Goodbye Zucker: Für immer – Sarah Wilson [+ DAS Oreo-Rezept]

Goodbye Zucker, Sarah WilsonAuf einen Blick

Titel: Goodbye Zucker: Für immer
Autorin: Sarah Wilson
Verlag: Goldmann
Erschienen: 16. Januar 2017
Preis: 12,99€
Seiten: 240

Ein Leben ohne Zucker – Geht das denn wirklich?

Die Hälfte von euch ist vermutlich nur hier, um endlich das Oreo-Rezept zu erfahren. Ich weiß gar nicht, wie oft ich, seit ich dieses verhängnisvolle Bild auf Instagram gepostet habe, nach dem Rezept gefragt wurde. Sogar auf der Arbeit hatte ich im Postfach plötzlich eine Mail von einer Kollegin, die das Foto auf Instagram gesehen hatte. Falls ihr nur deshalb hier seid: Scrollt ein bisschen runter. Falls ihr euch generell für zuckerfreie Rezepte und ein Leben ohne Zucker interessiert: Bleibt bitte hier.

Ich habe schon vor einiger Zeit meinen Zuckerkonsum eingeschränkt. Zum einen, weil ich immer mehr Sport gemacht habe und man sich dann zwangsläufig mit seiner Ernährung und Gesundheit beschäftigt, und zum anderen, weil sich meine Ernährung bei mir manchmal bemerkbar macht. Nie im Gewicht, dafür bei der Haut. Also flogen erstmal Nutella & Co. vom Speiseplan, was mir erstaunlich leicht fiel. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, da es jahrelang eine Art Grundnahrungsmittel für mich war.

Nachdem das so gut geklappt hatte, wusste ich nicht wirklich, wie es weitergehen sollte. Denn ganz ohne Zucker zu leben, schien mir unmöglich. Selbst in Käse, Salami und Müsli sind ziemlich große Mengen an Zucker, jeden Tag nur Gemüse ist mir auch viel zu langweilig und so ganz ohne Süßkram leben, will ich auch nicht wirklich (erst recht nicht in der Prüfungszeit!).

Dann habe ich Sarah Wilsons Goodbye Zucker entdeckt. 148 zuckerfreie Rezepte und ein 4-Wochen-Wellness-Programm versprach das Buch auf dem Cover. Letzteres interessierte mich ehrlich gesagt weniger, Ersteres dafür umso mehr.
Das Buch startet mit einer Art Kodex und Tipps, wie man den Zucker nach und nach aus seinem Leben verbannen kann. Da ich mich ja noch nicht ausgiebig damit auseinandergesetzt habe, waren die Tipps für mich auch wirklich neu. Falls ihr euch schon besser auf dem Gebiet auskennt, werdet ihr hier vermutlich nicht allzu viel Neues erfahren, aber die Seiten geben trotzdem einen guten Überblick und sind – so wie das restliche Buch auch – wunderschön und informativ gestaltet. Außerdem packt die Autorin zwischen die Zuckerfrei-Tipps noch eine ganze Portion Achtsamkeit und gibt Tipps, wie man die Zeit, die man sonst in 15 Minuten Instagram stecken würde, besser für sich nutzen kann.

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Nach den Tipps gegen Zuckerhunger, Plastik- und Essensverschwendung und für mehr Achtsamkeit im Alltag kamen dann endlich die Rezepte, auf die ich mich so gefreut habe! Ich habe mir direkt einige ausgesucht, die ich nachkochen und -backen wollte. Und ich muss gestehen: Hier kam dann erst einmal eine Enttäuschung. Dass ich würde anders einkaufen müssen, war mir von vornherein klar – schließlich sind die meisten Fertigprodukte voller Zucker. Dass es so schwer sein würde, die Produkte überhaupt zu finden, hätte ich nicht erwartet. Und die Zahl auf dem Preisschild der Produkte, die ich dann gefunden habe, war auch etwas (sehr viel) höher als gedacht. Das gab meinem Elan dann wirklich einen Dämpfer, aber ich habe mich in den nächsten Bioladen geschleppt und getreu dem Motto “Augen zu und Karte durch” trotzdem alle Zutaten gekauft. Na ja, fast alle. Bis heute habe ich einfach nirgends völlig zucker- uns salzfreie Erdnussbutter gefunden. Aber die paar Gramm haben mich dann auch nicht umgebracht.

Etwas kritischer ging ich dann an mein erstes Backprojekt. Das gelingen musste, immerhin hatte ich gerade 9€ für ein 500g-Päckchen Kokosmehl gezahlt! Projekt Nummer 1 waren Frühstücks-Kugeln.
Da ich immer nur die Zutatenliste lese und das Lesen der eigentlichen Anleitung so nebenbei beim Backen erst nachhole, war ich sehr irritiert, dass die Kugeln gar nicht in den Backofen sollen, sondern ihre teigähnliche Konsistenz behalten. Das Ergebnis konnte mich dann aber tatsächlich überzeugen! Die Kügelchen schmeckten nicht nur superlecker, sie waren auch wirklich der perfekte Süßigkeitenersatz und haben ziemlich satt gemacht. Falls ihr Kokosfans seid (Kokosmehl, Kokosöl, Kokoscreme, Kokosraspeln …) probiert sie unbedingt mal aus!

