Die Auslese – Joelle Charbonneau

auslese2Auf einen Blick

Titel: Die Auslese: Nur die Besten überleben (Affiliate Link)
Autorin: Joelle Charbonneau
Verlag: Blanvalet
Erschienen: Oktober 2014
Seiten: 416
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Inhalt

Sie wurden auserwählt, um zu führen – oder zu sterben

Nach den verheerenden Fehlern der Vergangenheit war sich die Gesellschaft einig, dass nur noch die Besten politische Macht ausüben dürfen. Von nun an sollten die Psychologen darüber urteilen, in wessen Händen die Zukunft des Landes liegen sollte. So entstand die Auslese.
Cia ist sechzehn und damit eine der Jüngsten, die zu den Prüfungen antreten, die darüber entscheiden, ob man für ein Amt geeignet ist. Zunächst ist sie von Stolz erfüllt – bis die erste Kandidatin stirbt! Jetzt breitet sich Angst aus, und Cia erkennt: Nur die Besten überleben …
Dich erwarten Gefahr, Liebe – und nackte Angst!

Es war mal wieder Zeit für eine Dystopie!

Die Auslese traf diesen Monat bei mir als Wanderbuch ein. Ich lese es zusammen mit ein paar netten Menschen von LovelyBooks. Jeder liest, legt dem Buch etwas bei, schreibt eine Rezension, macht Anmerkungen etc. und schickt es dann an den nächsten weiter. Als ich es ausgepackt und gesehen habe, dass es sich um Die Auslese handelt, war die Freude schon einmal groß, denn das Buch stand noch auf meiner Leseliste, bisher wollte ich jedoch kein Geld dafür ausgeben.

Das World Building hat mir bei Die Auslese sehr gut gefallen. Die Zivilisation wurde von einem langen, chemischen Krieg vollkommen zerstört. Nach und nach erfährt man mehr über diesen Krieg, der in mehreren Stadien ablief. Die Welt, in der sich Cia zurechtfinden muss, wird gut dargestellt und man kann sich ihre Umgebung durch die Beschreibungen der Erzählerin genau vorstellen. Was man beim Lesen jedoch nicht wirklich erfährt, sind Sinn und Zweck der Auslese, die die Politiker in den Kolonien durchführen. Keiner der Bewohner scheint wirklich etwas darüber zu wissen, die Details der Auslese scheinen aber auch niemanden wirklich zu interessieren. Das fand ich sehr merkwürdig, da die Familien schließlich ihre Kinder in die Obhut dieser ominösen Auslese geben.

Der Schreibstil von Joelle Charbonneau ist sehr klar und präzise, teilweise gespickt mit Sätzen, die einen zum Nachdenken bringen – Nachdenken darüber, dass wir unseren Planeten besser behandeln müssen. Ich betone das extra, da dieses Aufrütteln zwar eigentlich typisch für eine Dystopie sein sollte, in der momentanen Flut an Dystopien, die den Buchmarkt überschwemmen, jedoch häufig außer Acht gelassen wird. Man hat die zerstörte Welt sichtbar vor Augen und durchlebt zusammen mit Cia etliche Gefahren. Es hat ein paar Seiten gedauert, bis man so richtig in der Geschichte drin war, dann jedoch ging es Schlag auf Schlag und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Die Charaktere sind gut gestaltet, richtig warm wurde ich jedoch nur mit der Protagonistin. Das hat bei diesem Werk aber auch nicht gestört, da die einzelnen Charaktere in der Auslese ja gewissermaßen gegeneinander antreten. Ich habe also ohnehin niemand anderem wirklich vertrauen können und ständig alle Handlungen von Cias Mitstreitern hinterfragt. Ich persönlich liebe so etwas, deshalb war es für mich ein großer Pluspunkt der Geschichte, nicht genau zu wissen, woran man bei den Charakteren ist. Einziges Manko war hierbei, dass es mir dann auch nicht besonders viel ausmachte, wenn den anderen Figuren etwas Schreckliches passierte. Ich sorgte mich eigentlich nur um Cia und fühlte ihre Trauer in dieser Hinsicht dann leider nicht richtig mit.

