Aprilblüten [04/17]: #hdrreadathon, ein Jahreshighlight & Bibliotheksliebe

Wir haben Mai. Das heißt, ich habe seit drei Monaten keinen Lesemonat mehr online gestellt.
Das lag vor allem daran, dass ich kaum zum Lesen kam und somit nicht viel zu berichten hatte. Daran hat sich zwar eigentlich nichts geändert, aber ich wollte trotzdem mal wieder auf die gelesenen Bücher zurückblicken. Deshalb kommen hier die Mini-Aprilblüten mit meinen Neuzugängen und gelesenen Büchern des Aprils.

Lesemonat

Im April habe ich drei Bücher beendet. Nummer 1 war ein Hörbuch, das ich schon im Februar begonnen habe: Geister von Nathan Hill. Auf das Buch bin ich durch Karla Paul aufmerksam geworden. Nachdem ich in der Buchhandlung ein paar Mal gerade so meinen schwachen Momenten entkommen bin, habe ich es mir letztendlich mit meinem audible-Guthaben geholt. Geister ist ein wahnsinnig komplexes Buch, weshalb es mir auch nicht gelingen würde, die Handlung gut zu beschreiben. Es vereint unglaublich viele Themen und ergibt doch ein harmonierendes großes Ganzes. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine Familiengeschichte, die es sicherlich auch ist, jedoch handelt es von Ängsten, Postfaktischem und alternativen Fakten, verpassten Chancen, Polizeigewalt, Verlusten, Vorurteilen und vielen, vielem mehr. Für mich ist Geister jetzt schon eines meiner Jahreshighlights und ich kann es wirklich nur weiterempfehlen!

Die Gefahr des Fernsehens besteht darin, dass die Leute anfangen, die Welt durch einen einzelnen Wassertropfen zu sehen und die Art, wie dieser eine Tropfen das Licht bricht, bestimmt das Bild. – Geister, Nathan Hill

Bei Buch Nummer 2 handelt es sich um The Fellowship of the Ring, den ersten Band der Herr-der-Ringe-Trilogie. Aktuell findet ja der #hdrreadathon statt und ich hatte schon Angst, nicht einmal Band 1 im April beenden zu können. Ich muss gestehen, dass mir der Einstieg etwas schwer fiel, da man sich erst auf die – ich sage mal gemütliche – Schreibweise einlassen muss. Gegen Ende wurde es jedoch immer spannender und nach 400 Seiten war ich dann auch endlich richtig drin. Auf jeden Fall war es spannend zu lesen, wie viele Unterschiede es doch zum Film gab.

Das dritte Buch habe ich für die Uni gelesen und ich war erstaunt, wie gut es mir gefallen hat. Wir haben gerade ein Buch zu deutschsprachigen Nobelpreisträgerinnen und das erste Buch, das wir besprechen, ist Bertha von Suttners Die Waffen nieder. Ich hatte zuvor noch nie etwas von dem Buch gehört, was mich jetzt im Nachhinein echt ein ewig schockiert. Das Buch eignet sich eigentlich hervorragend als Schullektüre und die Autorin hat völlig zurecht einen Friedensnobelpreis erhalten, wenn man ihre Werke sowie ihr Lebenswerk betrachtet. Die Post-its sprechen, denke ich, Bände.

Neuzugänge

Letztes Jahr habe ich mir sehr oft Buchkaufverbote auferlegt und sie so gut wie nie durchgehalten. Dieses Jahr hatte ich noch kein einziges Kaufverbot und, siehe da, ich habe den gesamten April kein Buch gekauft. Aktuell liegen einfach so viele Bücher im Regal, die ich unbedingt lesen möchte, dass ich gar nicht auf den Gedanken kam, mir neue Bücher zuzulegen. Noch vor wenigen Monaten hätte ich mir für solche Gedanken strikte Bettruhe und einen Liter Tee verordnet.

Zwei neue Bücher durften dennoch einziehen. Obwohl ich mir vorgenommen habe, keine Rezensionsexemplare vor Beenden der Prüfungen anzunehmen, haben mich zwei Werke dann doch so neugierig gemacht, dass ich nicht Nein sagen konnte.

Zum einen war das Schuld und Menschlichkeit von Constantin Himmelried. Das Buch berichtet von Justizfällen, die auf wahren Begebenheiten beruhen und ermöglicht dem Leser einen Einblick in das deutsche Justizsystem. Mich persönlich hat das Buch wirklich neugierig gemacht, da ich mich schon sehr oft gefragt habe, wieso manche Urteile ausfallen, wie sie nun einmal ausfallen. Oft scheinen Recht und Gerechtigkeit nicht ganz nah beieinander zu liegen, weshalb ich gespannt bin, ob man durch das Buch einen anderen Blickwinkel auf diese Dinge erhält.

