Sehnsüchtig verführt: Unter den Sternen Roms – Eva Fay

img_5679Auf einen Blick

Titel: Sehnsüchtig verführt: Unter den Sternen Roms* (Band 1 der Sehnsuchts-Reihe)
Autorin: Eva Fay
Verlag: Forever
Erschienen: 13. Mai 2016
Seiten: 318
Preis: 3,99€ (eBook)

Ich danke Eva Fay für das Leseexemplar!


Zum Inhalt

Die 20-jährige Elena zieht mit ihrer Schwester Selina und ihrer Mutter nach Rom. Dort angekommen trifft sie auf ihren Nachbarn Marco, der sie mit seiner Art von Anfang an völlig einnimmt. Doch auch Elena scheint einen Eindruck auf Marco hinterlassen zu haben und die beiden kommen sich schnell näher. Dann jedoch geschehen immer mehr Dinge, die Elena an Marco und ihrer Beziehung zu ihm zweifeln lassen …

Er liebt mich, er liebt mich nicht …

Ich sollte vielleicht zuerst vorwarnen, dass ich sonst eigentlich keine Bücher aus dem Genre Erotik lese und selbst Liebesromane selten ihren Weg in meine Bücherregale finden. Ich kann das Buch also nicht wirklich mit anderen vergleichen und Leser, die sich in dem Genre besser auskennen, werden Charaktere und Plot sicher anders wahrnehmen.

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht, was vor allem am Setting lag. Ich liebe Italien und die Leichtigkeit der italienischen Lebensart war für mich wirklich spürbar. Elena findet nach ihrer Ankunft schnell einen Job in einem italienischen Café und da ich selbst zu Schulzeiten den gleichen Nebenjob hatte, konnte ich mich in die Situation sehr gut reinversetzen und auch Elenas Chef hat mich mit seiner munteren, fast schon zu netten Art ganz stark an meinen erinnert. Davon abgesehen fand ich es gut, dass Elena, die aus einer eher wohlhabenden Anwaltsfamilie stammt, trotzdem beschließt, ihr eigenes Geld zu verdienen.

Generell war mir Elena schon zu Beginn sehr sympathisch, auch wenn ich sie im Verlauf der Geschichte manchmal gerne gepackt und geschüttelt hätte. Elena ist ein sehr emotionaler Mensch und reagiert auf vieles temperamentvoll – stellenweise vielleicht zu temperamentvoll. Dies zeigt sich vor allem in ihrer Beziehung zu Marco und darin, wie sie sich in Hinblick auf manche seiner Aktionen verhält. Einige dieser Reaktionen erschienen mir etwas überzogen, allerdings liegt das vielleicht einfach an ihrem Charakter, da sie ein absoluter Herzmensch ist und sich, auch was ihre Entscheidungen angeht, völlig auf ihr Herz verlässt. An manchen Stellen war mir das aber ehrlich gesagt zu viel und ich kann leider nicht jede ihrer Handlungen nachvollziehen. Das hat auch dafür gesorgt, dass ich mich gegen Ende des Buches nicht mehr wirklich in sie hineinversetzen konnte. Das heißt nicht, dass ich sie nicht mehr mochte, nur wäre Elena diese Art von Freundin, der man jede Woche beim Kaffee bei ihren Männergeschichten zuhören müsste, während man seinen Kopf dabei, ungläubig schüttelnd, am liebsten auf die Tischplatte schlagen würde. (Das tut man dann natürlich nicht, da italienischer Kaffee viel zu gut ist, als dass man riskiert ihn zu verschütten.)

