Leserunde: Blausteinkriege – T. S. Orgel

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Wochenende!
Und ich habe sogar das komplette Wochenende frei und kann Wie Schnee so weiß und The Perfect beenden. Das muss ich auch, denn am Montag möchte ich gemeinsam mit Philip von Book Walk Die Blausteinkriege von T. S. Orgel beginnen. Wir lesen das Buch also in einer kleinen gemütlichen Leserunde und laden euch natürlich herzlich ein, daran teilzunehmen! Falls ihr also ohnehin schon einmal mit dem Buch geliebäugelt habt, oder einfach mal wieder Lust auf Fantasy habt – los geht’s!
Das ist das erste Mal, dass ich eine Leserunde auf dem Blog mache. Bisher habe ich nur an denen von LovelyBooks teilgenommen, oder einfach privat welche auf WhatsApp veranstaltet. 😀
Ich werde meine Meinung zu den einzelnen Leseabschnitten hier posten und sobald ich das Buch beendet habe auch eine (spoilerfreie) Rezension dazu schreiben. Die Beiträge unter den einzelnen Leseabschnitten hier werden höchstwahrscheinlich nicht ganz ohne Spoiler auskommen – nur schon einmal zur Warnung.

T. S. Orgel sind außerdem auch auf der Leipziger Buchmesse anzutreffen. Das war auch der ausschlaggebende Punkt für mich, mir endlich das Buch zu besorgen. Die Karten für den Heyne-Fantasyabend am 19. März sind schon gekauft und die Vorfreude steigt stetig. Also noch ein Grund mehr, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wenn ihr das Buch schon habt, könnt ihr auch gleich zur Buchmesse kommen und es euch signieren lassen. 🙂

Inhalt

Magie ist ein gefährliches Spiel …

Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen – ein Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist.
Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen …

Leseabschnitte

Prolog – Kapitel 6 (Seite 9 – 139)
Das war mal Spannung ab der ersten Seite! Man startet in medias res mit einer Art doppelten Prolog, was mir schon einmal sehr gut gefallen hat. Ich mag ewig lange Einleitungen gar nicht und entdecke die Welt lieber gleich im Geschehen. Auch die Charaktere lernt man so gleich mitten in der Handlung kennen – und von denen gibt es eine ganze Menge. Es prasselten so einige Namen auf mich ein und ich habe schon vermutet, dass ich beim Lesen alle durcheinander bringen würde. Die Sorge war im Endeffekt aber unbegründet, denn die wichtigen Charaktere sind alle so prägnant, dass man sie gar nicht verwechseln kann. Obwohl ich sie jetzt erst auf wenigen Seiten begleitet habe, habe ich schon ein ziemlich klares Bild von ihnen in meinem Kopf, das mit Sicherheit noch einige Male umgeformt wird. Denn wie es bisher aussieht, sind die Figuren sehr vielschichtig und für einige Überraschungen gut.
Das Setting ist mittelalterlich und man kann sich Berun und seine Tavernen durch die Beschreibungen bildlich vorstellen. Die eher schlechte Behandlung von Frauen, die diese Szenerie zwangsläufig zur Folge hat, macht die Protagonistin Sara für mich wieder wett. Auf ihre Entwicklung bin ich am meisten gespannt.
Der kleine Mediävistik-Geek in mir hat außerdem Freudensprünge gemacht, als er das Wort “Frouwe” gelesen hat. Das trägt zwar nichts zur Geschichte bei, gibt mir aber immerhin das Gefühl, dass es doch nicht so ganz nutzlos war, Mittelhochdeutsch zu lernen. 😀
Kapitel 7 – Kapitel 14 (Seite 140 – 267)