_MG_7402 Da ich generell lieber backe als koche, bin ich bei den anderen Rezepten auch erst einmal auf diesem Gebiet geblieben.
Kommen wir nun zu meinem bisherigen Highlight aus der Testbäckerei! Meine Direct Messages haben sich auch nicht mehr beruhigt, nachdem ich ein Bild der zuckerfreien Oreos auf Instagram gepostet hatte und ich kann verstehen, warum: Sie sehen SO lecker aus. Und, was man auf dem Foto ja nicht einmal sehen konnte: Sie schmecken sogar noch besser!

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Ihr braucht:
Für den Teig:
115g glutenfreies Mehl
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
2 EL Steviagranulat
40g rohes Kakaopulver
75g kalte, ungesalzene Butter
60ml Milch
1 EL Reissirup

Für die Füllung:
125 g selbstgemachter Frischkäse
(ganz ehrlich, ich war faul und hab welchen gekauft)
25g weiche Butter
1 EL Reissirup
1/2 TL Vanillepulver

Zuallererst heizt ihr den Backofen auf 180 Grad vor.
Mehl, Backpulver, Stevia und den Kakao vermengt ihr in einer großen Schüssel. Anschließend fügt ihr die kalte Butter hinzu und rührt so lange weiter, bis die Mischung Brotkrumen ähnelt. Dann fügt ihr Milch und Reissirup hinzu und verarbeitet alles zu einem Teig. Diesen knetet ihr so lange, bis er weich und geschmeidig ist. Ich musste an dieser Stelle noch Mehl hinzufügen, weil er sonst einfach zu klebrig war, um ihn weiterzuverarbeiten.

Den Teig drückt ihr flach und legt ihn zwischen zwei Blätter Antihaft-Backpapier (die nicht in der Zutatenliste standen, weshalb ich davon nichts wusste und diesen Schritt einfach ignoriert habe). Mit einer Kuchenrolle rollt ihr den Teig zu einer etwa 4-5mm dicken Platte aus. Aus dieser stecht ihr dann Kreise aus und legt sie auf ein Backblech. Hier war mein Teig leider immer noch zu klebrig und ließ sich nicht ausstechen, weshalb ich die Kekse einfach in der Hand gerollt habe – wieder unter Zugabe von etwas Mehl – und ohne Form in einen Kreis gedrückt habe. Ging auch prima. Das wiederholt ihr so lange, bis kein Teig mehr übrig ist.
Die Kekse backt ihr dann für 10 min im vorgeheizten Backofen und lasst sie anschließend auf einem Rost auskühlen.

Während die Kekse backen, könnt ihr euch an die Füllung machen. Schlagt den Frischkäse, bis er cremig ist, und fügt dann Butter, Reissirup und das Vanillepulver hinzu, bis alles gut vermischt ist.

Zu guter Letzt setzt ihr auf die Hälfte der Kekse einen Klecks der Füllung (etwa 1 TL) und setzt die andere Hälfte der Kekse obendrauf. Das war’s auch schon.

Angeblich reicht die Menge für 16 Stück. Meine sind etwas groß geraten, sodass es nur für die Hälfte gereicht hat. Nächstes Mal nehme ich auf jeden Fall die doppelte Menge der Zutaten, denn die Oreos waren viel zu schnell aufgefuttert. 🙂

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Nach diesen Rezepten kann ich wirklich sagen, dass sich die etwas höheren Kosten gelohnt haben! Vor allem, da vermutlich nur die Erstanschaffung der Zutaten so extrem teuer war. Das einzige Manko, dass das Buch noch für mich hat: Es gibt extrem wenig vegetarische Gerichte (also von den Desserts mal abgesehen). Sarah Wilson äußert sich zu Beginn des Buchs auch über das Veganer- und Vegetariertum und erklärt, wieso sie nicht auf Fleisch verzichten möchte, aber ich finde, es hätten dennoch ein paar mehr fleischlose Rezepte sein dürfen.

Auf die Rezepte folgt zum Schluss noch das auf dem Cover angekündigte Wellness-Programm, das ich mir aber noch gar nicht im Detail angeschaut habe. Gerade überlege ich aber, es trotz anfänglicher Skepsis einfach mal durchzuziehen. Die Fastenzeit eignet sich für solche Vorsätze ja perfekt und gerade wenn ich dauerhaft auf größere Mengen Zucker verzichten möchte, ist das sicher ein guter Anfang!

