Zwanzig Zeilen Liebe – Rowan Coleman

crzwAuf einen Blick

Titel: Zwanzig Zeilen Liebe (Affiliate Link)
Autorin: Rowan Coleman
Verlag: Piper
Erschienen: September 2015
Seiten: 416 Seiten
Preis: 14,99€ (Broschiert)

Danke an Piper und LovelyBooks für dieses Rezensionsexemplar.

Inhalt

Sorg dafür, dass dein Vater sich wieder verliebt. Iss jeden Tag Gemüse. Trau keinem Mann mit übermäßigem Bartwuchs. Tanz auf meiner Beerdigung zu Dean Martin. Nacht für Nacht bringt Stella diese und andere Zeilen zu Papier. Doch es sind nicht ihre eigenen Gedanken und Wünsche. Die Hospizschwester schreibt Abschiedsbriefe im Auftrag ihrer schwer kranken Patienten und überreicht deren Nachrichten, nachdem sie verstorben sind. Bis sie einen Brief verfasst, bei dem sie keine Zeit verlieren darf. Denn manchmal lohnt es sich zu kämpfen: Für die Liebe. Für das Glück. Für den einen Moment im Leben, in dem die Sterne am Himmel ein wenig heller leuchten …

Die Macht der Worte

Zwanzig Zeilen Liebe ist mir schon in der Herbstvorschau von Piper aufgefallen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich es bei einer Leserunde auf LovelyBooks lesen durfte. Die Autorin wirft einen gleich zu Beginn in das Leben mehrerer Figuren, die man nach und nach besser kennen lernt. Dabei ist jede der Erzählperspektiven einzigartig und variiert auch leicht im Schreibstil, sodass einen die Perspektivwechsel nie verwirrt haben. Mir hat es sehr gut gefallen, dass alle Figuren so unterschiedlich und doch auf irgendeine Art und Weise verbunden sind. Sei es durch Verluste, die jeder auf seine Weise erlebt hat, oder einen Kater, der immer wieder wie durch Magie an der Seite der Charaktere auftaucht (alleine für diesen Kater lohnt sich das Buch – wirklich! :D).

Da das Buch größtenteils in einem Hospiz spielt, kann man sich vorstellen, dass die Thematik des Buches keine leichte ist. So leidet man mit den unterschiedlichen Charakteren auch wirklich mit und kann sich gut in die verschiedenen Schicksale hineinversetzen. Dennoch schafft Coleman es, einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder manövriert ihre Charaktere in so bizarre Situationen, dass man einfach lachen muss. Besonders gut gefallen hat mir auch die Entwicklung der Charaktere. Jede der Figuren lernt im Laufe der Geschichte mehr über sich selbst und über das Leben. Vor allem aber lernen alle eins: Dass Überleben nicht Leben ist. Dass es sich lohnt, zu kämpfen. Für das Leben, für sich, für andere. Diese Lehren gepaart mit Colemans Schreibstil haben dafür gesorgt, dass meine Ausgabe des Romans nun mit etlichen Post-its versehen ist.

Unterbrochen wird die Erzählung von den Briefen, die Stella für die Patienten im Hospiz schreibt. Der Klappentext ließ vermuten, dass diese Briefe im Zentrum des Buches stehen. Das ist nicht der Fall, hat mich aber auf keinen Fall gestört. Dreh- und Angelpunkt des Buches sind definitiv die einzelnen Figuren. Die Briefe selbst handeln von Menschen, die keine weitere Bedeutung für den Verlauf der Geschichte haben. Sie lockern die Geschichte teilweise auf, manchmal treiben sie einem die Tränen in die Augen. Jeder einzelne Brief erinnert jedoch daran, wie wichtig Worte sind.

Ein Brief ist eine Erinnerung, die nie verschwinden, verblassen oder vergessen werden kann.

Was ist denn nun die Macht der Worte? Der Roman zeigt, wie vielschichtig ein paar Zeilen das Leben verändern können. Die letzten Worte eines Sterbenden, der um Vergebung bittet, Worte, die einem unter Tränen ein Lachen ins Gesicht zaubern, die Leben verändern. Oder auch einfach Worte, die die Menschen näher zueinander bringen und die Leere verdrängen. Rowan Coleman hat es geschafft, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wertvoll Worte sind und dass es wichtig ist, sie auszusprechen. Auch wenn es nicht immer leicht fällt.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum Cover. Obwohl es so schlicht gehalten ist, gefällt es mir sehr gut. Vor allem, da es optisch zu Colemans Debütroman “Einfach unvergesslich” passt und sie sicher wunderschön nebeneinander im Regal aussehen.

Fazit

Zwanzig Zeilen Liebe ist ein Roman, der nachdenklich macht. Der einen dazu bewegt, seinen Liebsten öfter zu sagen, wie wichtig sie einem sind. Der einen dazu aufrüttelt, das Leben mehr zu nutzen, Risiken einzugehen und über seinen eigenen Schatten zu springen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde mir wahrscheinlich auch noch Einfach unvergesslich zulegen. 🙂

6 Comments

  1. 21. September 2015 / 14:30

    Ich habe “Einfach unvergesslich” vor kurzem gelesen und war einfach platt von der Intensität und Schönheit dieser Geschichte. Gerade habe ich mich durch die Leseprobe von “Zwanzig Zeilen Liebe” geschmökert… So schön! Dank deiner begeisterten Rezension wird es mal wieder Zeit, das selbst auferlegte Buchkaufverbot gekonnt zu ignorieren 😀

    Viele liebe Grüße und einen schönen Montag,
    Nana 🙂

    • Anabelle 22. September 2015 / 10:56

      Oh nein, das tut mir fast ein bisschen Leid. Fast. 😀
      “Einfach unvergesslich” möchte ich auch unbedingt noch lesen. Ich hoffe, Zwanzig Zeilen Liebe kommt an ihren Debütroman heran. Viel Spaß auf jeden Fall beim Lesen, ich bin gespannt, wie es dir gefällt!

      Liebste Grüße
      Anabelle

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