7 Erkenntisse der Offline-Zeit

Offline-Zeit

Wie man durch die Ruhe auf dem Blog und im Social Media vielleicht mitbekommen hat, war ich die letzte Woche im Urlaub. In einem kleinen französischen Örtchen, ohne W-LAN oder Handy-Netz (Letzteres habe ich dank O2 auch in Deutschland nicht, das war also keine große Umstellung).
Alleine die Vorfreude auf die Offline-Woche hat mir gezeigt, dass es mal wieder an der Zeit war, Handy und Laptop links liegen zu lassen. Ich wäre so gerne minimalistisch und achtsam, miste die Wohnung aus und habe die Flow abonniert, um mir einzureden, dass ich das mit diesem „Mindfulness“ total drauf habe. Die Wahrheit sieht leider so aus, dass ich die Wohnung nur ausmiste, um beim Umzug nicht so viel schleppen zu müssen, und die letzten beiden Ausgaben der Flow noch eingeschweißt im Regal liegen – wobei das reine Lesen mich ohnehin nicht zum Achtsamkeitsexperten macht, man müsste schon danach leben. Tue ich aber nicht.

Die meiste Zeit macht mir das auch rein gar nichts aus, ich liebe die Online-Welt, Bookstagram, die Buchbloggerszene und die Schnelllebigkeit auf Twitter. Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich meiner Freundin Sprachnachrichten nach Wien schicken kann, die in Sekundenschnelle da sind. Ich bin einer dieser „Digital-Natives“ – oder was für Namen sie uns auch geben – und ich würde daran nichts ändern wollen. Trotzdem hat mir die Offline-Zeit wieder einmal ein paar Dinge vor Augen geführt und mir Raum zum Nachdenken gegeben. Beiträge dieser Art findet man momentan überall – mit Titeln wie „Offline is the new Luxury“. Beim Schreiben ist mir dann aber aufgefallen, dass meine Erkenntnisse sich weniger um die Offline-Zeit an sich als viel mehr um mich selbst drehen. Also dachte ich, bekommt mein Beitrag einen anderen Titel und ich erzähle euch, was ich für mich aus der Zeit mitnehme. Vielleicht ist die in oder andere Sache ja auch für euch hilfreich!

1. Nimm Dir Zeit, egal ob Du sie hast!

Ich schreibe unheimlich gerne und mache es trotzdem viel zu selten. Immer, wenn ich Autoren frage, wie sie es bloß schaffen, regelmäßig zu schreiben, kommt die Antwort: “Ich mache es einfach.” Mit dem Hinweis, dass man immer Zeit findet, wenn man es wirklich will. Im Projektchaos habe ich mir die Zeit allerdings nie genommen: Arbeit, Uni, Blog, Instagram – irgendwas kam immer dazwischen. Seit zwei Wochen schreibe ich wieder jeden Abend, selbst wenn ich nur 20 Minuten Zeit dafür finde. Und es ist ein unfassbar schönes Gefühl. Es braucht nicht viel Zeit, aber es verändert den ganzen Tag. Also, egal, was es bei euch ist: Nehmt diese einen Sache, für die ihr scheinbar nie Zeit findet, wieder in eure Prioritäten-Liste mit auf. Ein paar Minuten am Tag reichen schon. Und wenn ihr euch jetzt, wie ich, damit rausreden wollt, dass ihr diese paar Minuten aber gar nicht habt, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass ihr sie umso dringender benötigt!

2. Es ist nicht das Internet, das uns fertig macht, es sind die Vergleiche.

Zugegeben, ich vergleiche mich hauptsächlich dann, wenn ich durch den Twitter-Feed scrolle oder Instagram-Storys schaue. Insofern beeinflusst Social Media uns natürlich sehr stark. Aber letzten Endes liegt es an uns, ob wir uns mit dem, was wir auf unserem Handy-Display sehen, vergleichen. Welche Momente teilt ihr online? Bad-Hair-Days, schlechte Noten und die unaufgeräumte Wohnung? Oder doch eher den Urlaub am Strand, das “healthy” Essen und Selfies, die dank der Filter eine strahlende Haut suggerieren? Es hilft, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass alle anderen da draußen natürlich auch nur ihr optimiertes Ich darstellen. Denn obwohl wir in der Theorie natürlich wissen, wie fake diese ganze Darstellung ist, vergessen wir es in der Praxis immer wieder. Schon allein deshalb sollte man sich nicht mit anderen vergleichen. Ein gewisser Ansporn ist meiner Meinung nach gesund und absolut positiv – aber man sollte sich immer bewusst sein, dass ein Großteil dessen, was man auf Instagram & Co. sieht, nicht echt ist. Und euer echtes, ungefiltertes Selbst solltet ihr mit einem Trugbild nicht vergleichen.

