Ein Blick zurück

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Es sieht mir nicht ähnlich zurückzuschauen. Ich gehe lieber geradeaus. Nach vorn. Das Leben ist wie ein Baum, es will wachsen. In alle möglichen Richtungen. Die Äste ausstrecken. Manche Blätter etwas früher, die anderen etwas später fallen lassen. Doch immer wachsen und wachsen. Das kann es nicht, wenn man immer nah an den Wurzeln bleiben will. Deshalb schaue ich nicht zurück, versuche Neues zu entdecken und an die Zukunft statt an die Vergangenheit zu denken.

Doch heute ist einer dieser Tage, an dem ich die Baumkrone am liebsten einmal nach unten beugen würde, den Wurzeln entgegen. An dem ich Sehnsucht spüre nach dem Vergangenen. Vermisse die Gesichter, die mehr und mehr wie eine blasse Erinnerung scheinen. Die Baumkrone neigen, einfach nur für einen Tag. Eine Weile das spüren, was ich früher gespürt habe. Die Gesichter noch einmal klar und deutlich sehen. Vertrautheit, Vergangenheit. Doch man hat nur zwei Möglichkeiten: Bei der Wurzel bleiben, klein bleiben, nicht wachsen. Oder wachsen, so hoch und so breit wie möglich, ohne zurückzuschauen.

Zwei Möglichkeiten, aber immer eine Wahl.

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2 Comments

  1. 11. Mai 2015 / 18:11

    Mhmh, ich kenne solche Tage. So einen Moment werde ich am Donnerstag haben. Am Vatertag. Den mittlerweile fünften ohne die Person, für die er eigentlich gedacht ist. Das sind dann solche Tage, an denen ich mich am liebsten zurückbeamen möchte, verhindern möchte, retten möchte, warnen und ermutigen möchte. Doch ich kann es nicht. Es geht nicht. Es gibt nur noch ein vorwärts, aber kein Zurück mehr. Das tut an solchen Tagen ganz besonders weh, aber irgendwie muss ich damit leben. Auch wenn es schmerzt und die Narbe, die geschlagen wurde, niemals ganz verblassen wird…

    Drück dich!

    Sandra

    • Anabelle
      Anabelle
      12. Mai 2015 / 18:52

      Das tut mir leid. Manche Tage werfen einen einfach komplett aus der Bahn. Ich hoffe, du kannst den Donnerstag trotz allem irgendwie angenehm verbringen. Ich denk an dich.

      Anabelle

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