Victoria Aveyard – Die rote Königin

redqueen

Hallo, ihr Lieben!
Endlich habe ich die Abschlussarbeit hinter mich gebracht und wieder Zeit zum Lesen. Da habe ich mich dann gleich auf Die rote Königin gestürzt, was schon eine Weile in meinem Regal stand und mich aus allen Buchhandlungen und Instagram-Profilen angelächelt hat. Außerdem liebe ich Dystopien, weshalb ich es kaum erwarten konnte, diese zu lesen. Das Buch löste in mir dann auch heftige Emotionen aus – jedoch ganz anders als erwartet.

Auf einen Blick

Titel: Die Farben des Blutes, Band 1: Die rote Königin (Affiliate Link)
Autorin: Victoria Aveyard
Verlag: Carlsen
Erschienen: Mai 2015
Seiten: 512
Preis: 19,99€ (Hardcover)

Inhalt

Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz …

Meinung

Ich konnte mich auf Anhieb sehr gut in die Geschichte einfinden. Aveyards Schreibstil ist wirklich toll und sehr lebendig. Eine Welt, die in zwei Gesellschaften gespalten wird – die Starken und die Schwachen – ist natürlich erst einmal das typisch dystopische Setting, wie man es in unzähligen anderen Romanen auch vorfindet. Die Autorin beschreibt die Welt aus Rot und Silber aber unglaublich realistisch, sodass man sich schon zu Beginn in die Lage der unterdrückten Roten hineinversetzen kann.

Man leidet und fiebert mit Mare, ihrer Familie und den anderen Roten mit und hofft, mit ihnen gemeinsam die verdiente Gerechtigkeit zu finden. Diese Hoffnungen wurden jedoch recht schnell enttäuscht, beziehungsweise war mir ab der Mitte des Buches auch relativ egal, was mit den Charakteren passierte. Mare ändert ihre Gefühle ihm Laufe des Romans nämlich etliche Male, sodass man gar nicht mehr weiß, mit wem man jetzt eigentlich sympathisieren soll.

So gut die Autorin die Atmosphäre von Mares Welt vermittelt, so schlecht gestaltet sie die Charaktere. Ich konnte zu keinem einzigen Charakter eine wirkliche Verbindung aufbauen, sie blieben alle ziemlich flach und unscheinbar. Leider waren die Figuren dadurch sehr durchschaubar, was die Handlung ab einem gewissen Punkt sehr vorhersehbar gemacht hat.
Der einzige Charakter, der mich wirklich zu Emotionen bewegt hat, war Mare. Zu ihr habe ich mehr und mehr eine Hassbeziehung aufgebaut. Sie ist trotz ihres angeblich so harten, toughen Lebens ein absolut schwacher Charakter und so naiv, dass ich einfach nur kopfschüttelnd vor manchen Szenen sitzen konnte. Man sollte doch meinen, dass eine solch harte, ungerechte Welt, in der man nichts als Unterdrückung und Arbeit erfährt, einen irgendwie abhärtet und erwachsener macht. Fehlanzeige. Mares Gedanken waren für mich absolut unerklärlich und darüber hinaus Zentrum des gesamten Buches. Der Plot drehte sich leider nicht mehr um die übernatürlichen Kräfte, wie es zu Beginn des Buches den Anschein hatte. Man erfuhr leider auch gar nichts darüber, wie die Gesellschaft und die Unterdrückung überhaupt zu Stande kamen. Dabei finde ich gerade das immer richtig interessant in Dystopien. Allerdings ging es in dieser Geschichte leider nur noch um Mares Gedankenkarussell und ihre bizarren Liebesgedanken. Die Liebesgeschichte des Romans ist nämlich leider überhaupt nicht ausgereift und außerhalb Mares Kopf, zumindest meiner Meinung nach, auch kaum vorhanden.

Gegen Ende hat Mares Dummheit mir dann wirklich den Rest gegeben und ich habe einfach gehofft, dass sie für ihre Ignoranz und Naivität umkommt – es wäre in Anbetracht ihres Verhaltens eine logische Konsequenz gewesen. Doch wie wir alle wissen, ist auch diese Geschichte als Trilogie angedacht, also war meine Hoffnung umsonst. Bevor ich mich jedoch noch länger über die Protagonistin aufrege, beende ich diese Rezenion lieber mit den einzigen mir einleuchtenden Gedanken der Protagonistin:

I am a fool.

Danke Mare, dass du es abschließend so wunderbar für den Leser zusammenfasst.

Fazit

Ich bin leider ziemlich enttäuscht von dem Buch, vor allem mit dem Hintergrund, dass es so einen riesigen Hype erhalten hat. Das Setting und die Idee dieser dystopischen Welt sind grandios, doch leider scheinen Plot und Charaktere überhaupt nicht ausgereift und so verspielt Victoria Aveyard das gesamte Potential. Da die Charaktere so durchschaubar waren, kamen auch die Wendungen der Geschichte nicht sonderlich überraschend und das Ende des ersten Teils war somit schon relativ früh abzusehen. Mich konnte die Geschichte leider überhaupt nicht packen und ich weiß auch nicht, ob ich die nachfolgenden Teile lesen werde.

3 Comments

  1. 18. Juli 2015 / 1:08

    Hi,

    ich habe auf LB gesehen, dass dir das Buch Die rote Königinn nicht so gut gefallen hat. Hättest du vielleicht Lust zu tauschen? Ich hätte das Licht von Aurora 🙂

    Ganz liebe Grüße Nadine (Nalas.Blog@gmail.com)

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