Behind The Screens #24: Unbeliebte Protagonisten

Einen wunderschönen Sonntagmorgen euch allen!
Ich hoffe, ihr habt gut geschlafen und seid fit für den heutigen Tag. Bevor ich mich meinen Unibüchern widme, schaue ich erst einmal auf die aktuelle Woche zurück und lasse mich ein wenig über unbeliebte Protagonisten aus.

1. Wie war deine Woche?

Herzlich Willkommen zurück zur unspektakulären Ich-mache-nichts-außer-Uni-und-arbeiten-Phase. Manchmal schlafe ich auch ein bisschen zwischendurch. Da das aber auch nicht so aufregend ist, erzähle ich euch einfach etwas von meinen aktuellen Büchern. Zu Herr der Ringe brauche ich denke ich nicht viel sagen, außer, dass ich sehr schleppend vorankomme, weil ich nach ein paar Seiten immer einschlafe. Dafür höre ich aktuell Silo von Hugh Howey, das mir wirklich gut gefällt. Es handelt sich um eine Zukunftsdystopie, in der die Menschheit in Silos unter der Erde lebt

2. Gibt es Protagonisten, die du nicht leiden kannst? Was muss ein Protagonist tun, um sich bei dir so richtig unbeliebt zu machen?

Es gibt Charaktere, bei denen mal es liebt, sie zu hassen. Das ganze Fandom hasst sie und diese geballte Ladung an Antipathie bringt die Leser zusammen. Ich denke da an Dolores Umbridge oder Joffrey Baratheon. Bei manchen Szenen sieht man sicher noch die Abdrücke meiner vor Wut verkrampften Finger. Aber diese Charaktere beleben die Geschichte erst richtig, wenn wir ehrlich sind.
Manchmal sind es jedoch nicht die Nebencharaktere, sondern die Protagonisten, die unser Missfallen erregen. Das ist eher selten der Fall, da Protagonisten ja so konzipiert sind, dass wir uns mit ihnen identifizieren können, aber manchmal geht genau das ganz schön schief – ob beabsichtigt oder nicht sei mal dahingestellt.

Zuallererst fiel mir zu der Frage gerade Mae von The Circle ein, da mein Freund das Hörbuch diese Woche beendet hat und wir ziemlich diskutiert haben. Er fand das Buch nämlich total schlecht. Was Protagonistin Mae angeht, kann ich ihm nur zustimmen: Sie ist schrecklich. Bei mir ist es schon ein paar Jahre her, dass ich den Roman gelesen habe, aber ich war mir damals ziemlich sicher, dass sie beabsichtigt so konzipiert ist, dass man eine Distanz zu ihr aufbaut. Der Freund ist der Meinung, dass Dave Eggers einfach nicht schreiben kann.

Dann dachte ich daran, Mare aus Red Queen zu nennen, die mir mit ihrer Naivität total auf die Nerven ging. Ja und dann fiel mir ein Buch ein, dass ich Ende letzten Jahres gelesen habe: Frostmädchen. Ich habe eine Rezension geschrieben, in der ich genau erläutert habe, was mich an dem Buch und seiner Protagonistin Naeve so stört, aber hier noch einmal die Kurzfassung: Naeve ist unfassbar naiv, untätig und willensschwach. Zu Beginn des Buches dachte ich auch hier noch, dass die Darstellung beabsichtigt sei und sie noch eine grandiose Wandlung durchmachen würde, aber nichts. Was sie tun musste, um sich bei mir unbeliebt zu machen? Sie ließ sich schlecht behandeln und tat nichts dagegen. Dann gab sie mir kurz Hoffnung, indem sie scheinbar einsah, wie doof das ist – nur um sich danach direkt dem nächsten Kerl an den Hals zu werfen und weiterhin abhängig zu sein. Oh, und um mir so richtig auf die Nerven zu gehen, porträtiert sie in allem was sie tut Schwäche, behauptet aber in jedem zweiten Satz, dass sie so superstark und selbstständig sei, nur um diese Worte noch während sie verhallen ins Lächerliche zu ziehen. Wenn mir ein Protagonist so richtig den Rest geben will, macht er das dann noch über 400 Seiten et voilà.

3. Was war dein Wochenhighlight?

Da diese Woche nicht sonderlich spannend war, nenne ich als Wochenhighlight mal das letzte Wochenende. Denn da war ich mit meinem Leipziger Blogger-Squad zum Brunch verabredet und es war wieder einmal richtig schön. Es gibt nichts Schöneres als sich mit Menschen zu unterhalten, die die gleichen Leidenschaften teilen wie man selbst. Also danke dafür!
Oh und dank Minasmorgulbooks möchte ich jetzt noch dringender zur YALC nach London und hätte beim Brunch fast einen Flug gebucht. Mal sehen, ob und wie lange ich noch standhaft bleibe – ich meine, V. E. Schwab ist dort!

Wie war eure Woche? Habt ihr etwas Spannendes erlebt? Und welche Protagonisten konntet ihr so gar nicht leiden? Antwortet gerne in den Kommentaren oder in einem eigenen Beitrag:

Die Fragen für nächste Woche lauten:

1. Wie war deine Woche?
2. Gibt es Bücher, bei denen du dich im Nachhinein schämst, sie gelesen zu haben?
3. Was war dein Wochenhighlight?

3 Comments

  1. 7. Mai 2017 / 22:42

    Ein Buchcharakter den ich so gar nicht leiden konnte, ist Clary Fray aus “City of Bones”. Ihre Naivität hat mich total aufgeregt. 😀 Außerdem fand ich es unglaublich nervig, wie sehr sie Jace angehimmelt hat und… ach, keine Ahnung. Ich wurde einfach nicht warm mit ihr.

    • Anabelle 8. Mai 2017 / 8:29

      Kann ich voll verstehen! Ich habe bisher nur Band 1 gelesen, aber irgendwie wurde ich auch das ganze Buch über nicht warm mit ihr und habe deshalb auch noch nicht weitergelesen.

  2. 9. Mai 2017 / 18:53

    Eine Figur, die ich auf den Tod nicht ausstehen konnte, war Kiera aus ‘Thoughtless’. Eine so schreckliche Heldin habe ich zuvor noch nie erlebt und auch seitdem nicht wieder. (Ein paar der Gründe hatte ich damals in einem Beitrag zusammengefasst: http://nobody-knows.eu/2015/04/ich-lese-thoughtless/ ). Bis heute ist es mir ein Rätsel, wie man diese Person – oder das Buch, wenn wir schon dabei sind – mögen kann. Sie ist so etwas von unselbstständig und hinterhältig, dass ich kaum Worte dafür finde. Das hat mir das ganze Buch vermiest, schließlich konnte ich mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren und konnte dadurch auch nicht mit ihrer Liebesgeschichte mitfiebern, weil sie den armen Kellan meiner Ansicht nach überhaupt nicht verdient hat. Schlimm.

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