“Dieses Bookstagram ist nur noch nervig!”

_MG_5441Ich bin in letzter Zeit ein bisschen über die Vielzahl an Tweets und Postings erschrocken, die sich über Bookstagram und Bookstagrammer aufregen. Wahnsinnig viel Zeit wird da investiert in ein Gejammere, bei dem man sich fragt, was denn nun Schlimmes in diesem sozialen Netzwerk passiert ist. Aus den Tweets, die mir so durch meine Timeline gespült wurden, habe ich eine kleine Zusammenfassung erstellt. Und für alle, die sich nicht länger über ein soziales Netzwerk aufregen möchten (denn hey, es ist tatsächlich nur ein soziales Netzwerk!), habe ich außerdem Lösungsvorschläge für den Start in ein neues, glückliches Leben.*
* Dieser Beitrag darf mit einem Augenzwinkern gelesen werden. Muss aber nicht, denn ein bisschen wahr ist er irgendwie schon.

Das Problem

“Es macht einfach keinen Spaß mehr, durch Instagram zu scrollen. Man sieht immer nur die gleichen Fotos. Die gleichen Bücher. Gott und was sollen diese komischen, dickschädeligen Puppen eigentlich? Haben die Leute zu viel Geld?! Diese ‘Funkos’ nerven so! Also ich könnte ja so viel besseres mit meinem Geld anfangen! Die Leute sollen doch bitte mal neue Bücher fotografieren und diese Staubfänger können sie gleich in die Tonne kloppen! Und wieso strecken alle ihre Beine und Socken so komisch in die Kamera? Geht’s noch?!”

Das eigentliche Problem

Sich auf Twitter über Instagram-Menschen aufregen, die etwas tun, was einem nicht gefällt – oh je! Erinnert ein bisschen an das hinter-dem-Rücken-lästern auf dem Schulhof. Zu viel Freizeit, um sich über irrelevante Dinge zu echauffieren. Zu wenig Motivation, selbst etwas zu ändern, anstatt über andere zu jammern. Die immer gleichen Bücher werden gezeigt, da Instagram eine Werbemaschine ist, man eher die Bücher kauft, die oft gezeigt werden, diese selbst wieder zeigt – und schwups, ist der Kreislauf geschaffen.

Lösungsansatz #1 – für Aktive

Sich sprichwörtlich an die eigene Nase greifen und beim eigenen Feed anfangen. Bücher vorstellen, die man selten sieht. Bücher kaufen, von denen man vorher noch nie gehört hat. Wenn man Funkos wirklich so nervig findet, kickt man eben einfach jegliche Accounts aus der Abonnement-Liste, die einem nicht zusagen und erschafft sich eine neue, kunterbunte Instagram-Welt. Bis man von dieser dann auch genervt ist. Der Schritt lässt sich aber beliebig oft wiederholen.

Lösungsansatz #2 – für Bequeme

Wie ich einen Kellner in meinem Heimatort letztens habe äußern hören: “Chill’ mal deine Base!” (ja, scheinbar spricht man da jetzt so). Dir macht es keinen Spaß mehr auf Instagram? Du bist genervt von den – deiner Meinung nach – immer gleichen Fotos? Die Lösung ist so einfach: Keiner zwingt dich, deine Zeit auf Instagram zu verbringen. Nimm dir ein, zwei Wochen Auszeit, genieß das Wetter oder auch einfach nur Netflix und wenn du wieder Lust auf Instagram bekommst, wer weiß, vielleicht ist dann ein neuer Hype, ein neues viel fotografiertes Buch da, das dich wieder mehr anspricht.

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16 Comments

  1. Bernhard
    20. April 2016 / 17:54

    Davon abgesehen, dass ich dir recht gebe, was bitte heißt “Chill mal deine Base”? So was wie “Beruhige dich”? Ich bin wohl langsam alt. 😉

    • Anabelle 20. April 2016 / 18:07

      So habe ich es auch übersetzt. Ich würde jetzt nicht sagen, dass das was mit dem Alter zu tun hat… 😀

      • Bernhard
        20. April 2016 / 18:11

        Es ist beruhigend, dass ich nicht der einzige bin, dem es so geht. Oder wie es jetzt heißen würde, es chillt meine Base. 😀

  2. 20. April 2016 / 21:24

    Sehr guter Post! Ich habe nicht ganz so viel davon mitbekommen, weil ich doch recht wenig im “buchigen” Twitter unterwegs bin, aber ein bisschen habe ich in die Richtung auch schon gelesen. Ich verstehe auch nicht, wieso man sich dann nicht an einen der beiden Tipps hält. Wenn ich merke, dass mir die Posts eines Accounts nicht mehr zusagen, dann entfolge ich doch einfach und rege mich nicht unnötig darüber auf. Das sind 1-2 kleine Klicks und schon ist das Problem gelöst. Manche machen es sich auch extra kompliziert, damit sie einen Grund haben, sich aufzuregen. Werde ich nie verstehen 😀
    Liebe Grüße!

