Accounts sind in gewisser Weise die virtuelle Litfaßsäule – nur zielgruppenorientierter und authentischer. Was ist also so schlimm daran, einen Betrag für die Bewerbung eines Buchs zu erhalten? Wieso stehen wir am Bahnhof nicht auch laut lamentierend vor der Fitzek-Plakatwand und schreien diese an, wie aufdringlich und unauthentisch sie geworden ist mit ihrer Krimi-Werbung. Ich halte die Begründung, dass Bücher Kunst- und Kulturgut sind und deshalb nicht beworben werden sollten, für eine lahme Ausrede. Denn gerade das Produkt Buch braucht gute Werbung und gutes Marketing. Dass Bücher sehr wohl Produkte sind und ein Nicht-Kauf der Produkte weitreichende Folgen hat, kann man gerade beim wundervollen Königskinder Verlag beobachten.

Wie seht ihr das? Was haltet ihr von Werbung fernab der traditionellen Wege, auf Instagram, Blog oder Youtube? Zieht ihr zwischen Buchbloggern und Bloggern anderer Gefilde eine klare Grenze?

Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen!

Alles Liebe
Anabelle

22 Comments

  1. 30. September 2017 / 22:11

    “Bloggen als Hobby, Bloggen als Job und wieso wird das eigentlich getrennt?”

    Ich finde, du hast auf diese Frage die Antwort gegeben. Unabhängig vom Rechtlichen, was mich als Leser eines Blogs nicht interessiert, sollte klar herauskommen, was bezahlte Werbung ist und was die eigene Meinung darstellt. Wenn beides übereinstimmt: kann passieren. 😉

    Wenn sich jemand aufgrund seiner Leidenschaft zum (zumeist) schlecht bezahlten Angestellten von anderen macht, dann ist das seine Sache. Ich entscheide ganz subjektiv, ob ein Beitrag oder ein Blog mir gefällt oder nicht.

    • Anabelle 2. Oktober 2017 / 22:20

      Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Genau so sollte es sein, im Endeffekt sollte einfach der Content stimmen und interessieren.

      Liebe Grüße
      Anabelle

  2. 30. September 2017 / 22:22

    Liebe Anabelle
    Danke für den spannenden Artikel. Ich bin hin- und hergerissen. Klar ist für mich, ob Buch oder anderes Produkt spielt keine Rolle. Ich würde also zwischen Buchbloggern und irgendwelchen anderen Bloggern/Influencer keinen logischen Unterschied sehen. Meine Zwickmühle besteht mehr darin, dass ich zwar Geldverdienen mit einem Hobby (oder auch Beruf, ist eigentlich egal) völlig legitim finde, aber als Konsumentin selber genervt bin von “sponsored posts”. Und, ich habe das Gefühl, dass man noch so versuchen kann, neutral und ehrlich ein Produkt zu testen oder eben ein Buch zu rezensieren. Aber wenn Geld fliesst, ist man dem Verlag oder irgendeiner Firma gegenüber doch automatisch etwas wohlgesinnter oder fühlt sich gar zu einem Minimum an Lob verpflichtet. Das heisst nicht, dass man käuflich ist und irgendwelchen Schrott hochlobt, aber eine Kooperation, gerade mit netten Verlagsleuten verändert doch etwas die Perspektive, nicht? Ich habe für mich und meinen Blog (www.mintundmalve.ch) noch keinen Schluss aus den Überlegungen gezogen, noch keine Lösung gefunden. Höre oder lese deshalb gerne weitere Meinungen dazu. Noch etwas: Andere Blogger sprechen ja immer davon, dass sie sich nicht unter Wert verkaufen wollen. Da herrscht ein ganz anderes Selbstverständnis und -bewusstsein. Wieso sollten sich Buchblogger (mit wirklich viel Reichweite) denn unter Wert verkaufen? D.h. gratis “Werbung” machen oder gar zu einer Art kostenlosem “Mitarbeiter” der Marketingabteilung? Aber vielleicht ist die Frage schon falsch, wenn man nicht alles aus matktwirtschaftlicher Optik betrachten möchte. Und irgendwie versteht sich die Leidenschaft für Bücher doch schlechter mit dem Kapitalismus als eine Vorliebe für irgendwelche Beautyprodukte, oder? Du siehst, ich stecke da total im Klinsch und das Ganze ist vielleicht gar nicht total rational zu erörtern. Liebe Grüsse, Eliane