Im zweiten Leseabschnitt erfährt man mehr über die Charaktere, ihre Motivationen bleiben jedoch größtenteils geheim. Das finde ich aber gar nicht schlecht, da man so schön mit rätseln kann und auch nicht auf Anhieb weiß, woran man bei den Charakteren ist. Ich kann gar nicht sagen, aus wessen Sicht ich am liebsten lese, denn jede Perspektive macht wirklich Spaß und ist auf ihre Weise besonders. Ich bin gespannt, ob die verschiedenen Handlungsstränge am Ende zusammenlaufen und wenn ja, wie. Momentan haben sind die Figuren alleine schon räumlich recht weit voneinander entfernt, wodurch man, je nachdem wen man gerade begleitet, die unterschiedlichen Ecken des Kaiserreichs kennenlernt.
Die Welt, die Tom und Stephan Orgel geschaffen haben, kann man sich beim Lesen wundervoll vorstellen. Sie ist detailliert dargestellt, ohne dass die Beschreibungen dabei ausufern oder der Handlung nicht genug Raum lassen. Ich finde es außerdem interessant, dass man gar keinen Bruch im Schreibstil bemerkt. Da bin ich wirklich positiv überrascht, da ich mir gar nicht richtig vorstellen kann, wie man zu zweit ein Buch schreibt. Falls sich die Schreibstile unterscheiden, fällt es also nicht negativ auf. Das kann aber auch daran liegen, dass ja ohnehin aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird.
Über die Blausteine hat man noch nicht viel erfahren, auch wenn einer der Charaktere, Lebrec, sie regelmäßig verwendet. Auf seine Kapitel darf ich also ganz besonders gespannt sein, da ich total neugierig bin zu erfahren, was es mit den Steinen eigentlich auf sich hat.

Kapitel 15 – Kapitel 21 (Seite 268 – 367)
Der Beginn des dritten Abschnitts war für mich bisher der spannendste. Entgegen meiner Ankündigung, mag ich jetzt doch möglichst wenig spoilern, aber so viel kann gesagt sein: Es gab eine unglaublich spannende, fesselnde Szene auf einem Schiff, dem nicht nur ein Unwetter zusetzt. Und diese Szene war so grandios geschrieben! Diese Seiten vergingen wirklich wie im Flug. Die Szene scheint außerdem ein Wendepunkt für einen der Charaktere zu sein und so langsam bin ich mir sicher, dass sich die Wege und Schicksale der verschiedenen Charaktere noch kreuzen und beeinflussen werden. Ansonsten kann ich gar nicht allzu viel sagen, da ich nichts zu meckern habe. Mir gefallen die Charaktere, der Schreibstil und das Setting. Über die Blausteine und die “Talente” die manche wenige Menschen besitzen, hat man immer noch nicht wirklich viel herausgefunden. Man erhält immer mal wieder kleine Hinweise und ein weiteres Puzzlestück und ich bin gespannt, ob man noch in diesem Band erfährt, was es genau damit auf sich hat. Das Buch beinhaltet außerdem mehrere Zitate, kleine Weisheiten, die ich mir gleich abfotografiert habe, weil sie mir so gut gefielen.

“Die schlimmsten Menschenschinder sind oft die größten Feiglinge”, sagte Cajetan. “Sie lassen gern andere für ihre eigenen Unzulänglichkeiten büßen.”

Kapitel 22 – Kapitel 28 (Seite 368 – 447)
Ich bin aus Versehen 40 Seiten übers Ziel hinausgeschossen, weil ich so vertieft war, dass ich die Seitenzahl gar nicht mehr beachtet habe. Das sagt doch schon einiges, oder?
Die Geschichte nimmt langsam an Fahrt auf und die Blausteinkriege scheinen nun zu beginnen. Ich bin gespannt, wie viel auf den letzten 150 Seiten jetzt noch passiert, da bisher überwiegend Charaktere und Welt vorgestellt wurden und man noch keinen Verdacht hatte, woher die Bedrohung, die den Krieg auslöst, kommen könnte. Mir gefällt weiterhin alles gut, nur einen Charakter, den ich mit am interessantesten fand, vermisse ich. Der ist leider schon ziemlich lange nicht mehr aufgetaucht, aber mal abwarten. Vielleicht kommt da im nächsten Abschnitt wieder was.
Für mich kristallisieren sich langsam Charaktere heraus, die ich richtig gerne begleite, bei denen die Seiten wie im Flug vergehen und welche, an die ich persönlich nicht so gut herankomme. Aber wie im echten Leben kann man ja nicht jeden mögen. 😉

Außerdem: Beim Stöbern in der Leserunde auf LovelyBooks habe ich gerade die Pinterest-Pinnwand der Autoren entdeckt. Total interessant, wie sich T.S. Orgel ihre Charaktere vorstellen!