3. Wir nehmen uns selbst zu wichtig.

Es ist ein schönes Gefühl, ständig vernetzt zu sein. Immer ist da jemand, mit dem man sich austauschen kann, der an der eigenen Meinung interessiert ist. Die Wahrheit ist aber die: Die Internet-Welt dreht sich auch ohne uns weiter. Und das ist auch ganz gut so. Nach einigen Tagen ohne Twitter graute es mir vor den etlichen Nachrichten. Beim Scrollen wurde dann allerdings recht schnell klar, dass die Welt auch von unbeantworteten Nachrichten nicht untergeht. Niemand wird jetzt haareraufend vorm PC sitzen, weil ich nicht verraten habe, wie ich meine Urlaubslektüre fand oder wo ich meine Lightbox herhabe. Natürlich ist gerade der Austausch das Tolle an der Social-Media-Welt, aber ich habe das Gefühl, dass wir uns alle ein bisschen zu wichtig nehmen – zumindest kommt es mir in meiner Blogger-Filterblase so vor. Gerade bei Instagram habe ich in letzter Zeit viel zu sehr auf die stagnierenden Zahlen geachtet. Nach dem Urlaub ist die Zahl nun sogar gesunken. Aber gerade interessiert es mich erstaunlich wenig, denn – siehe Überschrift – ob 2.000 oder 20.000 Follower ist im Endeffekt einfach unwichtig. Es zählt einzig der Spaß an der Sache und auf den werde ich mich jetzt wieder konzentrieren.

Lesen, Mindfulness

4. Picture or it didn’t happen.

Dieser Satz könnte gut die Leitmaxime meiner Generation sein. Und das sage ich, die vorm Cupcake-Essen erst einmal den Tisch aus der Vogelperspektive fotografiert. Im Auto auf dem Nachhauseweg ist mir aufgefallen, dass ich kaum Fotos geschossen habe. Aus dem einfachen Grund, dass ich überhaupt nicht daran gedacht habe. Am Strand und beim Bootfahren hatte ich das Handy nicht einmal dabei. Man glaubt es kaum, aber Dinge sind tatsächlich auch dann passiert, wenn man sie nicht mit der Kamera einfängt. Ich bin nicht sonderlich talentiert darin, im Moment zu leben, meine Gedanken laufen mir stets einige Schritte voraus, aber nicht alles gleich einfangen und teilen zu wollen, ist schon einmal ein guter Anfang. Vielleicht gucken wir Sängern auf Konzerten dann ja bald wieder ohne Smartphone-Barriere beim Musizieren zu und beißen in Cupcakes, ohne sie vorher instagramtauglich abzulichten.

5. Wollen wir wirklich, was wir wollen?

Da ich eben kurz das Thema Minimalismus angesprochen habe: Social Media ist mein persönlicher Minimalismus-Töter. Gucke ich Booktube, wächst meine Bücher-Wunschliste, scrolle ich durch Instagram, rede ich mir plötzlich ein, dies und jenes zu brauchen. Dass soziale Netzwerke unser Konsumverhalten beeinflussen, ist jetzt nicht gerade eine neue Erkenntnis, aber mir fiel bei der Abreise trotzdem auf, dass ich mir seit einer Woche nichts gekauft und auch gar nicht das Bedürfnis danach hatte. Alles, was ich für die Zeit brauchte, passte in eine Kofferhälfte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es lange durchhalte, aber ich werde versuchen, mich durch das, was ich online sehe, nicht beeinflussen zu lassen – zumindest aber zu hinterfragen, ob ich diese Dinge wirklich haben möchte oder sie nur kaufe, weil “alle anderen” sie auch haben.