    • Anabelle 2. Oktober 2017 / 22:27

      Hallo Eliane,

      vielen Dank für den Kommentar, gerade weil ich deine Kritikpunkte gut verstehen kann! Ich persönlich hatte, wenn auch nicht bei bezahlten Posts, schon den Fall, dass mir Bücher, die ich zugeschickt bekommen habe, gar nicht gefallen habe. Mit den Autoren oder Verlagsleuten habe ich mich super verstanden und da fällt es natürlich schwerer, die entsprechende Bewertung zu schreiben. Ich habe es trotzdem gemacht und die Bücher kamen in meiner Besprechung dementsprechend schlecht weg.
      Ich glaube also nicht wirklich, dass es die Perspektive ändert, denn das Buch, das man in den Händen hält, ist ja das gleiche, ob ich den Autor nun mag oder nicht. Ich kann deine Bedenken aber verstehen, denn natürlich fällt es so sicher schwerer.

      Du hast recht, in den anderen Branchen herrscht definitiv ein ganz anderes Selbstverständnis. Ich bin mir auch nicht sicher, ob wir als Buchblogger da jemals auf der gleichen Wellenlänge schwimmen werden – bzw. ob wir das überhaupt wollen. Vermutlich kann man das gar nicht gegenüberstellen, da die Fashion- und Buchbranche auch gar nicht miteinander zu vergleichen sind. Insofern kann ich deine Punkte auch da total nachvollziehen!

      Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das alles noch weiterentwickelt! 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

  3. 30. September 2017 / 23:38

    Ich kann dir nur zustimmen. Buchblogger arbeiten im ersten Moment ohne Verdienst. Und ja, es ist auch dann Arbeit, wenn wir es leidenschaftlich gerne tun. Wir wollen immerhin Qualität bieten. Auch ein Hobby kann dadurch zur Arbeit im Sinne von geleisteter Qualität werden. Wir lesen ja nicht und schreiben einfach drei Sätze dazu. buchblogger erklären, warum, machen Bilder, schreiben über so viel mehr, als nur Rezensionen.
    Wenn wir uns überlegen, wie viele Angebote heute kostenlos sind -auch sowas wie Facebook und Twitter, Wikipedia und Pixabay- wird schnell klar, dass sie durchaus Geld verdienen bzw benötigen, sei es durch Spenden, Anzeigen oder sonst wie. Wir nutzen diese Angebote teilweise täglich. Und bei Buchbloggern soll die Finanzierung dann aufhören? Warum?
    Und natürlich ist jeder Buchblogbeitrag Werbung, jedes Instagram-Foto mit Buch (oder anderen Produkten), jeder Tweet über Buchpost Werbung. Unsere Begeisterung für die Bücher sorgt dafür, dass wir die Aufmerksam darauf erhöhen. Und das wollen wir doch auch! Wir wollen tolle Bücher vorstellen und zum Kauf anregen oder auch vor solchen warnen, die wir nicht so gut fanden. Buchblogger sind Teil dieses Systems und ein gesponserter Post hilft ihnen, ihr Leben Qualität zu finanzieren. Das heißt nicht, dass der Beitrag schlechter wäre oder weniger lesenswert. Das ist keine Fernsehwerbung, bei der man umschaltet. Es steht noch immer der gleiche Blogger dahinter und nach meinem Empfinden, lassen sich die wenigsten Buchblogger für jeden Scheiß bezahlen, sondern nur für Beiträge, die sie ohnehin interessieren. Danke für deinen Beitrag.
    LG
    Eva

    • Anabelle 2. Oktober 2017 / 22:19

      Liebe Eva,

      danke für deinen Kommentar!
      Ich glaube, genau wie du, auch nicht, dass Buchblogger (oder generell die meisten Blogger) sich für allen möglichen Kleinkram bezahlen lassen würden. Dann würden sie ja auch automatisch an Authentizität einbüßen.