Kapitel 29 – Kapitel 35 (Seite 448 – 536)
Ist es komisch, dass ich auch “die Bösen” liebe? 😀
Ich weiß gerade gar nicht wirklich, was ich zu dem Abschnitt schreiben soll, weil ich gerade nur eins will: Weiterlesen.
In dem Abschnitt fällt einfach wieder auf, wie unglaublich gut und vielseitig die Charaktere dargestellt werden. Sara gehört nach wie vor zu meinen Lieblingen, aber auch mit vielen anderen bin ich warm geworden und es ist toll, wie unterschiedlich sie alle sind.
Außerdem sind die Kampfszenen richtig gut beschrieben. Man erlebt sie mal aus den Augen Saras, mal aus Flüsters Perspektive, was ich großartig finde, da sie dadurch immer ihre eigene Note verliehen bekommen. Man kann sich die Kämpfe und die Anspannung lebhaft vorstellen, ohne dass es zu detailliert wäre – das Grauen der Situation kommt rüber, aber ohne dass man sich ekeln müsste. Die Spannung überwiegt ganz einfach.
Mir gefällt das Tempo gerade richtig gut. Ich hatte zwischenzeitlich ein bisschen Sorge, dass genau dieses Tempo dem Buch vielleicht fehlt, aber jetzt ist es auf jeden Fall da und der Abschnitt gehört zu einem meiner liebsten. Die Abschnitte zuvor waren alles andere als ereignislos! Aber viel Zeit wurde darauf verwendet, die Charaktere vorzustellen. Allerdings würde ich die Figuren jetzt wohl nicht so lieben, hätte man sich diese Zeit nicht genommen, um sie kennenzulernen.
Kapitel 36 – Ende (Seite 537 – 600)
Wenn mir das Tempo im vorigen Leseabschnitt gefallen hat, ist es hier noch besser geworden. Gerade das Ende hatte es richtig in sich und ich habe so Lust, gleich weiterzulesen. Tja, my loss – jetzt heißt es Warten auf den zweiten Teil.
Zum letzten Abschnitt mag ich gar nicht allzu viel sagen, da die Leseabschnitte entgegen der Warnung ja doch relativ spoilerfrei geblieben sind. Da in diesem Abschnitt, wie bereits erwähnt, einfach so viel passiert ist, kann ich nicht viel sagen, ohne den Inhalt vorwegzunehmen. Also bin ich besser still, fiebere dem zweiten Band entgegen und verweise auf die Rezension, in der meine Meinung noch einmal zusammengefasst ist.

Habt ihr Lust mitzulesen? Oder kennt ihr das Buch vielleicht sogar schon?

9 Comments

  1. 14. Februar 2016 / 11:33

    Oh das Buch ist mir auch schon aufgefallen! Da bin ich ja mal gespannt, was du so dazu zu sagen hast. Die Leserunde hier auf deinem Blog zu veranstalten, ist wirklich eine tolle Idee! 🙂 Leider habe ich zur Zeit zu viel Uni-Kram an der Backe und könnte mich sicher nicht so ausführlich in die Diskussionen mit einbringen. Aber wenn du sowas in Zukunft öfter machen wirst, bin ich auf alle Fälle dabei!