6. Man muss sich nicht ärgern.

Wenn uns etwas wichtig ist, dann sollten wir für uns oder für andere einstehen, das steht außer Frage. Aber oft ärgern wir uns über Dinge, auf die wir sowieso keinen Einfluss haben oder über Dinge, auf die wir Einfluss hatten, die wir jetzt aber nicht mehr ändern können. Sei es schlechtes Wetter, eine schlechte Note oder das vergessene Shirt, das man unbedingt auf der Gamescom tragen wollte (okay, das ärgert mich immer noch). In solchen Fällen bringt es überhaupt nichts, wenn wir uns ärgern. Wir tun es meist ganz automatisch, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man üben kann, es nicht zu tun. Statt uns über solche Sachen aufzuregen, können wir ganz einfach Konsequenzen daraus ziehen: Das Wetter macht was es will, packen wir eben einen Regenschirm ein, für die nächste Klausur wird mehr gelernt und in meinem Fall sollte ich endlich beginnen, mir Packlisten zu schreiben. Wir könnten alle viel besser gelaunt durch den Tag gehen, wenn wir unsere Stimmung nicht von solchen Kleinigkeiten abhängig machen.

7. Sei dankbar.

Dankbarkeit wollte ich schon lange vor der Offline-Zeit üben und überlege mir deshalb jeden Abend drei Dinge, die mich am Tag glücklich gemacht haben und für die ich dankbar sein kann. Nachdem ich mehrmals auf Französisch erklären musste, was Soja-Milch ist und ja, dass es so etwas wirklich gibt und einen vollen Abend lang von unseren Gastgebern mit “Ey, Vegetarier” statt meines Namens angesprochen wurde (übrigens die optimale Situation, um das mit dem Nicht-Ärgern-Lassen zu üben), habe ich aber bemerkt, dass Dankbarkeit noch bei viel kleineren für uns selbstverständlichen Dingen greift. Sobald etwas für uns zur Gewohnheit wird, ist es selbstverständlich und wir sind nicht mehr dankbar dafür – zumindest geht es mir so. Also werde ich das für mich selbstverständlich Gewordene wieder genießen, sei es die Soja-Milch im Latte Macchiato, der Ausblick von meinem Balkon oder die (noch) nicht vorhandene Maut hier in Deutschland.

Das waren meine Erkenntnisse der Offline-Zeit. Und wem das alles nichts bringt, dem kann ich nur raten, die Perspektive zu wechseln. Man kann dafür wie Mister Keating auf einen Tisch klettern oder aber man stellt sich in einer sternenklaren Nacht auf ein unbeleuchtetes Feld und schaut nach oben. Denn, um es mit David Levithans Buchtitel zu sagen: Im Endeffekt sind wir dem Universum egal. Und das ist doch irgendwie beruhigend.

23 Comments

  1. 20. August 2017 / 12:31

    So ein schöner Beitrag, dem ich nichts hinzufügen mag. Ich arbeite im groben an einem ähnlichen Beitrag seit einiger Zeit, wo die Worte nicht richtig sitzen. Aber du hast es wunderbar auf den Punkt gebracht.

    Man gerät ungemein leicht in dir Social Media-Mühle, die einen oftmals durch Vergleiche etc runterzieht und als ich vor einigen Monaten konsequent Twitter gemieden hab, ging es mir besser. Ich bin bei weitem nicht mehr so aktiv bei Twitter wie noch vor einem Jahr, aber ich sehe es auch nicht mehr als nötig an. Am Ende zählt für mich eben nicht dieses “präsent sein”, wenn es gefühlt an meiner Lebensqualität und Stimmung zieht.

    Und auch das Loslassen von Ärgernissen ist ein Ding, was ich viel öfter berücksichtigen sollte. Aber das ist schon viel besser geworden. Liegt vielleicht am Alter xD *husthust*

    Liebe Grüße
    Rebecca

    • Anabelle 21. August 2017 / 19:12

      Vielen Dank, liebe Rebecca!
      Twitter ist bei mir auch Zeitfresser Nummer 1, weshalb ich es ein bisschen einschränken möchte. Bei den Vergleichen lasse ich mich leider vor allem von Instagram beeinflussen.
      Ich freue mich schon sehr auf deinen Beitrag! 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

  2. 20. August 2017 / 13:06

    Hallo Anabelle,

    ein sehr schöner Beitrag, danke dafür! Ich habe mich in vielem widererkannt, da ich selbst – insbesondere in den letzten Monaten – viel nachdenklicher geworden bin; meine Prioritäten neu geordnet und vieles geändert habe, unter anderem alte Gewohnheiten auch einfach mal über Bord geworfen habe.

