Wo der Regenbogen anfängt – Julia Bohndorf

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Auf einen Blick

Titel: Wo der Regenbogen anfängt*
Autorin: Julia Bohndorf
Verlag: SadWolf
Erschienen: Juni 2015
Seiten: 400
Preis: 14,90€ (Broschiert)

Danke an Julia Bohndorf für das Rezensionsexemplar. 🙂

Inhalt

Maeve und Niamh McKee sind Vollwaisen. Zu allem Überfluss kämpft die elfjährige Niamh gegen Leukämie und ihre 21 jährige Schwester scheidet als Knochenmarkspenderin aus. Die beiden begeben sich auf einen Road Trip von Berlin nach Wicklow in Irland, um Niamh neuen Lebensmut zu geben und vielleicht sogar, in der Heimat ihrer Eltern, einen passenden Spender zu finden. Die Fruchttüte in der Big Mac Verpackung und der verhedderte Regenschirm in der Bärenfellmütze vor dem Buckingham Palace bilden nur den Anfang von Ereignissen auf einer Reise, die neue Lebensfreude und Zeit zum Lachen und Weinen schenkt. Doch kurz bevor sich der Road Trip dem Ende neigt und der quälende Krankenhausalltag wieder Einzug hält, erscheint das personifizierte Glück in Form eines scheinbar fantastischen Wesens vor den Schwestern und benötigt dringend ihre Hilfe …

Das Buch, das mich zum Handeln bewegte

Wo der Regenbogen anfängt habe ich in einer Leserunde bei LovelyBooks gelesen, an der auch die Autorin Julia Bohndorf beteiligt war.

Der Schreibstil ist leicht und vor allem sehr echt. Niamhs jugendliche Sprache macht das Buch wahnsinnig lebendig, besonders in den Tagebucheinträgen, die die einzelnen Kapitel abschließen. Außerdem widmet sich die Autorin kleinen beschreibenden Details, durch die man die geschilderten Szenen sehr gut vor Augen hat. Meine liebsten Stellen waren hier jene in London, bei denen ich richtig ins Träumen geraten durfte und die Gebäude und Menschen genau vor mir sah.

Die Charaktere sind, vor allem eben durch die realistische Sprache, greifbar und wirken durch kleine liebenswürdige Details lebensecht. So putzt Maeve sich die Zähne zum Beispiel grundsätzlich in der Dusche, während die 11-jährige Niamh sehr eloquent ist, jedoch Worte wie Kompetenz schon mal in Kompotenz umwandelt. Die Beziehung der beiden Schwestern war einfach rührend. Maeve ist für Niamh sowohl große Schwester als auch Mutter in einem und muss sich deshalb oft viel älter verhalten, als sie eigentlich ist. Obwohl es Niamh ist, die an Leukämie leidet, tat auch sie mir an sehr vielen Stellen leid. Das Mitleid und die Trauer übernahmen jedoch nie Überhand, weil den beiden Schwestern ständig etwas Aufregendes passierte, oder sie sich gegenseitig so zum Lachen brachten, dass man einfach mitlächeln musste.
Auch die anderen Charaktere sind schön gestaltet, im Fokus stehen jedoch eindeutig die beiden Schwestern. Auch die Liebesgeschichte, die in die Geschichte mit eingebunden wurde, drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, was mir sehr gut gefallen hat.

Das Buch versprach, die sehr ernste Thematik der Leukämie mit Fantasyelementen zu verbinden. Ich hatte sehr viel mehr Fantasy erwartet, tatsächlich spielte diese jedoch eine eher untergeordnete Rolle und tauchte nur kurz an manchen Stellen auf. An diesen Stellen passte sie jedoch hervorragend ins Buch und zu dem, für mich ohnehin magischen Schauplatz, Irland.

Was mich an dem Buch ein bisschen gestört hat, waren Fehler in der Sprache oder Formatierung des Textes, die das Lektorat wohl übersehen hat. Das tut der schönen Geschichte natürlich gar keinen Abbruch, ist mir nur aufgefallen.

Warum liegen Glück und Traurigkeit so oft und so nah beieinander?

Ich muss das Buch sowie die Autorin abschließend noch einmal besonders loben, da die Geschichte wirklich bewegt. Sie bewegt zu Emotionen, da man mit den Charakteren mitfiebert, vor allem aber bewegt sie zu Handlungen. Julia Bohndorf macht in ihrem Werk auf Blutkrebs aufmerksam und bindet Informationen über die lebensrettende Stammzellenspende nahtlos in die Geschichte mit ein. Wie sie im Nachwort selbst erwähnt, gestaltet sie für ihre Geschichte einige medizinische Vorkehrungen flexibler, als sie im realen Leben sein müssten. Das fällt Lesern, die mit Krebs in Kontakt kamen, sicherlich auf, stört die Geschichte aber überhaupt nicht. Ich habe mich, noch bevor ich das Buch überhaupt beendet hatte, bei der DKMS zur Stammzellenspende registrieren lassen. All meinen Respekt also dafür! Ein Buch, das nun vielleicht sogar Leben rettet.

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Das Buch traf mit persönlicher Widmung bei mir ein. ♥

Fazit

Wer sich an den Änderungen im medizinischen Bereich nicht stört, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Ich habe in letzter Zeit mit Die letzten Tage von Rabbit Hayes und Zwanzig Zeilen Liebe mehrere Bücher gelesen, die Krebs und das Leben im Hospiz thematisieren. Alle haben mich gerührt. Aber nur dieses Buch hat tatsächlich dafür gesorgt, dass ich etwas unternommen habe. Das liegt daran, dass die meisten Werke, in denen es um Krebs geht, nur emotional berühren. Bei Wo der Regenbogen anfängt, wird Stammzellenspende konkret thematisiert, es wird aufgeklärt und man möchte anschließend einfach helfen.

*Hierbei handelt es sich um einen Affiliate-Link

2 Comments

  1. 23. Oktober 2015 / 19:05

    Hallo Annabelle,

    eine schöne Rezension hast du da geschrieben und das Buch ist direkt mal auf meine Wunschliste gewandert! 🙂

    Liebe Grüße,
    Jasmin

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