Die Fährtenleserin – Karl Olsberg

Die Faehrtenleserin Karl Olsberg

Auf einen Blick

Titel: Die Fährtenleserin
Autor: Karl Olsberg
Erschienen: 7. Juni 2017
Seiten: 292
Preis: 3,99€/9,99€ (eBook/Taschenbuch)

Vielen Dank an Karl Olsberg für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

Zum Inhalt

Als die Fährtenleserin Andrin die Chance erhält, durch Jagd auf eine gefürchtete Bestie das Geld zu verdienen, das nötig ist, um ihren Vater aus der Gefangenschaft zu befreien, zögert sie keine Sekunde. Sie schließt sich einer Gruppe von Leuten an, um mit ihnen gemeinsam loszuziehen und die Bestie zu erlegen. Auf ihrer Reise lernt sie jedoch, dass hinter Menschen mehr steckt, als ihre Fassade erahnen lässt und sie gefährlicher sein können als die wilde Bestie, auf die sie Jagd machen …

Jeder Mensch trägt eine Geschichte in sich

Zum ersten Mal in diesem Jahr habe ich mal wieder an einer Leserunde auf LovelyBooks teilgenommen. Anlass dafür war Karl Olsbergs erster Fantasyroman Die Fährtenleserin. Da der Autor bisher Thriller geschrieben hatte, versprach ich mir von dem Buch einiges an Spannung.

Was die Spannung angeht, konnte mich das Buch von Anfang an überzeugen: Die Geschichte beginnt mitten in der Handlung, ist aber so strukturiert, dass man keinerlei Einstiegsprobleme hat. Man beobachtet das Geschehen, die Welt sowie die anderen Charaktere durch die Augen der Protagonistin Andrin. Sie erhält in einer Kneipe die Gelegenheit, durch die Jagd auf eine Bestie das Geld zu verdienen, das nötig ist, um ihren Vater zu befreien. Auf den ersten Seiten wird also bereits die Handlung in Gang gesetzt, was mir sehr gut gefallen hat!

Leider wurde ich mit Andrin trotz der edlen Beweggründe für ihre Reise stellenweise nicht richtig warm. Ingesamt gefiel mir ihr Charakter gut: Sie ist stark, loyal, eine mutige junge Frau und beweist doch viel Empathie und Einfühlungsvermögen. An anderen Stellen jedoch ging mir ihre Naivität leider sehr auf die Nerven und ließ sich für mich nicht wirklich mit ihren eben genannten Charakterzügen vereinen.

Doch natürlich ist Andrin nicht die einzige Figur des Romans. Um sie versammelt sich eine Truppe an Gefährten, was dem Buch eine Dynamik verleiht, die mir sehr gut gefällt. Am meisten überzeugten mich die einzelnen Geschichten, die in die Haupterzählung eingewoben wurden. Jeder Einzelne der Truppe hat eine lehrreiche Geschichte zu erzählen. Zum einen lernt man dadurch die Charaktere besser kennen, zum anderen ist jede der Geschichten so in sich abgeschlossen, dass sie parabelähnlich fast für sich alleine stehen können und dem Leser immer eine wichtige Botschaft vermitteln.

Was mir mindestens genauso gut gefallen hat und mich endgültig von dem Buch überzeugt hat, ist leider etwas, was ich gar nicht benennen kann, ohne zu spoilern. Ich sage einfach so viel: Die Geschichte nimmt eine ungeahnte Wendung und behandelt ein Thema, das mich wahnsinnig interessiert – noch dazu auf eine Weise, die ich so aus anderen Büchern mit ähnlicher Thematik nicht kenne.

Das Einzige, was ich ein bisschen vermisst habe, was aber sicherlich dem Umfang des Romans geschuldet ist, ist das World Building. Alles, was Karl Olsberg um Andrin herum aufgebaut hat, gefällt mir sehr gut – nur dürfte es meiner Meinung nach noch etwas mehr sein. Bei Fantasy faszinieren mich die verschiedenen Welten und wie sie funktionieren immer am meisten, daher hätte es mich gereizt, noch mehr über Andrins Welt zu erfahren. Wie sie funktioniert, ob es Religionen, andersartige Wesen, welche Sprachen und physikalische Gesetze es gibt. Allerdings wurde hierfür schon eine Grundlage gelegt und ich bin sehr gespannt, ob diese in den weiteren Teilen ausgebaut wird.

Fazit

Karl Olsberg hat mit seiner Fährtenleserin bewiesen, dass er nicht nur Thriller schreiben kann. Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Teile und freue mich, Andrin wiederzusehen und – hoffentlich – mehr über ihre Welt erfahren zu dürfen.

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