      Liebe Grüße
      Anabelle

  4. 1. Oktober 2017 / 14:26

    Ein Buch ist ein Produkt und braucht Marketing.
    Danke dafür, dass du das in deinem Beitrag so deutlich hervorhebst. Die Buchbranche ist eine Industrie wie jede andere auch. Das hat sich ja nicht zuletzt am Ende der Königskinder einmal wieder gezeigt. Alles andere ist eine romantische, aber unrealistische Vorstellung.

    Inwiefern Blogger sich dafür bezahlen lassen, ein Instrument in diesem Gefüge zu sein, ist mir ehrlich gesagt völlig egal. Wenn ich jemanden finde, dessen Empfehlungen ich vertraue, weil sie mich zu einem Buch führen, dass mir gefällt, ist es doch völlig unerheblich, ob der Beitrag bezahlt ist oder nur aus dem eigenen Antrieb des Bloggers kam. Und wenn ich schlechte Erfahrungen mit den Leseempfehlungen mache, suche ich mir eben jemand anderen, von dem ich mir meine Lesetipps hole.

    Buchige Grüße
    Christina

    • Anabelle 2. Oktober 2017 / 22:15

      Liebe Christina,

      danke! Dass du das so siehst, freut mich wirklich. Ich mache das auch viel eher von den Empfehlungen und der persönlichen Note des Bloggers abhängig.

      Liebe Grüße
      Anabelle

  5. 1. Oktober 2017 / 19:02

    Liebe Anabelle,

    ich mag deinen Beitrag. Ich bin ganz deiner Meinung. Ich selbst habe auch einen Blog (www.passion4books.de) und wurde vor Kurzem zum ersten Mal für eine Kooperation angefragt. Es ging um einen Beitrag über Audible. Da ich schon vorher überlegt habe, über Hörbücher und diese Plattform zu schreiben, ist es mir nicht schwer gefallen zuzusagen. Und ja, ich habe mir auch meine Gedanken dazu gemacht, was meine Leser von mir denken, wenn sie das lesen. Andererseits vertraue ich darauf, dass meine Leser mich inzwischen kennen und wissen, dass ich immer meine ehrliche Meinung von mir gebe, auch wenn dieser Beitrag vergütet wird. Zudem denke und hoffe ich, dass die meisten Blogger nicht einfach wegen des Geldes Aufträge annehmen, sondern weil sie von der Sache überzeugt sind. Da ich ein Fan von Audible bin, habe ich den Auftrag gerne angenommen. Ich muss mich nicht verstellen. Und wenn es ein Beitrag zu etwas hätte sein sollen, dass mir nicht gefällt, dann hätte ich ihn gar nicht erst angenommen.

    Liebe Grüße
    Anna

    • 2. Oktober 2017 / 7:31

      Hallo Anna,

      das finde ich interessant. Auf mich kam man auch zu, aber als ich entsprechend der gesetzlichen Vorgaben und Google schrieb, dass ich den Beitrag mit Werbung im Titel kennzeichne und die Links auf nofollow setzen würde, war das Interesse weg. Allerdings lag es vielleicht auch daran, dass ich erst eine Lieferung in Oktober versprechen konnte.

      Diese Antwort verdeutlicht vermutlich schon, dass ich nichts gegen Monetarisierung an sich habe.