Food, Omelette, Goodbye Zucker

Fazit

Ich muss ja gestehen, nach meinem Einkauf war ich ziemlich entschlossen, das Buch nicht so toll zu finden. Jetzt, nachdem ich die Rezepte getestet habe, finde ich es trotzdem großartig! Ich denke, man kann einige der teuren Sachen auch gut durch studentenfreundlichere Alternativen ersetzen. Die Rezepte, die ich bisher getestet habe, konnten mich aber wirklich alle überzeugen und ich werde in der nächsten Zeit auf jeden Fall versuchen, auch fernab dieser Rezepte zuckerfrei(er) zu leben. Ich kann das Buch also wirklich weiterempfehlen!

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7 Comments

  1. 24. Februar 2017 / 18:40

    War ja schon sehr gespannt!! Und ja, ich bin die, die nicht aufs Rezept aus war, sondern ganz gespannt, um welches Rezeptbuch es sich handelt! Eigentlich müsste ich es mir gleich kaufen, denn das Problem mit dem Naschen und der Haut kenne ich nur zu gut 🙁 aber ich kann mir kaum vorstellen, das mir diese Umstellung so leicht fallen würde wie dir. Mal sehen, das Buch kommt zu mindestens auf die WuLi, mal sehen ob ich dann auch mal den inneren Schokihund überwinden kann 😉

    Komm fein ins WE!
    Liebe Grüße,
    Janna

    • Anabelle 24. Februar 2017 / 18:54

      Hey Janna,

      ich glaube auch nicht, dass sie mir leicht fallen wird! Ganz im Gegenteil. Noch habe ich ja nur die offensichtlichen Sachen reduziert, mehr noch nicht.
      Aber ich versuch’s einfach mal. Falls du noch mehr Rezepte testen magst, findest du auch einige auf dem Blog der Autorin. Dann kann man schon mal testen, ob es was für einen ist und dann immer noch das Buch kaufen. 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

      • 25. Februar 2017 / 13:13

        Supi, dank dir für den Tip!
        Ja, immer wieder der Gedanke “tu was für eine bessere Ernährung”, aber an der Umsetzung scheitert es immer, grmpf – mein Schweinehund ist zu groß *lach

        Liebe Grüße zurück!

  2. Mel
    24. Februar 2017 / 19:22

    Danke danke danke für das Rezept Maus!!

    Ich habe vor einiger Zeit mal vegane Milchschnitte selbstgemacht, weil ich ein Rezept im Internet gefunden hatte. Sie sahen so lecker aus, aber für mich war dann der Preis für die Zutaten auch sehr hoch.
    Aber sie waren auch super lecker! Leider habe ich sie bis heute nicht noch einmal gemacht, aber auch davon habe ich noch viele Zutaten zu Hause. Ich kann dich also bzgl des “Ärgers“ an der Kasse verstehen. Aber wenn es dann trotzdem so lecker ist – warum nicht? 🙂

    • Anabelle 27. Februar 2017 / 18:42

      Suuuuupergerne.
      Na ja, wenn man nicht unbedingt bei allem die “clean eating”-Variante braucht, dann kann man einiges ja durch günstigere Alternativen ersetzen. Statt Kokosmehl tut’s ja auch normales, glutenfreies Mehl.

      Liebe Grüße und bis hoffentlich bald. 🙂

  3. 24. Februar 2017 / 20:52

    Hi Anabelle!

    Von dem Rezept habe ich auf instagram ehrlich gesagt noch gar nichts mitbekommen. 😀 So sehr interessiert es mich aber auch gar nicht, denn obwohl kein Zucker drin ist bedeutet das ja leider noch lange nicht, dass es gesund ist. Da backe ich lieber nicht so oft, aber wenn, dann richtig! 😀

    Generell klingt es aber nach einem guten Ratgeber, wenn man ein bisschen gesünder Essen will. Wie sehr man das dann umsetzen möchte, ist ja jedem selbst überlassen. 🙂

    Lustig fand ich, dass es dir offenbar genauso ging wie mir: durch Sport zwangsläufig mehr über gesunde Ernährung gelernt, Nutella vom täglichen Plan gestrichen und es nicht einmal großartig bereut. 😉 Toller Beitrag, hab ich gern gelesen!

    Allerliebste Grüße, Sandy ❤

    • Anabelle 28. Februar 2017 / 19:31

      Hallo Sandy,

      ja klar, auf die restlichen Zutaten muss man natürlich auch achten! Die sind hier aber auch alle wirklich gut, weshalb das Ganze dann wohl auch so teuer war.
      Es ist aber eh so, wie du sagst: Ernährung sollte immer einem selbst überlassen sein. Punkt. 🙂

      Wie lustig, dass es bei uns so ähnlich war. 😀

      Liebe Grüße
      Anabelle

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