    Eigentlich kann ich dir bei allem zustimmen, außer die Sache mit den Fotos. Ich gehöre zwar nicht zu denjenigen, die Cupcakes fotografieren oder vor dem Essen das komplette Menü ablichten, um es auch auf jeden Fall auf Instragam online stellen zu können, aber die Fotografie ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens und eigentlich sieht man mich nie ohne Kamera in der Hand. Ohne Buch und ohne Kamera nie, ohne Handy dann schon mal eher. Seit bei uns auf der Arbeit das Handyverbot herrscht bin ich tagsüber ohnehin meist “offline” und poste vielleicht hier und da in der Pause mal ein Foto oder abends schnell vor dem Sport, dadurch habe ich Instagram sehr vernachlässigt, vielleicht nicht was das posten angeht, aber eben das Kommentieren bei anderen. Ich habe manchmal echt ein schlechtes Gewissen deswegen; allerdings ist mir klar geworden, dass es einfach Wichtigeres gibt. Wie du sagst stirbt niemand, wenn man auf Nachrichten nicht direkt antwortet oder nicht direkt jedes neu gepostete Bild eines Lieblingsaccounts liked und kommentiert. Meist scrolle ich durch den Instagram News Feed wenn ich abends auf dem Sofa liege, Twitter habe ich teilweise schon komplett aufgegeben, 1. weil die meisten Leute da ohnehin nur Mist posten und 2. weil es mich kaum noch interessiert. Hin und wieder retweete oder poste ich selbst was, aber ansonsten schenke ich meiner Twitter App kaum noch Beachtung. Das Gleiche gilt für Whatsapp. Die App habe ich schon bestimmt seit über einem Jahr auf stumm geschaltet, sehe daher meistens erst nach einigen Tagen, dass ich eine Nachricht bekommen habe – so what? Wenn man keine Zeit hat, ist das eben so und das ist auch vollkommen ok so.

    Was das Konsumverhalten angeht war ich erst kürzlich auch sehr von mir selbst schockiert, wie sehr das teilweise ausartet, aber ohne hier jetzt seitenweise aufzuschreiben, was ich geändert habe, bzw. was ich noch alles ändern werde, kann ich nur sagen, dass ich hier meinen Weg gefunden habe. Im Urlaub habe ich ebenfalls nichts gekauft, außer einem Fächer, weil die Hitze einfach zu unterträglich war^^ Ich wäre auch gerne viel minimalistischer, bedachter bezüglich der Dinge die ich kaufe, aber ich möchte hier auch nicht in ein Extrem abfallen, sondern den richtigen Weg für mich persönlich finden und ich denke das habe ich.

    Zu dem Vergleichen – ich vergleiche mich schon lange nicht mehr mit anderen Leuten, da es nichts bringt und nur unglücklich macht. Natürlich erwischt man sich schon mal dabei, dass man jemanden um was beneidet, sei es nun um schöne Haare, eine tolle Figur, ausgewöhnliche Reisen, viel Geld etc. pp. – aber meist haben diese Menschen hart dafür gearbeitet, sich gewisse Träume zu erfüllen. Diese Leute hatten den Mut etwas zu verändern, den man selbst vielleicht nicht hat und bevor man sich hier zu viel vergleicht, neidisch wird und dadurch unglücklich, sollte man das Leben einfach mal selbst in die Hand nehmen, schauen was man verändern kann, was man verändern möchte und dann das Leben führen, das man führen möchte.

    Was Dankbarkeit angeht, sehe ich das genauso. Es gab mal eine Zeit, da habe ich jeden Abend die Dinge aufgeschrieben, für die ich dankbar war. Das hat irgendwann nachgelassen, doch aufgrund einiger Veränderungen und Ereignisse, die mich in letzter Zeit sehr viel zum Nachdenken gebracht haben, habe ich damit wieder angefangen. Ich schreibe sie nicht mehr auf, aber ich denke gezielt darüber nach und danke den Leuten auch persönlich, die mir z. B. was Gutes getan oder mir den Weg gewiesen haben.