      Viele Grüße
      Elena

      • Anabelle 2. Oktober 2017 / 22:30

        Liebe Elena,

        ging es da zufällig um TrustAgents? Die stehen genau deshalb nämlich gerade sehr in der Kritik, da hat es vielleicht nichts mit dem Post im Oktober zu tun. 😀

        Liebe Grüße
        Anabelle

    • Anabelle 2. Oktober 2017 / 22:31

      Liebe Anna,

      vielen Dank! Und es freut mich, dass es direkt etwas war, dass so gut zu deinen Interessen passt! 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

  6. 2. Oktober 2017 / 13:08

    Du fragst, woher das kommt mit dem Gedanke “Kulturgut” = kein Produkt?
    Ich ärgere mich seit Jahren über die Doppelmoral innerhalb der Branche. Der Börsenverein ist – würde ich behaupten – größtenteil dafür verantwortlich. Wenn du dich da mal genauer einliest, wofür der steht und was die Ziele sind, denkst du auch: sind das Mondmenschen?
    Die Begründung ist für den rabattierten Steuersatz notwendig, allerdings werden Bücher so immer noch mehr als Kulturgut gesehen. Und das – so denke ich – führt dazu, dass die Ablehnung gegenüber wirtschaftlichen Prozessen bei allem rund ums Buch so viel abgelehnt wird. Dass das total sinnbefreit ist, brauchen wir nicht diskutieren. Eben weil den meisten das von dir genannte Beispiel mit LB und Vorablesen nicht bewusst ist. 🙁
    Liebe Grüße
    Charlousie

    • Anabelle 2. Oktober 2017 / 22:12

      Hallo Charlousie,

      ich muss gestehen, dass ich da selbst gar nicht genug informiert bin, was die wirtschaftlichen (und sicher auch politischen) Prozesse dabei angeht. Da werde ich mich aber definitiv mal tiefer einlesen!
      Trotzdem können ja auch Kulturgüter gleichzeitig Produkte sein, wie du ja auch meintest.

      Liebe Grüße
      Anabelle

  7. 2. Oktober 2017 / 14:25

    Hey Anabelle,

    erstmal vielen Dank für deinen genialen Beitrag!
    Mir geht es da nämlich wie dir. Es nervt mich so ungemein, dass man verteufelt wird, wenn man “zu viele” Rezensionsbücher liest. Wobei “zu viele” ja wieder relativ ist, aber das ist ein anderes Thema.

    Ich hatte mal einen Beitrag eines Rechtsanwalts gelesen, der das ganze mal etwas genauer aufsplittete. Wenn man ein Produkt bewirbt, ohne das Geld geflossen ist, dann muss das nicht gekennzeichnet werden. (Rechtliche Grauzone) Sobald Geld geflossen ist, muss es gekennzeichnet sein. Wobei es dann auch wieder wichtig ist, wo geworben werden soll. Da wir eine Rezension auf dem Blog schreiben zu einem Buch, muss es nicht gegenzeichnet sein, man sollte es aber lieber vorsichtshalber machen. Wenn man dieses Buch aber auf Instagram zeigt, muss man es nicht kennzeichnen, weil es im Prinzip nicht vereinbart war, sondern eine freiwillige Sache ist.
    Du merkst schon, ich habe mich in letzter Zeit viel damit belesen, weil mich das Thema so ankotzt, sorry, annervt. Rein theoretisch ist es nicht nötig, dass ein Rezensionsbuch gekennzeichnet wird. Da es aber unter den Buchbloggern üblich ist, wird es gemacht. Ob dann der Blogger noch als ehrlich hingestellt wird, stelle ich jetzt mal so in den Raum. Sollte ein Leser sich bei mir unsicher sein, braucht er ja nicht bei mir zu lesen. 😉

