Kalypto. Die Magierin der Tausend Inseln – Tom Jacuba

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Auf einen Blick

Titel: KALYPTO – Die Magierin der Tausend Inseln (Band 2) *
Autor: Tom Jacuba
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Januar 2016
Seiten: 608
Preis: 12€ (Taschenbuch)

Warnung! Die Rezension ist meines Erachtens weitgehend spoilerfrei, es handelt sich hierbei aber um den zweiten Teil der Reihe. Zur Rezension des ersten Bands Kalypto. Die Herren der Wälder gelangt ihr hier.

Inhalt

Die Magierin Catolis hat es geschafft! Zufrieden überblickt sie, die Großmeisterin der Zeit, das Reich Garona, das sie nahezu komplett erobert hat. Wieder ist sie ihrem Ziel etwas näher gekommen: das stärkste Volk unter allen Völkern zu finden, damit es für sie das untergegangene Reich von Kalypto neu errichtet. Ein großes Reich allein unter der Herrschaft der Magier. Doch Catolis ahnt nicht, dass Ayrin, einst Königin von Garona, fliehen konnte und mithilfe des Waldmanns Lasnic die Rückeroberung ihres Throns plant…

Tom Jacuba – der Magier der Tausend Cliffhanger

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich etwas Angst hatte, nicht gleich in die Geschichte einzufinden. Der erste Teil ist ja schon ein bisschen her und Kalypto geizt nicht gerade mit Charakteren. Es fiel mir dann aber wirklich ganz leicht und ohne, dass es etlicher (nerviger) Rückblenden gebraucht hätte, fand ich ganz schnell wieder in die Geschichte um Lasnic, Ayrin, Lauka und Catolis ein.

Nicht zuletzt gelang dies durch den Schreibstil. Der war einfach wieder großartig. Ohne einen Namen zu lesen, weiß man, welche Figur man gerade begleitet. Einfach anhand der Sprache, der Atmosphäre. Und so unterschiedlich die Ausdrucksweisen der verschiedenen Charaktere auch sind, so gut kann man sich in jede Figur einfühlen.

Die Unterschiede in der Sprache machen die Perspektivwechsel auch noch spannender, bringen einem die einzelnen Charaktere umso näher. Selbst der mir so verhassten Lauka habe ich mich nahe gefühlt – leider aber nicht nahe genug, um ihr die Haare auszureißen. Selbst ihre Kapitel habe ich gerne gelesen und mich darauf gefreut und das, obwohl ich mich überhaupt nicht mit ihr identifizieren konnte.
Umso mehr gelitten habe ich dann mit Charakteren, an denen mir wirklich etwas lag. Und im zweiten Teil gab es wohl wirklich genug Anlässe zu diesem Leiden. Gerade das Ende war von Szenen geprägt, in denen sich in mir alles zusammenzog und ich konnte und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es war einfach zu spannend. Jedes, wirklich jedes Kapitel endete mit einem Cliffhanger, der einen bangend weiter blättern ließ. Und auch wenn ich bei jedem Kapitelende erst einmal aufstöhnte, weil ich direkt wissen wollte, wie es weiter geht, war ich in der neuen Perspektive dann wieder so schnell gefangen, dass ich gar nicht mehr zurückwollte – und so weiter.

Ein riesiger Pluspunkt bei den Charakteren ist für mich, dass sie so greifbar sind. Beim ersten Teil meinte ich noch, sie alle seien menschlich. Das unterschreibe ich auch jetzt noch, nur ist es spannend zu sehen, wie unterschiedlich sich die Charaktere entwickeln. Wie manche, die normal zu sein schienen, nun nach Höherem streben, während andere, die am unnahbarsten schienen, jetzt ihre Menschlichkeit entdecken. Selbst Nebencharaktere durchleben eine Entwicklung, haben eine Geschichte und machen neugierig. Bei jeder der Figuren hat man das Gefühl, sie könnte selbst ganze Bücher füllen.
Ein besonderes Lob außerdem an die Frauen aus Kalypto. Ich hebe ja sowieso immer positiv hervor, wenn ich eine Frau in einem Fantasy-Buch besonders gelungen finde. Wenn sie mehr ist als bloße Dekoration. Nun, dann muss ich Kalypto mit Lobreden überschütten. Denn Kalypto bedient sich weder der beschützenswerten, zerbrechlichen Frau, die sich von ihrem Prinzen retten lässt, noch der unbesiegbaren, übermächtigen Heldin, noch der überirdisch schönen, “einzig wahren” – sondern ein bisschen von allem, ohne dass es in Perfektion abtriftet. Frauen mit Ecken und Kanten. Menschen eben.

Aber mein absolutes Highlight der Geschichte war das Rätseln. Hier war ein Vorteil auch der Austausch, den ich in der Leserunde hatte. Es hat richtig viel Spaß gemacht, zu spekulieren, wie es wohl weitergehen mag. Herauszufinden, welcher Charakter welche Funktion im großen Spiel um das kalyptische Reich erfüllt. Immer hatte man das Gefühl, auf Hinweise zu stoßen und doch kann man nie so leicht auf eine Lösung. Auch am Ende des Buches sind noch nicht alle Fragen geklärt, weshalb ich es kaum erwarten kann weiterzulesen. Genau so sollten Bücher sein.

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Fazit

Darf ich mal fluchen wie Lasnic? Ja? Verfluchte Marderscheiße! Wie soll ich denn jetzt bitte bis August warten? Wie mich auf ein anderes Buch konzentrieren, wenn meine Gedanken gerade noch so nah bei den Charakteren aus Kalypto sind?
Der zweite Teil hat den ersten meiner Meinung nach sogar noch übertroffen! Ich bin gespannt auf das große Finale.

* Hierbei handelt es sich um einen Affiliate-Link.

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