#Frauentag: Starke Protagonistinnen

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Eigentlich habe ich das Foto nur für Instagram gemacht. Dabei musste ich aber an das Leseerlebnis und all die tollen Charaktere denken und wollte nun doch wenigstens ein paar Worte zu den Protagonistinnen loswerden. Ich wollte für das Foto nur fünf Bücher nehmen. Es war verdammt schwer, nur fünf auszuwählen – und das macht mich ziemlich glücklich.

Queen of Shadows habe ich noch gar nicht gelesen, aber die drei Vorgänger der Throne of Glass-Reihe von Sarah J. Maas. Celaena Sardothien ist einfach badass. Anders kann ich es nicht beschreiben. Anfangs wirkt die Assassine allen überlegen, kühl, berechnend und tödlich. Nach und nach erfährt man aber immer mehr über sie und ihre Vergangenheit und lernt auch ihre weichen Seiten kennen.
Sie ist, bis jetzt, meine liebste Protagonistin überhaupt. Wir Frauen sollten im Alltag alle ein bisschen mehr wie Celaena sein. Das ist jetzt kein Aufruf, auf offener Straße Menschen Dolche in den Rücken zu stechen, sondern einfach, unseren Standpunkt zu vertreten – no matter what. Uns nicht unter unserem Wert zu verkaufen. Für unsere Werte einzustehen, ohne uns von Reaktionen anderer beeinflussen zu lassen.

Der Name des Windes ist, wie schon oft erwähnt, eines meiner absoluten Lieblingsbücher und darüber hinaus einer der Gründe für die Gründung meines Blogs gewesen. Patrick Rothfuss hat einzigartige Charaktere erschaffen. Ich habe selten so mit jemandem mitgefiebert, wie mit dem Protagonisten Kvothe. Aber auch die weiblichen Charaktere stehen ihm in nichts nach. Denna und Auri gehören zu meinen liebsten Buchcharakteren überhaupt. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, ähneln sich aber in einem: unfassbarer Stärke. Sie sind nicht annähernd perfekt. Auf den ersten Blick wirkt vor allem Auri einfach kaputt. Aber Patrick Rothfuss lässt nicht zu, dass man seine Charaktere in Schubladen steckt. Er sorgt dafür, dass man sich mit ihnen beschäftigt. Sie verstehen lernt. Und dadurch habe ich mein Herz an seine Bücher verloren.

Wie Schnee so weiß ist der vierte Teil der Luna-Chroniken. Mit jedem Band lernte man neue, tolle Protagonistinnen kennen.
Hier gefällt mir, dass die weiblichen Figuren nicht die typischen Heldenfiguren sind. Cress zum Beispiel ist total schüchtern und wirkt auf den ersten Blick alles andere als stark. Ihre Obsession mit einem der männlichen Charaktere lässt einen zu Beginn schon mal die Augen verdrehen. Und dann überrascht sie den Leser und sich selbst mit ihrer Stärke. Die Geschichten sind Märchenadaptionen und es ist einfach schön zu sehen, wie Marissa Meyer das literarische Original für sich interpretiert hat. Auch ihre weiblichen Figuren sind auf die Hilfe der männlichen Charaktere angewiesen – aber andersrum eben genauso. Sie sind sich ebenbürtig.
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Kalypto punktet gleich mit drei starken Protagonistinnen: Ayrin, Catolis und Lauka – letztere hasse ich zwar, aber sie hat es trotzdem verdient, hier erwähnt zu werden. Tom Jacuba hat meiner Meinung nach unverwechselbare Charaktere erschaffen. Sie sind einfach menschlich! Eines der Königreiche wird sogar von Frauen regiert, was den Protagonisten Lasnic mehr als einmal den Kopf schütteln lässt. Und trotzdem kann er sich damit arrangieren und die Stärke der dort herrschenden Königin anerkennen. In Kalypto gibt es also nicht nur fantastische weibliche Charaktere, es zeigt auch, wie man mit Klischees, die man jahrelang überzeugt gelebt hat, brechen kann. Wenn es der dickköpfige Lasnic schafft (zumindest mehr oder weniger), dann sollte es auch jeder andere Mann können.

