Christine Millman – Landsby – Zerbrochene Träume

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© Christine Millman

Achtung: Hierbei handelt es sich um den zweiten Teil einer Reihe. Die Rezension enthält also höchstwahrscheinlich Spoiler. Schnappt euch vorher lieber den ersten Teil, den gibt es gerade sowieso für nur 99ct auf Amazon. 🙂

Auf einen Blick

Titel: Landsby – Zerbrochene Träume
Autorin: Christine Millman
Verlag: Christine Millman ist Indie-Autorin
Erschienen: Juli 2015
Seiten: 227
Preis: aktuell nur 0,99€ (EBook)

Inhalt

Sie haben sich hinter hohen Mauern versteckt, weil sie dachten, da draußen lauert der Feind. Doch der wahre Feind ist mitten unter ihnen.

Jules Liebe zu Galen steht unter keinem guten Stern, denn niemand, nicht einmal ihr Vater, kann verstehen, warum sie mit ihm zusammen ist. Doch so leicht gibt Jule nicht auf. Entschlossen trotzt sie den Anfeindungen und kämpft um ihr zerbrechliches Glück.
Als die einzige Ärztin ermordet wird und die Menschen den Mutanten die Schuld geben, erkennt Jule die schreckliche Wahrheit: Jemand versucht, den Frieden in der Kolonie zu sabotieren. Will sie Galen nicht verlieren, muss sie den wahren Schuldigen finden.

Meinung

Nachdem ich ja vor ein paar Tagen erst den Auftakt zu Landsby gelesen habe, durfte ich nun gleich den zweiten Teil im Zuge einer Leserunde bei Lovelybooks lesen.

Der Schreibstil der Autorin war – wie bei allem, was ich bisher von ihr lesen durfte – unglaublich mitreißend. Wie ich schon mehrmals gesagt habe: Diese Frau hat mich von EBooks überzeugt! Sie fesselt mich jedes Mal von der ersten bis zur letzten Seite.
Landsby ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht der Protagonistin Jule erzählt. Der Schreibstil ist daher locker und jugendlich und Jules Gedanken brachten mich manchmal wirklich zum Lachen.

Jule ist außerdem ein wahnsinnig toller Charakter. Sie hat im ersten Band schon eine enorme Entwicklung durchgemacht und auch hier beweist sie ihren starken Willen und die Bereitschaft, für ein Ziel zu kämpfen, für das es sich zu kämpfen lohnt. Ich finde sie einfach bewundernswert, aber auch die anderen Charaktere sind sehr gut dargestellt. Toll ist, dass es hier kein Schwarz und Weiß gibt. Selbst in die nervigsten Nebencharaktere kann man sich hineinversetzen und sie so besser verstehen.

Ein zentraler Punkt der Geschichte ist natürlich die Liebe zwischen zwei Menschen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten: Jule und Galen. Ich habe mich schon im ersten Teil in Galen verliebt, weshalb die Probleme der beiden beim Lesen noch mehr berührten. Trotzdem finde ich es toll, dass die Autorin die Liebesgeschichte nicht zu sehr in den Vordergrund drängt. Das hat mich bei Dystopien wie Rise leider enorm gestört. Die Probleme in Landsby jedoch sind viel komplexer und vielseitiger. Hitze, mangelnde Rohstoffe und Medikamente, mutierte Ratten, Intoleranz, Morde – und dazu dann noch Beziehungsprobleme. Habe ich schon erwähnt, dass ich Jule bewundere?
Diese Probleme ließen mich außerdem beim Lesen miträtseln, was ich einfach liebe. Manche Rätsel wurden bereits aufgelöst, doch bei anderen werde ich mich bis zum dritten Band gedulden müssen.

Die Vorurteile eines ganzen Lebens verschwinden nicht über Nacht.

Was mich bei Christine Millman immer und immer wieder begeistert: Ihre Menschenkenntnis. Denn die sorgt dafür, dass man sich unheimlich gut in die Charaktere hineinversetzen kann. Die Reaktionen und Handlungen der Menschen sind absolut realistisch und finden auf ähnliche Weise leider auch in unserer Welt statt. Mich hat die Geschichte sehr an die aktuelle Flüchtlingsthematik erinnert, was das Buch für mich noch bedeutender macht. Es rüttelt auf. Menschen begegnen dem, was sie nicht kennen, viel zu gerne mit Hass und Ablehnung. Es ist dieser Unwille mit Andersartigen zusammenzuarbeiten, der einen großen Teil der Probleme im Buch ausmacht. So vieles könnte einfacher sein, wenn man nicht gegeneinander sondern miteinander arbeiten würde.

Zu guter Letzt möchte ich auch noch mal das Cover loben. Ich finde es wunderschön und überlege, mir die Reihe am Ende noch mal als Taschenbuch zu holen. Würde sich sicher auch gut im Regal machen. Außerdem finde ich es toll, dass die Cover zusammenpassen und nicht mittendrin einfach die abgebildete Person gewechselt wurde, oder diese nicht den Beschreibungen entspricht, wie es leider viel zu oft der Fall ist. Hier hat einfach alles gestimmt.

Fazit

Der zweite Band von Landsby steht dem ersten in nichts nach. Es blieb durchweg spannend und
Für mich war die Fortsetzung sogar noch etwas besser als der erste Teil. Wahrscheinlich, da ich die Geschichte so gut auf unsere Gesellschaft beziehen konnte. Die Probleme waren noch vielschichtiger als im Auftakt der Trilogie.
Ich bin schon sehr gespannt auf den dritten und letzten Teil der Reihe und freue mich auf Januar. Irgendwie kommen im Januar so viele tolle Folgebände raus: Landsby, der dritte Teil der Luna-Chroniken, Kalypto… die Vorfreude steigt. 🙂

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