    Aber ich glaube, genau das ist das Problem, weswegen es immer wieder zur Sprache kommt. Weil die Wenigsten offen sind, was Transparenz angeht und einfach auch nicht nachdenken. Nicht logisch denken! Wie du schon von Lovelybooks etc. schreibst. Das dort Geld fließt sollte jedem bewusst sein. So naiv kann doch keiner sein, dass sich eine Firma von Luft und Liebe aufrecht erhält. Von irgendwas müssen die ja nunmal auch leben.
    Es gibt viele zu viele Blogger, die einfach machen. Ohne sich einen Kopf zu machen, was sie da überhaupt tun. Ich sag nur Impressum… Das ist immer noch nicht selbstverständlich, dass man eins hat.
    Ich könnte dann immer durchdrehen! Vielleicht bin ich da auch einfach eine der wenigen Blogger, die sich wirklich den Kopf darum zerbrechen, wenn sie etwas machen.

    Ehrlichkeit wird leider immer seltener. Gerade was das Internet angeht.

    Hab einen tollen Tag und ärger dich nicht so viel darüber. Es wird sich eh nicht mehr ändern.

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

    • Anabelle 2. Oktober 2017 / 22:00

      Liebe Steffi,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe mich in diesem Jahr auch häufig damit auseinandergesetzt und für mich beschlossen, auch dann zu kennzeichnen, wenn kein Geld fließt. Auch einfach für den Fall, dass sich die Rechtslage doch mal ändert – lieber einmal zu viel als zu wenig. Ich sehe das wie du: Wenn sich ein Leser durch Transparenz verunsichern lässt, dann ist mein Blog vielleicht einfach die falsche Anlaufstelle.

      Und ja, man sollte sich nicht ärgern. Bringt im Endeffekt ja nichts außer schlechte Laune. 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

      • 3. Oktober 2017 / 17:54

        Hey Anabelle,
        ich bin schon immer der Meinung dass man damit ruhig offen umgehen kann, dass man etwas geschenkt bekommen hat. Ich finde das ist nichts schlimmes. Ob es nun ein Buch ist oder ein Gutschein für irgendeinen Shop. Wir sind ja nun mal Blogger, die auch gerne über das erzählen, was wir gut oder schlecht finden. Und da ist es ja nun auch Banane, ob es geschenkt oder gekauft wurde.

        Schlechte Laune braucht keiner! 😉 Das Leben ist schon doof genug!

        Fühl dich gedrückt und einen tollen Rest-Dienstag!

        Steffi

        • Anabelle 4. Oktober 2017 / 12:38

          Liebe Steffi,

          wundervolle Worte, damit fasst du das Ganze meiner Meinung nach perfekt zusammen. 🙂

          Liebste Grüße und noch eine schöne Woche!
          Anabelle

  8. 3. Oktober 2017 / 0:27

    Danke, großartiger Text!

    Neri, Leselaunen

  9. 4. Oktober 2017 / 13:46

    Ein sehr guter Beitrag.
    Das größte Problem an der ganzen Sache ist oftmals der Blogbesucher. Der durchschnittliche Besucher möchte unterhalten und über Neuigkeiten informiert werden, tolle Bücher empfohlen bekommen usw. Das ganze aber für vollkommen umsonst. Wie viel Zeit in einen Blogbeitrag investiert wird, das wird dabei leider nicht gesehen. Und das mit dem Hilfsmittel Monetarisierung der Blog teilweise finanziert wird, leider auch nicht.

    Ich habe gestern für zwei Blogbeiträge und zwei dazu gehörende YouTube-Videos (mal ausnahmsweise nicht über Bücher) knapp 5 Stunden verbraten. Die Zeit ist kein Problem, solche Dinge mache ich spät Abends wenn die Kids im Bett sind. Und mir macht das auch wirklich Spaß, weil ich ständig neues dazu lerne.

    Dann gibt es auf YT die Möglichkeit, seine Videos mit Werbeeinblendung zu monetarisieren. Warum auch nicht? Für die investierte Zeit ein paar Cent einstreichen ist doch ok. Allerdings sind es die 1,20 Euro im Monat eigentlich dann doch nicht wert. Aber da geht dann der Rattenschwanz los.

