Behind The Screens #23: Familie, Handschriften & Hamburg

Einen wunderschönen Welttag des Buches euch allen!
Mit welchem Buch verbringt ihr den heutigen Tag? Bei mir werden es heute wohl die Unibücher sein, aber das ist nicht weiter schlimm, denn die Bücher, die ich gerade für die Uni lesen muss, sind wirklich gut und außerdem hatte ich eine wundervolle Woche, sodass ich heute einiges aufzuholen habe!

1. Wie war deine Woche?

Wunderwunderschön! Gerade bin ich in einem richtigen Hoch und noch voller Endorphine, weil die Woche wirklich so toll war. Ich kam endlich dazu, mein neues Bücherregal aufzubauen (okay, der Freund hat es aufgebaut) und die Bücher alle mal zu sortieren. Am Dienstag kam meine Mutter für ein paar Tage zu Besuch, worauf ich mich schon riesig gefreut habe. Wir waren shoppen und eigentlich ständig irgendwo essen – was super war.

Am Mittwoch sind wir mit einem Seminar der Uni alte Handschriften anschauen gegangen, was mich sehr beeindruckt hat. Ich finde es wahnsinnig spannend, wie viel Geschichte in diesen Büchern steckt. Nicht nur, was Sprache, Inhalt und Machart der Bücher angeht, sondern alleine schon die Vorstellung, wer diese Bücher schon alles in den Händen gehalten haben mag.

Die ganz alten Bücher waren alle mit Schnallen versehen. Ich dachte bislang immer, die wären einfach aus dekorativen Gründen an den Büchern befestigt, tatsächlich sind sie aber da, um das Pergament nach Gebrauch des Buchs wieder zu glätten. Selbst innerhalb der wenigen Minuten, die wir die einzelnen Bücher angeschaut haben, wellte sich das Pergament schon ziemlich stark, einfach durch die Atemfeuchtigkeit. Für mich war das wirklich eines der lehrreichsten und spannendsten Seminare bisher. Habe ich schon erwähnt, dass ich Bücher liebe?

Am Wochenende war ich dann in Hamburg zu einem wirklich großartigen Event eingeladen – aber dazu unten mehr!

2. Hast du für die Schule gerne Bücher gelesen? Was war dein liebstes oder meistgehasstes?

Ich habe es – Überraschung – immer geliebt, wenn wir Bücher für die Schule lesen mussten. Natürlich waren auch mal Werke dabei, die ich nicht so sehr mochte, aber meistens habe ich auch zu diesen durch die Besprechung im Unterricht dann einen besseren Zugang bekommen. Letztes Jahr nahm ich ja an der Klassiker-Challenge teil und habe jeden Monat einen Klassiker gelesen und ich muss sagen, da hat mir der Unterricht dann irgendwie gefehlt. Es hat trotzdem noch Spaß gemacht, die Bücher zu lesen, aber wenn man sie gemeinsam bespricht, geht man doch noch einmal ganz anders an die Werke heran und kann ihnen viel mehr “entlocken”.

Meine liebsten Schullektüren waren wohl Aldous Huxleys Brave New World, Dürenmatts Die Physiker, Brechts Der gute Mensch von Sezuan und alles von Goethe, ganz besonders Werther und Faust! Wir haben in Englisch, Deutsch und Französisch immer recht viel gelesen, mehrere Werke pro Halbjahr, und gehasst habe ich tatsächlich kein einziges. Mit manchen wie Tod in Venedig und Die Verwandlung habe ich mich anfangs sehr schwer getan, mag sie jetzt im Nachhinein aber trotzdem sehr.

Was waren denn eure liebsten Bücher während der Schulzeit? Und gab es eins, das ihr so gar nicht mochtet?

3. War war dein Wochenhighlight?

Mein Wochenhighlight war definitiv der gestrige Tag! Heute ist ja Welttag des Buches und um diesen ein bisschen vorzufeiern, durfte ich Instagram in Hamburg besuchen, die dort einen Kreativworkshop veranstaltet haben. Zum einen habe ich mich riesig gefreut, nach etwa 10 Jahren endlich einmal wieder in Hamburg zu sein – auch wenn ich leider keine Zeit für Sightseeing hatte. Dafür war ich ein wenig shoppen und habe mich total in die ganzen kleinen Läden verliebt. Hier in Leipzig gibt es zwar auch einige, aber irgendwie war das Viertel, in dem ich mich in Hamburg befand, voll mit kleinen Läden, von Deko bis Kleidung. Und obwohl ich mir fest vorgenommen habe, kein Geld auszugeben, mussten dann doch ein paar Dinge mit.