    • Anabelle 14. Februar 2016 / 21:06

      Das kenne ich so gut! Uni geht auch eindeutig vor.
      Das freut mich. Vielleicht finden wir ja sogar eins, dass wir beide lesen wollen. Haben ja beide einen fantastischen Buchgeschmack! 😀

      Liebste Grüße

  2. 25. Februar 2016 / 12:43

    Liebe Anabelle 🙂

    Soooo, ich habe es jetzt auch endlich geschafft, den ersten Abschnitt zum Buch “Die Blausteinkriege I. Das Erbe von Berun” zu lesen. Gleich von Anfang an fällt die wundervoll ansprechende Optik des Buches auf. Das Cover ist nicht nur optisch ein echter Hingucker sondern auch haptisch, denn es fühlt sich super an in der Hand 🙂 Darüber hinaus ist die Karte sehr detailverliebt, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Schön viele Kleinigkeiten eingearbeitet, die mir bei so viele anderen Fantasy-Karten einfach fehlen.
    Dieser stimmige erste Eindruck wird vom geschriebenen Wort des Autorenduos hervorragend ergänzt, denn ab der ersten Seite wird man an die Geschichte gefesselt. Der doppelte Prolog ist bereits sehr unterhaltsam und führt grob das Mysterium der Blausteine ein, welche mir bisweilen noch ein Rätsel sind. Darüber hinaus werden einige Intrigen mit beauftragten Tötungen von Bastarden eingeleitet und viele Charaktere werden eingeführt, welche sich zum Glück aber deutlich voneinander unterscheiden, weshalb es leicht fällt, diese auseinander zu halten.
    Die Handlung, auch wenn sie noch nicht ihr volles Potenzial entfaltet hat, ist bereits jetzt sehr unterhaltsam und lässt auf eine noch größere und tolle Geschichte hoffen, auf welche ich mich jetzt schon freue!

    Leider bin ich jobbedingt noch nicht zu gekommen, mehr als diesen ersten Abschnitt zu lesen, man muss ja (leider) auch arbeiten 😀 Auf jeden Fall freue ich mich auf die kommenden Abschnitte. Es ist magisch bisher 🙂

    LG
    Philip

  3. 8. April 2016 / 10:57

    Endlich komme ich jetzt auch mal dazu, zum zweiten Abschnitt etwas zu schreiben. Nachdem ich buchmessebedingt und vor allem durch den Job kaum zum Lesen gekommen bin, geht es mittlerweile doch deutlich besser voran und ich mache Fortschritte mit dem Roman! Nach wie vor gefällt mir dieser sehr gut auch wenn es gerade nicht ganz so temporeich vonstatten geht wie ich es mir gewünscht hätte. Der Fokus liegt zurzeit vor allem auf der Charakterentwicklung und den Geschehnissen, die dazu führen, dass die Schicksale der Protagonisten in ganz unterschiedliche Richtungen verlaufen, Wie sich das zu einem Gesamtbild fügen wird, wird eine sehr interessante Auflösung werden. Es ist schön, aus so unterschiedlichen Perspektiven zu lesen und dabei keinerlei Unterschiede zwischen den beiden Autoren festzustellen, zumindest empfinde ich dies so. Mal sehen, wohin uns der Weg in den weiteren Abschnitten führen wird. Es bleibt spannend!

  4. 11. April 2016 / 12:32

    Mittlerweile überschlagen sich die Ereignisse regelrecht und ich habe es völlig verplant, eine Trennung zwischen dem dritten und vierten Abschnitt zu machen, da ich auf einmal so richtig mitten in der Handlung gewesen bin. Es gibt viele Stellen im Buch, die sich zu echten Pageturnern entwickelt haben. Vor allem eine gefährliche Szene für Sara oder eine unwetterartige Szene auf hoher See mit Marten haben es mir regelrecht angetan. Das Spannungslebel steigt kontinuierlich an und die Handlung nimmt feste Formen an, die viele Intrigen erahnen lassen. Der Stil des Buches ist unverändert sehr gelungen nur das mir das Buch mittlerweile noch besser gefällt als am Anfang. Eine kurze Durststecke zwischendurch ist jetzt wie weggeblasen. Mitreißende Unterhaltung.

    • Anabelle 11. April 2016 / 14:13

      Genau so ging es mir auch! Freut mich, dass die Szenen auch zu deinen Highlights zählen, denn da habe ich die Trennung vom Leseabschnitt sogar auch verpasst. Beziehungsweise einfach ignoriert. 😀
      Viel Spaß noch mit dem Rest! 🙂

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