    Bei Einkünften wie YT musst du ein Kleingewerbe anmelden. Das Finanzamt hockt dir dann im Nacken, sie wollen Gewinne sehen, ansonsten wird das gleich als Liebhaberei abgestempelt. Also macht man Werbung wo es geht, lockt die Besucher auf die Website, müllt sie mit lauter aufdringlicher Werbung zu, weil die am meisten Geld bringt. Nur um das Monster Finanzamt ruhig zu stellen und sich vom vielen YouTube- oder Blogmoney eine Villa leisten zu können. So zumindest die Meinung der Besucher… und dann kommt halt eben der Neid ins Spiel. Was viele dabei vergessen, die Bücher, Spiele, Hörspiele und der Bastelkram, auch technischer Natur, müssen auch gekauft werden. Bis auf einige Bücher berappe ich alles aus eigener Tasche. Deswegen empfinde ich monetarisierung nicht als verwerflich, da die paar eingenommenen Euros am Ende wieder komplett in die Website einfließen.

    Ich selbst habe jetzt auf meinem Blog einiges ausprobiert und auch wieder verworfen. Werbeanzeigen finde ich persönlich schon total nervig, daher will ich auch keine schalten.
    Affiliate – Links (zum Beispiel Amazon, Bücher.de, Thalia o.ä.) tun keinem weh und werden von mir ordentlich gekennzeichnet (kleines Sternchen und am Ende der Seite eine Beschreibung, was diese Links bedeuten). Verwertungsgesellschaften wie VG Wort sind auch eine prima Sache, das bekommt niemand mit und muss auch keiner anklicken, es kann also auch nicht darüber gemeckert werden. Auch kostenlos zur Verfügung gestellte Bücher werden ordentlich gekennzeichnet. Dennoch lege ich großen Wert darauf, dass ich meine eigene Meinung zu einem Produkt schreiben darf. Sollte ich das nicht dürfen, dann würde ich zum Beispiel das Buch oder was auch immer nicht rezensieren.

    Zur Zeit schreibe ich aus Angst vor Abmahnanwälten tatsächlich schon fast über jeden Beitrag “enthält Werbung / kann Werbung enthalten” 🙂

    Naja, das sind so meine Gedanken zu diesem Thema.
    Ich bin auf alle Fälle für Transparenz, das bin ich meinen wenigen Lesern schuldig. Alles andere würde irgendwann vertausendfacht auf mich zurück kommen.
    Allerdings ist mein Blog noch sehr klein und hat kaum Besucher. Vielleicht denke ich ja eines Tages anders, wenn ich eine Couchpirat AG leiten und von meinem Blog leben muss. Ne Quatsch, soweit wird es bestimmt nie kommen 😀

    Liebe Grüße,
    Michael, der Couchpirat

  10. 6. Oktober 2017 / 13:12

    Hallo Anabelle,

    ein toller Beitrag und auch eine gute Argumentation. Ich kann verstehen, dass dich das umtreibt. Also ich persönlich habe überhaupt kein Problem damit, wenn Blogger/ YouTuber für eine Kooperation bezahlt werden und auch nicht damit, dass man für sein Hobby bezahlt wird. Andere machen ihr Hobby zum Beruf und darüber wird auch nicht diskutiert. Es ist doch ein schöner Nebeneffekt. Vielleicht sind einfach nur zuviele Neider unterwegs, die sich dann darüber auslassen.

    Ich hätte damit nur ein Problem, wenn das die Meinung des jenigen beeinflusst und zwar dieses dann in dem Himmel loben. Ich weiß nicht, ob man das dann noch abwenden kann. Viele denken sicher, dass sie wenn sie Geld für die “Werbung” bekommen, dann sollte das Produkt auch in einem guten Licht darstehen.

    Liebe Grüße,
    Jenny

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