    • Anabelle 21. April 2016 / 14:22

      Ja, sehe ich genauso. Andererseits mache ich mit meinem Post ja nichts anderes. 😀
      Am besten verbringt man seine Zeit einfach mit schöneren Dingen und schnappt sich ein Buch.

      Liebste Grüße
      Anabelle

  3. 20. April 2016 / 23:51

    Toll geschrieben 🙂
    Muss sich ja keiner anschauen/durchlesen.
    Ich liebe Bookstagram und brauche meine tägliche Dosis! 😉

    LG Nicci

    • Anabelle 21. April 2016 / 14:21

      Ich oute mich auch als Abhängige. 😀

      Liebe Grüße
      Anabelle

  4. 21. April 2016 / 10:38

    Als ich deinen Beitrag gelesen habe, musste ich sehr breit grinsen.
    Tatsächlich ist es doch wirklich so, dass es immer Leute gibt, die sich über irgendwas aufregen. Und noch mehr Leute, die dann darauf anspringen. Ergebnis: eine riesige Welle der Aufregung.
    Dabei ist es egal, ob es die Herrschaften auf Twitter sind, die sich über Bookstagrammer aufregen oder Blogger über Booktuber. Ja auch das gibt es zur Genüge.
    Ich selbst bin auf allen Medien ziemlich aktiv und verstehe für meinen Teile dieses Verhalten überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich lebe, blogge, booktube, bookstagramme und twittere nach einem Motto: leben und leben lassen. Auf gut deutsch, wem es nicht gefällt, der braucht es ja nicht zu lesen oder anzuschauen.
    In diesem Sinne wünsche ich einen herrlich unaufgeregten Tag

    • Anabelle 21. April 2016 / 14:19

      Hey Nicole,

      ja, in einem gewissen Grad ist das ja auch ganz normal. Aber wenn man mal darüber nachdenkt, ist es doch einfach bloße Zeitverschwendung. Da regt man sich doch lieber über wichtige Dinge auf, die man verändern will und lässt die Leute bei solchen Sachen einfach machen. 😀
      Auf jeden Fall eine gute Einstellung von dir, an der ich gerade noch arbeite. 🙂

      Liebe Grüße

  5. 25. April 2016 / 20:53

    Oh Gott, ich fühle mich fast so, als würde der Post direkt auf mich anspringen. :’D Ich hab mich wirklich ein-, zweimal auf Twitter beklagt, wie uninspiriert ich Bookstagram inzwischen finde – leider hilft nicht einmal wirklich das Entfolgen mehr, weil gerade die Accounts, die oftmals nervigen Content posten, ansonsten meine Liebsten sind. Es gibt immer ein paar Bilder, die ich total doof finde, aber im großen und ganzen folge ich allen Leuten so gerne, weil jeder von ihnen auch oft superinteressante Dinge postet, die ich einfach nicht verpassen möchte. Ich versuche aber inzwischen, das ganze nicht mehr so furchtbar ernst zu nehmen – zum einen habe ich derzeit ohnehin nicht so viel Zeit für Instagram, zum anderen sehe ich das an sich eigentlich auch wie du. Aber Beklagen ist halt einfacher, als was daran zu ändern – Schande über mein Haupt.

    • Anabelle 26. April 2016 / 11:49

      Im Endeffekt jammere ich mit diesem Blogbeitrag ja auch nur. 😀
      Ich glaube, von diesen Trends, die sich durch Instagram ziehen (bestrumpfte Beine dekorativ ins Bild etc.) kommt man nie wirklich weg, weil es einfach überall diese Trends gibt. Und selbst wenn man sich was superoriginelles ausdenkt, finden sich wahrscheinlich schnell andere, die es auch umsetzen wollen und so sieht man es dann doch wieder überall und es hat mit Originalität nichts mehr zu tun.
      Wahrscheinlich nehmen wir es echt alle ein bisschen zu ernst. 🙂

      Liebe Grüße!

