The Martian Chronicles – Ray Bradbury

_MG_5852Auf einen Blick

Titel: The Martian Chronicles
Autor: Ray Bradbury
Verlag: Simon & Schuster
Erschienen: April 2012 (erstmals: 1950 unter dem Titel The Silver Locusts)
Seiten: 256
Preis: 6,60€ (Taschenbuch)

Wieso stand das Buch auf meiner Liste? Was habe ich mir erwartet?

In der neunten oder zehnten Klasse haben wir Ray Bradburys Fahrenheit 451 gelesen. Es hat mich damals schwer beeindruckt, andere Titel des Autors kannte ich bis vor kurzem aber gar nicht. Das Buch ist also erst beim Stöbern in den drei Klassiker- auf meiner Liste gelandet. Den Anreiz, es diesen Monat zu lesen, gaben mir dann Tweets von Lesewahn, die sehr begeistert von dem Buch war. Kurz darauf musste also auch ich mit den Mars-Chroniken beginnen und habe mir genau das erhofft, was sie beschrieben hat: Gänsehaut und Grund zum Nachdenken.

Wurden die Erwartungen erfüllt?

Vom Aufbau her, war es ganz anders als erwartet. Man verfolgt während des Buches nicht immer die gleichen Personen. Die einzelnen Kapitel finden zu unterschiedlichen Zeiten zwischen den Jahren bis 2026 statt und man begleitet somit unterschiedliche Bewohner – mal menschlich, mal nicht. Dazu muss man sagen, dass die Mars-Chroniken ursprünglich nicht als komplettes Buch geplant waren. Einige der Fragmente wurden zuerst als Kurzgeschichten in Science-Fiction-Magazinen veröffentlicht. Erst 1950 wurden sie alle dann in einem Buch zusammengefasst.
Was den Rest betrifft, wurden die Erwartungen aber auf jeden Fall erfüllt. Das Buch bringt den Leser wirklich zum Nachdenken und wird mich auch noch eine Weile beschäftigen.

Was ist das Besondere an dem Buch?

Es hält einem den Spiegel vor. In dem Buch geht es um die Kolonialisierung des Mars, die in mehreren Etappen stattfindet. Der rote Planet wird hier von Marsianern bewohnt, die über telepathische Fähigkeiten verfügen. Nach und nach wird dargestellt, wie die Außerirdischen versuchen, sich mithilfe dieser Fähigkeiten gegen die Menschen zur Wehr setzen und wie wir Menschen, die eigentlichen Außerirdischen, sowohl mit dem Mars als auch mit der Erde umgehen. Dass die Menschen im Buch nicht gerade sorgsam mit den Planeten umgehen, war für mich leider keine Überraschung und ich glaube, dass es tatsächlich genauso aussehen könnte. Wir nutzen den Heimatplaneten so lange ab, bis es zu spät für eine Rettung ist und wir uns nach einem neuen Platz zum Leben umsehen müssen. Zur Not bringen wir dafür dann eben ein ganzes, komplexes Biosystem durcheinander. Was soll’s.

We Earth Men have a talent for ruining big, beautiful things. The only reason we didn’t set up hot-dog stands in the midst of the Egyptian temple of Karnak is because it was out of the way and served no large commercial purpose.

Doch neben der offensichtlichen Botschaft des Buches waren noch weitere versteckt. Bradbury bringt nicht nur seine Kritik an der Gesellschaft in das Buch ein, er verbindet sie auch mit Verbesserungsvorschlägen, nach denen man sich richten kann. Außerdem wird, wie ich es auch schon aus Fahrenheit kannte, regelmäßig deutlich, wie wichtig Kunst, Kultur und Literatur für den Menschen und in diesem Fall auch für die Marsianer sind.

They knew how to live with nature and get along with nature. They didn’t try too hard to be all men and no animal. That’s the mistake we made when Darwin showed up.

Zuletzt fand ich Ray Bradburys Schreibstil besonders, da er sehr poetisch war und es mehrere Anspielungen an andere literarische Werke gab. Ich konnte unheimlich viel aus dem Buch mitnehmen und obwohl es so philosophisch und gesellschaftskritisch ist, ist es doch auch spannend. Das hätte ich nicht erwartet, da man ja zu keinem der Charaktere wirklich eine Beziehung aufbauen kann. Trotzdem wollte ich immer wissen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt und wie die Menschen bei der Kolonialisierung weiter vorgehen.

Fazit

Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich werde auf jeden Fall noch mehr von dem Autor lesen! Mir war zuvor gar nicht klar, wie viele Werke Bradbury eigentlich geschrieben hat. The Martian Chronicles ist kein Roman mit einer fortlaufenden Handlung. Wenn ihr den sucht, beginnt lieber mit Fahrenheit 451. Wenn euch der fragmentarische Aufbau nicht stört, kann ich es aber nur weiterempfehlen!

5 Comments

  1. 29. Juni 2016 / 0:07

    Das Buch habe ich auch noch hier liegen, weil ich von Fahrenheit 451 so beeindruckt war und wissen wollte, was der Autor noch so geschrieben hat. Nach deiner Rezension klingt das exakt nach dem, was ich mir auch davon erwarte und ich bin super gespannt darauf!

    • Anabelle 29. Juni 2016 / 8:55

      Ich überlege auch schon, welches seiner Bücher ich als nächstes lese. Wenn alle so sind wie die beiden, dann wow! 🙂
      Wünsche dir ganz viel Spaß mit den Mars-Chroniken.

      Liebe Grüße
      Anabelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.