    Was Social Media etc. angeht, auf die Zahlen achte ich schon lange nicht mehr. ich bin noch zu jung, um mir selbst graue Haare dadurch zu machen, dass ich mich über fehlende Likes oder Kommentare aufrege. Mir macht es Spaß und Freude, Bücher in Szene zu setzen und sich mit Leuten auszutauschen. Das reicht mir. Zu der Zeit, als ich mich noch darüber wunderte bzw. aufregte, dass die Zahlen sanken, ging der Spaß absolut verloren. Sich bloß auf Likes etc. zu versteifen, ist in meinen Augen absolute Zeitverschwendung.

    Danke für diesen tollen Beitrag!

    Liebste Grüße
    Ivy

    • Anabelle 3. September 2017 / 20:00

      Liebe Ivy,

      bei dir ist das Fotografieren ja auch ein Hobby und eben “richtige Fotografie”. Ich meinte damit eher, alles, was man erlebt, gleich ablichten zu müssen, immer mit dem Gedanken, wie man es am besten mit der Welt teilen kann, anstatt es erst einmal zu genießen.

      Vielen, vielen Dank für deinen Kommentar! Ich finde es total interessant zu sehen, wie ihr alle darüber denkt! 🙂

      Liebste Grüße
      Anabelle

  3. 20. August 2017 / 16:39

    Liebe Annabelle,

    ich glaube viele Dinge, über die Du schreibst, haben etwas mit dem rechten Maß zu tun. Alles das haben wollen, was andere auf Instagram posten – oder sich hier und da inspirieren lassen und Neues entdecken. Sich vergleichen und denken die anderen machen alles besser – oder andere als Anstoß nehmen, sich selbst zu überdenken und hier und da etwas anders zu machen, ohne dabei gleich alles, was man bisher so getan hat, zu verwerfen. Neulich las ich in einem Kommentar auf Instagram ein flammendes Plädoyer fürs ‘Einfach im Moment leben’, damit einbegriffen sich nicht um Prüfungen und ähnliches zu sorgen – aber ich glaube das kann man auch übertreiben; nämlich dann, wenn man nicht, wie du schreibst, aus dem schelchten Ergebnis die richtige Konsequenz zieht, sondern die ‘Lebe im Moment’-Haltung zu einer ‘Mir ist alles egal, außer dem was gerade jetzt und hier passiert’-Haltung wird.
    In deinem Beitrag finde ich jedenfalls viele Gedanken, die ich mir so oder so ähnlich auch schon gemacht habe. Und ganz nebenbei bemerkt, Du hast mich in letzter Zeit zu meheren Buchkäufen inspiriert, die ich nicht hätte missen wollen – und das wäre mir ohne Social Media wohl so nicht passiert.

    Alles Liebe,
    Anja

    • Anabelle 3. September 2017 / 20:02

      Liebe Anja,

      das kann ich voll und ganz unterschreiben, es sollte bei beidem einfach nicht ins Extrem schlagen. Ich sehe bei mir selbst oft, dass es das beim Social Media ein wenig tut, deshalb übe ich mich gerade da drin, das Handy nicht gleich in die Hand zu nehmen, wenn ich mal fünf Sekunden unbeschäftigt bin. 😀
      Und das mit den Büchern freut mich natürlich sehr!

      Liebe Grüße
      Anabelle

  4. 20. August 2017 / 17:35

    Hallo Liebes,

    Es ist lustig, aber es sind genau diese Beiträge, die ich am liebsten lese. Beiträge, die Dinge ansprechen und nicht einfach irgendwas anpreisen oder nur leeres nachgeplapper sind.

    Ich bastele gerade selbst an solchen Beiträgen. Über das Thema Konsum mache ich mir schon lange Gedanken. Ich habe zum Beispiel aufgehört die meisten YouTuber zu schauen. Ich sehe mir nur noch drei an, denen ich einfach gerne zuhöre, die aber nicht dieses “oh das muss ich auch haben” in mir auslösen. Was sowieso schwierig ist, seit ich meine Hautreinugung erfolgreich umgestellt habe und die meisten Produkte bei der Prüfung durchfallen.

    Und natürlich betrifft das auch Bücher. Aber dazu dann in den Beiträgen mehr ;).