  6. 25. April 2016 / 20:59

    Hey Anabelle,

    Ich habe den Beitrag schon vor ein paar Tagen gelesen, aber am Ipad kann ich leider nie kommentieren und deswegen muss ich jetzt nochmal meine Meinung dazu sagen. 😛

    Dieses Bookstagram nervt echt! ^^ Es sind immer die selben Fotos und was die Leute alles für ihre Fotos platzieren. (Teilweise passt das 0 zusammen und es werden einfach sinnlose Staubfänger und Plastikblumen ins Bild gegeben) Ich habe den Sinn davon nicht verstanden, aber ich mache es trotzdem nach und dann ärgere ich mich über mich selber, weil ich auch so ein Mitläufer bin. Hach. 😉

    Ich liebe und hasse Instagram. Aber Twitter mag ich noch weniger. xD Und über Facebook brauchen wir gar nicht sprechen. Ich verstehe einfach das Konzept nicht und ich würde schreiben “diese Social Medias sind nur noch nervig”, weil man überall dabei sein MUSS. Ich verstehe aber die Diskussion, weil die riesigen Bookstagram Accounts posten wirklich immer ähnliche Fotos und Hauptsache schön übertrieben bunt und Messie Bücherregal. Gut genug wieder aufgeregt. Ich liebe Instagram trotzdem, aber ich finde es schade, dass Alltagsbilder oder auch Reisefotos nicht gut ankommen und ganz ehrlich, es ist immer wieder das Gleiche, aber mir fällt auch nichts besseres ein. :/

    Liebe Grüße,
    Sarah

    • Anabelle 26. April 2016 / 11:44

      Hm, aber wieso machst du nicht den Anfang und postest einfach Reisefotos und ähnliches? Ich finde das z.B. immer ziemlich spannend. 🙂
      Man kann wahrscheinlich ewig diskutieren, ob es jetzt Sinn macht, Blümchen dekorativ neben Bücher zu legen, aber mir macht es einfach Spaß, solche Fotos zu machen. Es ist natürlich gestellt und alles andere als “instant”, was Instagram ja eigentlich sein sollte.
      Vielleicht findet man ja einen guten Mittelweg. Aber du hast schon recht, ich habe mich letzten noch drüber unterhalten, dass Fotos gleich viel schlechter ankommen, sobald sie “echt” sind. 😀

      Ich glaube aber zum Beispiel nicht, dass man dabei sein muss. Ich selbst nutze Facebook privat eigentlich gar nicht, weil es mir immer schlechte Laune macht. Da hatte ich anfangs auch das Gefühl, dabei sein zu müssen, aber letzten Endes ist es nicht so. Vielleicht müssen wir einfach nur von diesem Denken wegkommen, ich wette, wir würden gar nicht mal so viel verpassen, wie wir meinen, wenn wir 1-2 soziale Netzwerke weniger nutzen. 🙂

      Liebe Grüße <3

  7. 26. April 2016 / 16:59

    Hallo Anabelle,

    ich möchte dir mit meinem Kommentar einmal ganz kräftig zustimmen!

    Liebst, Phyllis.

  8. 11. Mai 2016 / 20:35

    Ach toller Beitrag.
    Es gibt doch immer Bilder, die einem gefallen und andere nicht. Ich selbst finde die Sockenbilder ja toll, würde mir dabei doof vorkommen, so ein Bild zu fotografieren. Und mein Freund würde sich wohl totlachen 😀
    Aber es wird immer irgendwelche Trends geben.
    Auch ich bin beim Scrollen manchmal genervt, da es wirklich immer dasselbe ist, aber was soll man mit einem Buch denn sonst machen? Eigentlich sehen die Bilder ja wirklich toll aus, man sieht sie nur am Tag gleich zehn Mal. Aber statt sich aufzuregen, sollte man wie du schon sagtest, einfach den Entfolgen Button drücken oder sich etwas besseres ausdenken.

    • Anabelle 11. Mai 2016 / 21:53

      Danke dir! 🙂
      Haha ja, ich liebe die Sockenbilder auch total, kriege es aber nicht alleine fotografiert und meinen Freund zu fragen, kommt mir auch komisch vor. Der Arme leidet sowieso schon unter Bookstagram. 😀
      Wir machen uns irgendwie alle (mich einbeschlossen) zu viel Gedanken darüber. Vor allem, da es ja nur eine App ist. Gerade heute wieder, da Instagram das Logo geändert hat.

      Liebe Grüße!

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