Der Marsianer: Book vs. Movie

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Spannung, Humor, Weltraum.

Meine Liebe zu “The Martian” habe ich auf Instagram sowie im Monatsrückblick nun schon mehrmals ausgelebt. Das Buch hat mich einfach restlos begeistert. Für das Universum und Leben auf anderen Planeten interessiere ich mich schon seit Kindesalter. Das Interesse ging nie verloren, dennoch hatte ich etwas Angst, dass das Buch vielleicht etwas zu wissenschaftlich für mich sei – insbesondere im Hinblick auf chemisches Wissen, denn ich bin eine absolute Chemie-Niete. Erstaunlicherweise schafft es Andy Weir, selbst die Gewinnung von Wasser durch Sauerstoff und Hydrazin interessant zu gestalten. Doch gelingt das auch im Film?

Ich hatte das große Glück, bei einem Lehmanns-Gewinnspiel Kinokarten für die Marsianer-Matinee zu gewinnen und konnte so vergangenen Sonntag zusammen mit meinem Freund den Film ansehen. Der Film überzeugt mit großartigen Schauspielern. Matt Damon hat mich schon in Interstellar als Astronaut überzeugt, für Mark Watney ist er wie geschaffen! DER Vorteil der Filmversion: Ein oberkörperfreier Matt Damon.

Leider ging im Film sehr viel von Andy Weirs Humor verloren, der für mich gerade die Story ausmachte. Natürlich hatte auch der Film seine lustigen Momente und lockerte so die angespannte Situation auf, doch fehlte einfach sehr viel des Sarkasmus, der letztendlich eben auch Mark Watney verkörperte.

Darunter, dass der Film viele Szenen des Buches komplett ausließ, musste meiner Meinung nach leider auch die Spannung leiden. Die Rettung Marks lief auf der Leinwand einiges glatter ab, als es eigentlich der Fall war. Für alle, die das Buch noch lesen möchten, verrate ich lieber nicht zu viel, außer: Mark Watney hatte eigentlich noch wesentlich mehr Gründe zum Fluchen und musste sich noch viel häufiger durch sein enormes Wissen aus der Patsche helfen. Besonders enttäuscht hat mich das in Hinblick auf die Fahrt mit dem Rover. Dass die Reise mehrere Monate dauert, was sowohl physische als auch psychische Strapazen mit sich bringt, und auf der mehrere tausend Kilometer langen Strecke so einiges passiert, wurde einfach ausgelassen. Das Ende wirkte dadurch ziemlich abrupt.

Zu den ausgelassenen Szenen kamen dann einige, die im Film leider keinen Sinn ergaben. So bohrt Mark an einer Stelle Löcher in das Dach des Rovers. Wieso er das tut? Das wird im Film nicht weiter erklärt. Wieso man die Löcher dann einbrachte, andere, spannendere Szenen jedoch ausließ? Keine Ahnung. Dafür zeigten mir Szenen wie der Kartoffelanbau, dass ich dank dem Buch nun vielleicht keine komplette Chemie-Niete mehr bin. Denn selbst der Verdauungstrakt eines Mark Watney kann keine Kartoffeln in Marsboden wachsen lassen, was ich dank Andy Weir nun weiß. Ein weiterer Grund, den Roman zu lesen: Sollten wir Menschen jemals auf dem Mars notlanden müssen, werden wir Bücherwürmer überleben! Nun ja. Zumindest sind die Chancen dafür leicht erhöht.
martian
Mein Vergleich klingt nun sehr negativ, weshalb ich noch einmal betonen möchte, dass der Film wirklich gut war! Sehr gut sogar. Vergleicht man ihn jedoch mit dem Buch, geht einfach viel zu viel verloren, so wie es bei den meisten Buchverfilmungen der Fall ist. Nichtsdestotrotz kann ich ihn empfehlen – lest nur besser vorher das Buch, denn es ist einfach spannender, handlungsreicher, lustiger und ihr könnt euch schlau fühlen, wenn euch die chemischen Unstimmigkeiten im Film auffallen. 😀

Habt ihr den Film schon gesehen? Wie hat er euch gefallen? Und kennt ihr eine Buchadaption, bei der euch der Film besser gefällt als die schriftliche Vorlage?

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5 Comments

  1. 13. Oktober 2015 / 23:49

    Belli, das ist eine wirklich toller Book vs. Movie Artikel! 🙂
    Ich habe jetzt noch viel mehr Lust, das Buch zu lesen und vielleicht ist die Reihenfolge ja so auch gar nicht schlecht. 😀 Hab auf jeden fall Lust auf den Humor, denn den Film fand ich schon echt witzig und wenn das Buch diesbezüglich noch mehr hergibt, dann muss ich es mir unbedingt noch zulegen! Hätte ich echt nicht erwartet, dass es so ist und das hat mich positiv überrascht. Man könnte ja meinen, alleine auf dem Mars verliert man zuerst den Humor und dann den Verstand.

    Ich kenne tatsächlich keinen Film, der mir besser gefällt als die schriftliche Vorlage. Allerdings sind manche Schauspieler wirklich einfach nur perfekt für die Romanfiguren gewählt! Emma Watson als Hermione, J. Lawrence als Katniss…

    Liebe Grüße
    Laura

    • Anabelle 16. Oktober 2015 / 23:02

      Puh, Laura, du beruhigst mich so sehr! Hatte etwas Sorge, dass es viel zu negativ klingt, weil der Film ja wirklich gut war!
      Aber mir geht’s da auch so, dass ich das Original bisher immer noch besser fand. Außer wie bei Harry Potter, da sehe ich Film und Buch irgendwie getrennt voneinander und liebe beides abgöttisch. 🙂

      Liebe Grüße und bis ganz bald
      Anabelle

  2. 20. Oktober 2015 / 11:47

    Mei, wie toll! ♥ Danke für den Vergleich. Ich überlege schon die ganze Zeit hin und her, ob ich denn ins Kino wuseln soll (generell enttäuschen mich Buchverfilmungen meist ein wenig) und dann darf ich deinen tollen Beitrag lesen – und gleich zwei Kinokarten reservieren! 😀

    Ich werd mir jetzt das Buch vorknöpfen und dann mit meinem McDreamy unser Cinema unsicher machen – danke für die Entscheidungshilfe. Ich hoffe, er gefällt mir genauso gut wie dir (dass Filme an Bücher nie so GANZ rankommen, liegt mMn in der Natur der Sache :D).

    Liebe Grüße und einen wunderschönen Dienstag,
    Nana ♥

    • Anabelle 20. Oktober 2015 / 19:03

      Oh, das freut mich! Ich bin sehr gespannt wie dir Buch und Film gefallen.
      Dass Filme nie an die Bücher rankommen, liegt wohl ganz einfach daran, dass immer etwas weggelassen werden muss. Und egal was es ist, der Bücherwurm hat was zu meckern. 😀

      Liebe Grüße und viel Spaß euch im Kino
      Anabelle

  3. Michi
    16. September 2016 / 1:56

    Das mit dem Ballon diente eher der Platzerweiterung im Rover weil für die Fahrt zur Rettungssonde einige Dinge transportiert werden mussten. Das war im Film ja auch ein Thema in Bezug auf die längere Fahrt.

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