Zum anderen hat mich ein Buch aus dem aktuellen Programm von Klett-Cotta sehr angesprochen: Das Mädchen im Strom von Sabine Bode. Der Roman beruht ebenfalls auf einer wahren Begebenheit und handelt von Gudrun Samuel, einem jungen Mädchen aus Mainz, das die Herrschaft der Nationalsozialisten zur Flucht zwingt – denn Gudrun  ist Jüdin. Unter dem Namen Judy flieht sie vor dem Naziregime. Durch ein Seminar an der Uni beschäftigt ich mich gerade wieder mehr mit (Nach-)Kriegsliteratur und bin sehr gespannt auf dieses Buch!

Bibliotheken oder warum zur Hölle erst jetzt?

Anfang April habe ich mich in der Stadtbibliothek angemeldet. Und ich könnte mich selbst ohrfeigen, dass es so lange gedauert hat. Ich hatte das zwar vorher schon auf dem Schirm, dachte aber immer, bei der Menge an ungelesenen Büchern, die daheim liegen, wäre es ziemlich unnötig mich zusätzlich noch für die Bibliothek anzumelden. Grund für die Anmeldung war nicht einmal, dass sich meine Meinung geändert hat, sondern schlicht und ergreifend die Menge an Literatur, die ich für die Uni brauche. Hätte ich mir das alles selbst gekauft, hätte ich vermutlich Netflix kündigen oder ähnlich Herzzerreißendes tun müssen, um an Geld zu kommen. Im Endeffekt hatte ich das Geld für den Bibliotheksausweis dann schon beim ersten Buch wieder raus – und habe ganz nebenbei meine Meinung grundlegend geändert.

Als Kind war ich ständig in der Bücherei unseres Dorfs und weiß gerade gar nicht, wie ich so lange ohne auskam. Allein die Ruhe und die Atmosphäre sind es schon wert und für die ganzen Hörbücher, die ich dort entdeckt habe, hat sich die Anmeldung schon doppelt und dreifach gelohnt. Vermutlich wisst ihr das alles schon und ich erzähle euch nichts Neues, aber: Bibliotheken sind großartig. Und ich habe viel zu lange gezögert!

Wie war euer April? Habt ihr ein gutes Buch gelesen oder neuen Büchern ein Zuhause gegeben?
Ich wünsche euch einen wunderschönen Start in den Mai!

Anabelle

4 Comments

  1. 2. Mai 2017 / 16:21

    Toller Rückblick!
    Das Mädchen im Strom klingt sehr interessant, Geister ebenfalls.
    Ich muss auch mal wieder öfter in die Bibliothek gehen.
    Bei uns kann man sogar manchmal alte Bücher kaufen.

    Liebe Grüße,
    Nicci

  2. 3. Mai 2017 / 21:01

    Ich mag Rückblicke auch dann, wenn man nicht viel gelesen hat, da man ja auch allgemein auf den Monat zurückblickt und ein bisschen was erzählen kann, was du ja auch gemacht hast 🙂
    Schön dass du auf die Bibliothek gekommen bist und mit der Entscheidung so zufrieden bist! Bibliotheken nutze ich “privat” seit meiner Kindheit nicht mehr, weil das Angebot hier im Ort sehr begrenzt ist, aber ich habe festgestellt, dass es auch in der Uni-Bibliothek super viele Bücher gibt, die ich noch lesen möchte. Das werde ich also auch nutzen, wenn ich mich nicht zu sehr von meinen eigenen Büchern ablenken lasse und “Die Waffen nieder” ist direkt auf meiner Merkliste dafür gelandet 🙂

    Liebe Grüße!

  3. 17. Mai 2017 / 17:34

    Hallo Stehlblueten,

    ich knabbere mich ja immer noch durch “Herr der Ringe – Die Gefährten”, kann dir aber Recht geben, dass man ab Seite 400 das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte.

    Es freut mich, dass es dich zur Bibliothek gezogen hat und das dein altes Bild revidiert wurde, denn heute sind die meisten Bibliotheken sehr viel mehr, als nur ein paar Bücher und (meistens) Hörbüchern. Heute gibt es oft schon in kleinen Bibliotheken ein Online-Angebot, so dass man auch e-Books und e-Audios ausleihen kann. Und in Bibliotheken größerer Städte gibt es auch noch tolle andere Sachen, wie zum Beispiel Online-Lexika (die für die Uni genutzt werden können).

    Sorry, wenn ich hier sozusagen “Eigenwerbung” dafür mache ;). Ich freue mich einfach immer, wenn ich etwas anderes höre als “In Bibliotheken gibt es Bücher”.

    Viele Grüße Moony

    • Anabelle 17. Mai 2017 / 22:23

      Liebe Moony,

      bei so einer tollen Sache brauchst du dich für Eigenwerbung nun wirklich nicht zu entschuldigen! Ich bin nach wie vor total glücklich damit, mich endlich angemeldet zu haben. 🙂
      Die “Onleihe” habe ich noch nicht getestet, aber das werde ich demnächst auch mal tun.

      Liebe Grüße
      Anabelle

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