Ich muss gestehen, dass mir die Beziehung zwischen Elena und Marco zu schnell von statten ging. Mir wäre es lieber gewesen, die beiden hätten etwas langsamer zusammengefunden, wären dafür aber mal länger am Stück zusammengeblieben. Ohne zu viel zu verraten kann ich nur sagen, dass die Beziehung der beiden ein ständiges Auf und Ab ist. Das ist, wenn man sich Marco und seine Aktionen betrachtet, zwar durchaus nachzuvollziehen, trotzdem ging mir dieser stetige Wechsel zu schnell und war mir auch insgesamt einfach zuviel. Dadurch kam für mich auch keine richtige Chemie zwischen Elena und Marco zustande. Ich glaube, diese Chemie hätte sich bei einem langsameren Start, bei dem man die einzelnen Charaktere besser kennenlernt, eher entwickelt – zumindest hätte es dann mehr meinem Geschmack entsprochen, aber Geschmäcker sind ja (zum Glück) verschieden.
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Die anderen Charaktere schienen eher konstruiert zu sein, um Elenas und Marcos Beziehung voranzutreiben. Allen voran Marcos bester Freund Franco, der wie durch ein Wunder stets zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Dadurch sind die Nebencharaktere etwas flach gestaltet, erfüllen aber ihren Zweck und sorgen für eine Menge Drama! Das gleicht meiner Meinung nach auch die flachen Charaktere wieder aus: Das Buch hat einen Plot. Und das habe ich von einem Erotikroman ehrlich gesagt weniger erwartet. Der Plot hat außerdem nicht nur etwas mit der Liebesgeschichte zu tun, Elena erlebt nämlich auch privat und familiär Höhen und Tiefen, denen sie sich stellen muss und an denen sie – so wirkt es zeitweise – wächst. Aus diesem Grund haben mich auch die eben angesprochenen Entscheidungen gegen Ende hin so schockiert, sie widersprechen ihrer sonst eher selbstbewussten, reflektierenden Art.

Ich liebe ihn, doch alles muss man einem Menschen nicht verzeihen. – Kapitel 42

Wie das Genre ja bereits erahnen lässt, spielen auch Sexszenen keine geringe Rolle. Hier habe ich wie gesagt kaum literarische Vergleiche und finde es daher schwer, diese zu beurteilen. Jedoch fallen mir zwei enorme Pluspunkte gegenüber des einen Werks ein, das ich gelesen habe (ja, es war Shades of Grey, ich schäme mich ein bisschen):
1. Eva Fay verwendet keine peinlichen Synonyme für Geschlechtsteile – außer an einer einzigen Stelle, die ich ihr aber verzeihe.
2. Verhütung und der Schutz vor Geschlechtskrankheiten spielen eine wichtige Rolle und das, ohne dass es die Erotik oder Romantik des Moments zerstört hätte. Das finde ich wirklich großartig und wichtig, gerade auch, da immer mehr jüngere Leser zu New Adult oder Erotikromanen greifen und mir das bei den Sexszenen im New Adult sehr oft gefehlt hat!

Eva Fays Schreibstil ist sehr einfach, was mich bei dem Buch aber überhaupt nicht gestört hat, alles andere wäre für den Inhalt unpassend gewesen. Nur ein paar Wortwiederholungen hätte das Lektorat noch tilgen können, aber das ist auch schon das Einzige, das ich hier zu bemängeln habe. Durch den leichten Schreibstil liest sich das Buch im Nu weg und war eine nette Lektüre für die kalten, herbstlichen Abende, in denen man sich ins warme Italien lesen mag.

Das Ende war meiner Meinung nach sehr abrupt und ich war über den Ausgang ehrlich gesagt ziemlich erstaunt bis schockiert (nicht unbedingt positiv), andererseits zwingt die Autorin mich so definitiv zum Weiterlesen! Band 2, Sehnsüchtig berührt, erscheint lustigerweise genau heute, scheint sich jedoch eher auf Elenas kleine Schwester Selina zu konzentrieren.

Fazit

Sehnsüchtig verführt ist ein schönes Buch für zwischendurch. Von der Charakterentwicklung her ist meiner Meinung nach noch Raum nach oben, aber da das Ende ja wie gesagt ziemlich fies war, muss ich mir den zweiten Teil ohnehin kaufen und werde dann ja sehen, wie es Elena weiter ergeht.

3 Comments

  1. 18. November 2016 / 18:52

    “ja, es war Shades of Grey, ich schäme mich ein bisschen”

    Kein Grund, sich zu schämen, ich habe mich auch an diesem Buch versucht. Immerhin darf ich jetzt jetzt daran rummeckern, und dieses Buch wird noch auf Jahre und Jahrzehnte den Bodensatz des schlechten Niveaus bilden!
    Und wenn du dich doch noch ein bisschen schämst, setzen wir uns einfach an den Schämen-Tisch – in einem italienischen Café! Haters gonna hate.

    Cheerio
    Mareike

    • Anabelle 18. November 2016 / 19:18

      Danke, Mareike.
      Jetzt werde ich den ganzen Abend, ach was die ganze Woche Shake it off singen.
      Ich kann den Hype rückblickend auch nicht mehr verstehen. Dafür finde ich den Film superwitzig. 😀

      Liebe Grüße
      Anabelle

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