    Viele Grüße
    Dana

    • Anabelle 3. September 2017 / 20:04

      Liebe Dana,

      vielen Dank, das freut mich sehr. 🙂
      Das mit YouTube geht mir ganz genauso. Ich habe früher recht viel geschaut und konnte wirklich beobachten, wie ich nach total vielen Videos das Gefühl hatte, etwas unbedingt haben zu müssen – was in den meisten Fällen natürlich Schwachsinn war. Bei Booktube geht es mir zwar immer noch so, aber Buchkäufe habe ich bisher nie bereut.
      Magst du mir verraten, um welche YouTuber es sich da bei dir handelt? 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

      • 23. September 2017 / 16:33

        Hallo Annabelle,

        meine Antwort kommt zwar etwas spät, aber so ist das eben, wenn man nicht immer am Computer sitzt :P.
        Die Youtuber, die ich mir gerne anschaue heißen “Miaklaraundich” und hinter dem Namen verbirgt sich Alina aus München, Julia Graf und Barbarasofie. Die beiden letzten jedoch etwas eingeschränkt. Kommt drauf an, ob es mich interessiert und mir gerade danach ist (meistens beim Training auf dem Fahrrad :P).

        Liebe Grüße

        Dana

    • Anabelle 24. August 2017 / 20:46

      Vielen, vielen Dank! Das freut mich. 🙂

  5. 20. August 2017 / 20:41

    Hallo,
    ein wirklich toller Beitrag. Und du hast ja sooooo recht!
    Man macht sich einfach viel zu sehr abhängig von der Social-Media-Welt. Ich ertappe mich manchmal dabei, wie ich mir Posts für Twitter überlege oder wie man manche Situationen gut einfangen kann um diese zu posten. Und das finde ich schon ziemlich schräg.
    Denn man sollte sein Leben doch nicht nur auf diese Welt beschränken. Obwohl es mir trotzdem viel Spaß macht die Dinge mit den anderen zu teilen. 😉
    Ganz besonders hat mir Nummer 6 aber gefallen. Denn ich bin ein Mensch der sich gerne schnell und dann auch manchmal lange über Kleinigkeiten ärgert. Und es stimmt, an vielen Dingen kann man einfach nichts ändern und ich nehme mir deinen Tipp zu Herzen und versuche ruhiger zu werden. 🙂
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    • Anabelle 24. August 2017 / 20:45

      Liebe Diana,

      damit bist du nicht alleine. Ist ja irgendwie auch logisch: Wir verbringen einen großen Teil des Tages online, da verschwimmt es wohl automatisch.

      Ich versuche mir jetzt auch erstmal, das alles zu Herzen nehmen – ist ja leider immer alles einfacher aufgeschrieben statt umgesetzt. Aber wir schaffen das! 😀

      Liebe Grüße
      Anabelle

  6. 21. August 2017 / 11:20

    Liebe Anabelle,
    genau so wie im 1. Punkt halte ich es mit dem Lesen. Wenn mich jemand fragt, wie ich so viel lesen kann lautet meine Antwort: ich lese halt einfach. Ich nehme mir bewusst Zeit, und wie du schon sagst, wenn es abends nur 30 Minuten sind.

    Ich bin ganz froh, dass ich nicht so den Druck habe, bei Instagram immer on the top zu sein. Manchmal verliere ich Follower, oft bekomme ich welche dazu. Manchmal poste ich 4 Tage kein Foto, manchmal 4 am Tag. Es ist wie es ist, aber es stresst mich zum Glück nicht. Ich habe Freunde, die da regelmäßig Krisen durchleben, weil der Feed nicht einheitlich aussieht oder ein Foto nur so und so viele Herzchen bekam. Es gibt wichtigeres.

    Der Aspekt mit dem Minimalismus finde ich interessant. Mir fällt auch jedes Mal im Urlaub auf, wie wenig ich eigentlich brauche um glücklich zu sein. Zuhause angekommen bestelle ich wieder 20 Bücher weil ich denke, dass ich sie brauche. Ich bin da etwas zwiegespalten, einerseits möchte ich sie einfach haben und kaufe sie halt einfach, habe da auch kein schlechtes Gewissen. Andererseits stehen sie dann monatelang ungelesen herum. Naja. Und trotzdem freue ich mich über die Auswahl in meiner eigenen kleinen Bibliothek. Aber du hast natürlich recht, man braucht nicht unbedingt immer alles, jetzt sofort. Ich speichere mittlerweile alles auf Wunschlisten, bei Amazon oder Medimops. Oft sortiere ich dann wieder aus.