Ein paar Worte zur Liebesgeschichte, die im Klappentext angepriesen wurde. Meiner Meinung nach ist sie nicht vorhanden. Zwar betont Cia immer wieder, dass sie Tomas liebt, aber es kommt einfach nicht rüber. Zwischen den beiden herrscht absolut keine Chemie und das Ganze wirkte einfach nur erzwungen. Ich habe versucht, es mir vorzustellen, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen. Ihre Liebe ist eher so wie das Streichholz, das man immer und immer wieder am Kästchen reibt, aber irgendwie will es nicht angehen. Irgendwann wirft man es dann halt weg. Und das hätte die Autorin auch besser mit dieser Liebesbeziehung machen sollen – ich hätte nichts vermisst.

Zuletzt wie immer das Cover. Ich bin gar nicht so traurig, dass ich dieses Buch als Wanderbuch gelesen habe, denn dieses Cover lasse ich sehr gerne weiter wandern. Mir gefällt es leider überhaupt nicht, allerdings bin ich auch nicht wirklich ein Fan von solchen “Foto-Covern”. Ich finde es einfach schöner, wenn sie irgendwie künstlerisch gestaltet sind, anstatt einfach eine Person aufs Cover zu klatschen, die mir dann auch noch jegliche Imagination der Protagonistin nimmt. Denn natürlich hat man dann beim Lesen automatisch das Gesicht des Covermädchens im Kopf. Da gefallen mir die englischen Cover viel besser.

Fazit

Auch wenn der Text etwas kritisch klingt, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Besonders auch deshalb, weil nichts offensichtlich war und man irgendwann keinem der Charaktere mehr trauen wollte. Oft wurde die Auslese als Abklatsch von Hunger Games bezeichnet. Die Thematik mag sich ähneln, vergleichen würde ich die beiden Werke trotzdem nicht. Obwohl es meiner Meinung nach bessere dystopische Werke gibt, bin ich froh, das Buch gelesen zu haben, und freue mich schon auf den zweiten Teil.

5 Comments

  1. 19. September 2015 / 10:42

    Guten Morgen! ♥

    Ich hab bis jetzt ehrlich gesagt einen Bogen um die Reihe gemacht. Der Hype war mir anfangs zu groß und wie dir sagt auch mir das Cover leider so gar nicht zu. Aber es hat riesengroßen Spaß gemacht, deine Rezension dazu zu lesen (die Streichholz-Metapher: made my day!) und vielleicht schau ich mir “Die Auslese” jetzt doch mal etwas genauer an 😀

    LG ♥ Schönes Wochenende!
    Nana

    • Anabelle 19. September 2015 / 20:29

      Hallo! 🙂

      Ja, das ging mir ähnlich. Die letzten gehypten Bücher, die ich zuletzt gelesen habe, haben mich leider etwas enttäuscht. Und das Cover… nun ja. 😀
      Falls du dich doch entscheidest, die Reihe zu lesen, wünsche ich dir schon mal viel Spaß! 🙂

      Liebe Grüße
      Anabelle

  2. 19. September 2015 / 13:36

    Huhu 🙂
    sehr treffende Rezension der ich mich so anschließen kann. Den verschrienen Vergleich mit Panem habe ich übrigens nie verstanden :-/

    LG und ein schönes Wochenende 🙂

    • Anabelle 19. September 2015 / 20:30

      Hey Philip 🙂

      Ich hasse solche Vergleiche sowieso. Auf jedem Cover oder Buchrücken muss mittlerweile so was stehen wie “Für Fans von”. Und Fantasy wird natürlich immer mit Tolkien verglichen. Ich verstehe es einfach nicht. 😀

      Liebe Grüße
      Anabelle

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