Zum anderen war der Workshop selbst einfach großartig. Das Ganze stand unter dem Thema Handlettering, Filofaxing & Co. Ich war neben Nina Mackay die einzige Bookstagrammerin dort, alle anderen waren Letterer und Filofaxer (nennt man das so?). Somit  waren wir auch die Einzigen ohne Vorkenntnisse in dem Bereich. Das war aber gar nicht schlimm, da wir so eine Menge lernen konnten. Es ist wirklich beeindruckend, wie die anderen Mädels aus ein paar Stiften und Washi-Tape in kürzester Zeit richtige Kunstwerke entstehen lassen. Ich habe jetzt auf jeden Fall große Lust, mir auch ein paar Tombows zuzulegen und das Lettern zu üben! Danke also an all die Mädels für ihre hilfreichen Tipps und die Motivation!

Die Location war ebenfalls großartig und so liebevoll eingerichtet und dekoriert und alles in allem war das Instagram-Team einfach superlieb und hat eine großartige, inspirierende Veranstaltung organisiert, die mir wieder einmal gezeigt hat, wieso ich diese Plattform so sehr liebe.

Das war die Kurzfassung meiner Woche, ich bin gespannt, was die nächste bereithält!
Habt ihr Lust uns ein bisschen was von eurer letzten Woche zu erzählen? Dann postet euren Link gern hier:

Die Fragen für nächste Woche lauten:

1. Wie war deine Woche?
2. Aktuell läuft der #hdrreadathon. In Herr der Ringe finden sich sehr viele Karten, mit deren Hilfe man die Handlung mitverfolgen kann. Wie wichtig sind die Karten? Und welches “Extra” ist dir besonders wichtig in Büchern?
3. Was war dein Wochenhighlight?

5 Comments

  1. 23. April 2017 / 14:52

    Diese Faszination für alte Bücher kann ich total verstehen! Ich hatte neulich in der Uni eine Bibel aus dem 16. Jahrhundert in der Hand, das war auch echt beeindruckend. Und die Schnallen dienen wohl auch dazu das Pergament / Papier zusammen zu pressen, damit möglichst wenig Luft dazwischen ist, denn dann fangen sie nicht so schnell Feuer, wenn es mal brennen sollte.
    Liebe Grüße!

    • Anabelle 23. April 2017 / 14:57

      Liebe Anja,

      das ist auch echt ein tolles Gefühl.
      Oh, das wusste ich auch noch nicht, danke für den Hinweis! 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

  2. 23. April 2017 / 16:48

    Ich fand tatsächlich “Werther” ganz schrecklich, ich weiß nicht wie es heutr wäre, dafür müsste ich das nochmal lesen und das reizt mich überhaupt nicht. Unsere damalige Deutschlehrerin liebte dieses Werk total und hat es sehr intensiv behandelt.

    • Anabelle 23. April 2017 / 18:25

      Werke zu sehr auseinanderzunehmen kann natürlich auch nach hinten losgehen. Ich muss es demnächst noch einmal für die Uni lesen und freue mich schon total 😀

      Liebe Grüße
      Anabelle

  3. Mewa
    26. April 2017 / 11:49

    Ich hab erst jetzt dein neues Design auf dem Laptop gesehen (davor nur auf Handy) und finde es wahnsinnig schön! Richtig gelungen 🙂

    Ich finde ja antike Sachen allgemein sehr faszinierend, aber Bücher legen da noch Mal was drauf 😀 Faust finde ich klasse, die Physiker vergöttere ich, Werther mag ich nicht – und weil du Brave New World gelesen hast, hast du auch schon 1984 gelesen? Weil mich würde es interessieren, welches von den beiden dir besser gefiel, sind ja beides die Dystopie-Klassiker schlechthin. Ich lese ja auch immer wieder einen Klassiker und bin danach so voller Diskussionsdrang, da verstehe ich, dass man den Unterricht vermisst. Andere mochten das Todanalysieren nicht – ich selbst fand so ein- zwei Werke deswegen nicht mehr so gut – aber jedes Mal, wenn wir was lesen mussten, war ich schlagartig voller Energie, haha 😀 Wir hatten eine wundervolle Deutschlehrerin, die immer versucht hat unsere Interesse zu wecken, weswegen wir mal öfter zeitgenössische Sachen lasen und ich so ziemlich alles toll gefunden habe – Faust und Physiker natürlich, das Parfum, Tschick, Gut gegen Nordwind. Ein Semester haben wir nur ein klassisches Buch unserer Wahl auswählen sollen und dazu ein 30-seitiges Portfolio schreiben – ich hab Die Bücherdiebin gewählt und damit mein Lieblingsbuch aller Zeiten gefunden. ^_^ Hach ja, Schule hatte schon was. 😀

    Handlettering ist echt cool. Wünsche dir eine weitere schöne Woche!

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