Tom Jacuba – Kalypto – Die Herren der Wälder

Auf einen Blick

Titel: KALYPTO – Die Herren der Wälder (Affiliate Link)
Autor: Tom Jacuba
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: April 2015
Seiten: 558
Preis: 12,99€

Inhalt

Die Magier des vor Jahrtausenden untergegangenen Reichs Kalypto sind wieder erwacht – und sie schicken vier Späher aus, um das Volk zu finden, das sich am besten zur Versklavung eignet.

Das ist zugegebenermaßen nur der letzte Satz des Klappentextes, aber alles was davor stand, hat meiner Meinung nach schon viel zu viel vom Inhalt preisgegeben, was die Handlung stellenweise an Spannung gekostet hat.

 

 

Meinung

Zuerst einmal einen großen Dank an Bastei Lübbe und an Tom Jacuba, den Autor dieses wundervollen Buches, die mir das Leseexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Bei einem Buch wie Kalypto ist es schwer, einen guten Anfang für eine Rezension zu finden. Einfach weil es so viel bietet, über das man sprechen kann.

Fangen wir damit an, dass die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird: Lasnic, einem Waldmann aus Strommfurt, Ayrin, der Königin von Garona und Catolis, einer Magierin, die durch Krieg unter den Menschen das zweite kalyptische Reich wiederauferstehen lassen möchte.
Charaktere, wie sie auf den ersten Blick unterschiedlicher wohl nicht sein könnten. Umso merkwürdiger war es für mich, dass ich mich jedem Charakter nah gefühlt habe und seine Emotionen und Handlungen, die sicherlich nicht immer richtig waren, nachvollziehen konnte. Selbst bei Catolis, der Frau, deren einziges Ziel es zu sein scheint, die Menschheit ins Verderben zu stürzen, konnte ich gegen Ende eine gewisse Sympathie bei mir feststellen. Entweder habe ich also ein großes Problem, oder Tom Jacuba hat es einfach raus, seine Charaktere lebendig zu gestalten – wie Menschen, mitsamt all ihrer Facetten.
Besonders gefallen hat mir auch, dass man die Nebencharaktere lieben und hassen lernt. Obwohl keine der Szenen aus ihrer Sicht geschrieben ist, schafft der Autor es, sie unglaublich vielschichtig zu gestalten. Sie alle haben eine Persönlichkeit, eine Geschichte, über die ich so gerne noch mehr erfahren würde.

Dem Schreibstil kann ich wohl gar nicht gerecht werden, egal was ich sage. Er ist unglaublich detailliert, sodass man die Bilder, die durch die Sprache geschaffen werden, wirklich vor dem geistigen Auge sieht. Man kann sich die Schönheit der Landschaft, die Umgebung der Charaktere bis ins kleinste Detail vorstellen, fühlt aber auch jedes Leid der Figuren mit.
Was Kalypto besonders macht, ist, dass die Sprache sich mit der Erzählperspektive wandelt. Lasnic hat eine deutlich derbere Ausdrucksweise als beispielsweise Ayrin. Durch diese Eigenschaft waren aber auch die Perspektivwechsel nie ein Problem. Die Sprache nahm mich als Leser quasi an die Hand und führte mich durch die verschiedensten Ecken des Landes.
Hinzu kommt noch, dass sich die wörtliche Rede wirklich wie wörtliche Rede anhört. Wie oft hat man es in Büchern, dass gesprochener und beschreibender Text komplett gleich klingen und sich weder in Wortwahl noch in Syntax irgendwas unterscheidet. Hier waren Erzählungen der Figuren durch knappe Sätze, durch Flüche und eben all das gekennzeichnet, was das Sprechen ausmacht. Mein persönliches Highlight war es, dass einer der Charaktere durchgehend in einem Dialekt redete, der sehr stark dem Rheinhessisch meiner Heimat ähnelt. Die Passagen haben mich wirklich zum Lachen gebracht. 😀

Ein weiterer Pluspunkt sind für mich die vielen Rätsel, mit denen man schon zu Beginn des Buches konfrontiert wird. Ich liebe es, bei Büchern mitdenken zu dürfen, über die gleichen Probleme nachzudenken, mit denen auch die Charaktere konfrontiert werden und dann nach und nach gemeinsam mit ihnen auf eine Lösung zu kommen. Auch jetzt nach dem ersten Buch sind noch sehr viele Fragen offen, die mich immer noch nicht ganz in Ruhe lassen. Leider werde ich auf diese Fragen wohl erst im zweiten Band eine Antwort erhalten.

Das Einzige, was den Leser vielleicht verwirren könnte, sind die Zeitsprünge, die vor allem den Beginn des Buches ausmachen. Mir persönlich haben sie jedoch sehr gut gefallen, da man so die wichtigsten Ausschnitte aus den Leben der Figuren kennenlernte, die Momente, die sie in ihrer Entwicklung prägten und zu den facettenreichen Charakteren machten, die sie letztendlich sind.

Fazit

Bei Kalypto stimmt einfach alles: wahnsinnig starke, komplexe Charaktere, detailreiche Beschreibungen, überraschende Wendungen, eine in sich stimmige Geschichte und – nicht zuletzt – ein wunderschönes Cover, das auch ohne die Leserunde dafür gesorgt hätte, dass das Buch seinen Weg in mein Bücherregal findet.
Das einzige Manko für mich: Ich werde mich nun bis Januar gedulden müssen, um zu erfahren, wie es weiter geht.

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Ist die Karte nicht ein Traum? Das ist das erste Mal, dass ich eine Farbkarte in einem Fantasybuch habe. ♥

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7 Comments

  1. 26. Juni 2015 / 12:49

    Hallo liebe Anabelle! ☺

    Ich hoffe, dass ich dich noch nicht gefragt habe, falls doch, bitte verzeih’ mir …
    Hast du schon vom Bloggernetzwerk gehört? Wenn nicht, dann lass’ ich dir mal eben den Link zum Hintergrund des Blogprojekts da:
    https://bloggervernetzt.wordpress.com/an-blogger/
    Jedenfalls bin ich dort seit etwa seit März 2015 Mitglied und würde mich sehr freuen, wenn ich deine Rezension hier zu “Kalypto” verlinken dürfte. (Und mit deiner Erlaubnis hoffentlich auch in Zukunft ein paar deiner Rezensionen?)
    Und hier sende ich dir noch einen Beispiellink, wie das Ganze im Endeffekt aussieht:
    https://bloggervernetzt.wordpress.com/2015/06/23/kalypto-01-die-herren-der-walder-von-tom-jacuba/

    Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen!
    Ganz lieben Gruß ♥,
    Janine

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