    Mittlerweile versuche ich auch, mich über Dinge, die ich eh nicht ändern kann, nicht mehr zu ärgern. Ich bin leider sehr impulsiv und rege mich schnell auf. Aber dann versuche ich es gut sein zu lassen. Bringt ja eh nichts. Lieber um das Symptom kümmern und es nächstes Mal anders, besser machen.

    Ey, Vegetarier ist strange.. ich hätte vermutlich mit Ey, Tierfresser oder so geantwortet wie ich mich kenne 😀

    “Im Endeffekt sind wir dem Universum egal. Und das ist doch irgendwie beruhigend.” – ja, das ist es. Es gibt viel zu viele Dinge, die eine hohe Wertigkeit für Menschen haben. Gewicht, Kleidung, Haarfarbe, Bart, kein Bart,… mir ist sowas meistens einfach egal. Aber das ist ein anderes Thema.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Anabelle 24. August 2017 / 20:43

      Liebe Nicci,

      zum Lesen muss ich mir auch unbedingt bewusst Zeit nehmen. Sonst kommt man einfach nicht dazu.

      Buchkäufe bereue ich eigentlich nie. Selbst wenn sie ungelesen rumstehen, machen sie mich glücklich und ich unterstütze die Buchbranche 🙂
      Leider wandert auch so viel unnötiges Zeug auf meiner Wunschliste, von dem ich mir dann einrede, dass ich es brauche.

      Vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂

      Liebste Grüße
      Anabelle

      • 31. August 2017 / 10:59

        Ich bereue sie auch nie. Wie du schon sagst, sie machen glücklich und man unterstützt Autoren, Verlage und Co. Und wenn ich sie ungelesen wieder verkaufe oder verschenke finde ich das auch in Ordnung.

  7. 21. August 2017 / 21:27

    Da hast Du einige sehr wahre und wichtige Punkte aufgegriffen. Ich muss mich auch mal wieder auf meine Zeit ohne Internet besinnen.

    Neri, Leselaunen

    • Anabelle 24. August 2017 / 20:40

      Vielen Dank, liebe Neri! Und viel Erfolg dabei. 🙂

  8. 22. August 2017 / 12:20

    Liebe Anabelle,

    das ist ein sehr schöner, reflektierter Text von dir über unsere moderne Zeit! Ich finde es ähnlich wie du übertrieben, sich den Social Media und Apps total zu entsagen. Dafür liebe ich es zu sehr, der Buchblogger-Community auf Twitter und Instagram zu folgen und mich mit ihnen auszutauschen und auf ihren Blogs zu lesen. Kommunikation über Distanzen hinweg ist außerdem mit der Online-Kommunikation viel einfacher geworden, sodass man mit seinen besten Freunden auf der ganzen Welt in Kontakt bleiben kann. Jedoch ertappe ich mich auch sehr oft, dass ich stundenlag Zeit im Internet verbringe und danach das Gefühl habe, nicht wirklich etwas geschafft zu haben. Man muss denke ich sich häufiger im Alltag bewusst Zeit einräumen, welche man offline verbringt, mit Freunden oder mit einem Buch. Ich werde im Oktober auch nach Frankreich über ein verlängertes Wochenende fahren. Gerade überlege ich, mich dir anzuschließen und auch mal bewusst offline zu bleiben! Mal schauen, ob es mir auch so gelingt! 🙂

    Liebe Grüße Luise

    • Anabelle 24. August 2017 / 20:40

      Liebe Luise,

      du hast es eigentlich perfekt zusammengefasst. Wichtig ist aber auch, dass man sich dann wirklich Zeit für sich nimmt, Buch, spazieren oder wie auch immer. 🙂

      Ich wünsche dir ganz viel Spaß in Frankreich!

      Anabelle

  9. 24. August 2017 / 22:59

    Schöner Post, den ich nur so unterschreiben kann. Offline-Zeit tut zwischendurch einfach gut, denn man bemerkt, wie überflüssig Follower und Likes sind.

  10. 13. November 2017 / 18:02

    …sehr weise! KOMPLIMENT!
    Da können wir uns alle was von abschauen…

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