Die Verratenen ist der erste Teil der Eleria-Trilogie. Das ist, glaube ich, nicht der offizielle Name der Reihe, aber ich lese ihn überall. Das allein zeigt schon, dass die Protagonistin Eleria einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Auf mich wirkt sie oft etwas unnahbar, trotzdem gehört sie zu einer meiner liebsten Protagonistinnen. Überzeugt hat mich hier, dass sie nicht mit physischer Stärke ausgestattet ist und diese auch gar nicht braucht, um sich zu behaupten. Ria ist unfassbar schlau und hat ein Talent, das sie mehr als einmal rettet: Rhetorik. Den Ansatz fand ich klasse, da ich ihn so noch nirgends gesehen habe. Außerdem rede ich selbst unfassbar gern. 😀

Natürlich könnte die Liste noch viel länger werden. Hermine, Feyre aus ACOTAR, all die tollen Frauen, die Jane Austen in ihren Werken zum Leben erweckt hat… aber wie gesagt: Es ging nur um ein Instagram-Foto, da passt leider kein halbes Regal drauf. Ich hoffe, die kleine Aufzählung hat euch trotzdem gefallen. Die Bücher sind außerdem auch abgesehen von den weiblichen Charakteren absolute Leseempfehlungen!

Was sind eure liebsten Protagonistinnen? Und warum?

9 Comments

  1. 8. März 2016 / 14:06

    Liebe Anabelle,

    einer meiner liebsten weiblichen Charaktere ist Kelsea aus der Tearling Reihe. Sie ist so ein natürlicher und erfrischend normaler Charakter, dabei aber humorvoll und stark.
    Bei Celeana und alle Luna-Frauen haben ihren Platz hier auch sehr verdient und an Hermine musste ich auch denken. Ein schöner, passender Post für diesen Tag! Und er bestärkt mich darin, unbedingt “Der Name des Windes” zu starten.

    Alles Liebe
    Ciri

    • Anabelle 9. März 2016 / 11:22

      Juchuuu! Ich freue mich über jeden, den ich von den Königsmörder-Chroniken überzeugen kann. Die Bücher sind wirklich grandios!
      Die Tearling-Reihe kenne ich noch gar nicht, die muss ich mir wohl mal anschauen. Habe öfter mal Fotos davon auf Instagram gesehen, aber mir noch nie den Inhalt näher angeschaut. 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

        • 9. März 2016 / 11:30

          Na, das mit dem HTML-Tag muss ich noch üben. Eigentlich sollte da “Rezension zum ersten Teil” stehen, aber ich denke man, kann es mit ein wenig Fantasie auch so verstehen. 😀

          • Anabelle 9. März 2016 / 15:14

            Haha, hab’s verstanden. 😀
            Danke, da schaue ich gleich mal rein. 🙂

  2. 8. März 2016 / 14:14

    Von den Büchern habe ich noch keins gelesen, aber die sind alle noch geplant. Früher oder später 😀 Damit scheine ich ja ganz richtig zu liegen.
    Ich finde es super, dass du das als Anlass nimmst, mal die starken Protagonistinnen in den Vordergrund zu rücken. Davon sollte es noch viel mehr geben, weil es einfach immer noch viel zu oft der Fall ist, dass sich das Mädel vom starken Helden retten lässt, obwohl sie das sicher genauso gut selbst hätte erledigen können.
    Liebe Grüße!

    • Anabelle 9. März 2016 / 11:21

      Hey Jacquy,

      ja, das stimmt, gerade in den “typischen” Frauenromanen.
      Aber nach dem Beitrag sind mir immer mehr tolle Beispiele eingefallen, es gibt also wirklich einige Bücher mit großartigen Protagonistinnen! 🙂

      Liebste Grüße
      Anabelle

  3. 8. März 2016 / 21:24

    Oh, schöner Beitrag! 🙂 Denna und Auri sind mir auch sehr ans Herz gewachsen, gerade weil sie so vielschichig sind. 🙂 Und auch Eleria hat mich durch ihre Rhetorik-Fähigkeiten ziemlich beeindruckt. Ganz vorne mit dabei sind bei mir noch Hermine, Arya Stark und Penryn. Aber es gibt so viele, da habe ich wahrscheinlich einige gute außen vor gelassen 😀

    • Anabelle 9. März 2016 / 11:19

      Ja, an Penryn musste ich auch denken! Die Charaktere aus A Song of Ice and Fire habe ich tatsächlich komplett vergessen. Schande über mein Haupt! :O

      Liebe Grüße
      Anabelle

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